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Politik

OB-Wahl in Schwabach: CSU schickt Kandidaten ins Rennen

Weil Matthias Thürauf nach zwei Amtszeiten aufhört, soll der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas als OB-Kandidat in Schwabach für die CSU ins Rennen gehen.
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Bei der CSU in Schwabach ist man zufrieden. Der neue Oberbürgermeister-Kandidat heißt Michael Fraas. Derzeit ist er noch als Wirtschaftsreferent in Nürnberg tätig. Von links: Karls Freller, Michael Fraas, Matthias Thürauf. Foto: Nikolas Pelke
Bei der CSU in Schwabach ist man zufrieden. Der neue Oberbürgermeister-Kandidat heißt Michael Fraas. Derzeit ist er noch als Wirtschaftsreferent in Nürnberg tätig. Von links: Karls Freller, Michael Fraas, Matthias Thürauf. Foto: Nikolas Pelke

CSU in Schwabach stellt Kandidaten für OB-Wahl auf: Faustdicke Überraschung in Schwabach: Der erst 45-jährige Oberbürgermeister Matthias Thürauf (CSU) hat nach zwei Amtszeiten genug von der Politik. Michael Fraas, amtierender Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, soll seine Nachfolge antreten und für die CSU das Schwabacher Rathaus verteidigen.

Personalkarussell in fränkischen Rathäusern dreht sich weiter

Nach dem überraschenden Rückzug von Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) in Nürnberg will auch Oberbürgermeister Matthias Thürauf (CSU) in Schwabach bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr nicht mehr antreten.

Nach zwölf Jahren auf dem Chefsessel im Schwabacher Rathaus will der 45-jährige Jurist der Politik schon wieder Lebewohl sagen. Weil er "sehr jung gewählt" worden sei, wolle er das Amt "selbstbestimmt nach einer gewissen Zeit" wieder verlassen, teilte Thürauf in einer persönlichen Erklärung mit. Der Zeitpunkt für den Abschied sei nun gekommen.

"Als Oberbürgermeister das Pensionsalter anzustreben, kam für mich jedenfalls nie in Frage", betonte Thürauf in seiner Erklärung. "Meine Entscheidung fällt mir nicht leicht, sie ist aber gut durchdacht und war langfristig angelegt", erklärte Thürauf, dem es "immer wichtig" gewesen sei, in keine Abhängigkeit vom Oberbürgermeisteramt zu geraten. Schließlich sei ein solches Amt laut Thürauf "mit Einfluss und einem gewissen Ansehen" verbunden. Das mache das Loslassen für Politiker oft schwierig.

Im Kreis der CSU hätte man sich über eine dritte Amtszeit gefreut

Karl Freller, Vize-Präsident im Bayerischen Landtag und Kreisvorsitzender der Schwabacher CSU, macht keinen Hehl daraus, dass er den scheidenden Oberbürgermeister gerne noch eine weitere Amtszeit im Rathaus der Goldschlägerstadt gesehen hätte. "Ich hätte mich über eine dritte Amtszeit von Matthias Thürauf gefreut", sagte Freller am Montag gegenüber inFranken.de auf Anfrage.

Seit dem Jahreswechsel sei allerdings klar gewesen, dass sich der junge Thürauf von der Politik nach 24 Jahren im Schwabacher Stadtrat und zwölf Jahren als Oberbürgermeister wieder verabschieden wolle. Bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolge-Kandidaten sei Freller schnell auf Fraas gestoßen.

Der Wirtschaftsreferent ist hoch im Kurs

"Mir ist es wichtig, dass die sehr gute Arbeit in Schwabach nahtlos fortgesetzt wird", betonte Freller am Montag. Er kenne den amtierenden Wirtschaftsreferenten der Stadt Nürnberg seit vielen Jahren. Fraas habe sich in Fragen der Stadt- und Strukturentwicklung sowie der Wirtschaftsförderung und Innenstadtbelebung einen guten Namen in ganz Franken gemacht. "Seine überzeugende Arbeit wird parteiübergreifend anerkannt. Außerdem kennt er sich bestens in Ballungsraum aus", ist sich Freller sicher.

Neben seiner Fach- und Sachkompetenz sei Fraas ein Politiker mit Herz und Charakter. Er bringe laut Freller "das richtige Feeling" für die Bevölkerung mit. "Fraas kann auch Oberbürgermeister in Schwabach", ist sich der Kreisvorsitzende sicher. Der 1968 in Nürnberg geborene Jurist wohnt mit seiner Familie im Stadtteil Moorenbrunn.

"Nach Schwabach umziehen muss er jedenfalls nicht", sagt Freller und verweist darauf, dass es vom Süden der Frankenmetropole nur einen Katzensprung ins Schwabacher Rathaus sei. Ein "auswärtiger Kandidat" sei Fraas jedenfalls nicht, meint Freller und spielt darauf an, dass die beiden Städte eng verbunden und teilweise "nur noch von einem Acker" getrennt seien.

Nicht nur in Schwabach winkt der Posten

Apropos: Eng verbunden dürfte auch die Personalpolitik in beiden Städten seien. Manche hätten Michael Fraas wohl auch den durch den Maly-Rückzug wieder heiß umkämpften Job des Nürnberger Oberbürgermeisters zugetraut.

Bei Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe Freller jedenfalls nicht vor dem erfolgreichen Abwerbeversuch um Erlaubnis gefragt. "Wir haben jemanden gesucht und der hat Ja gesagt", sagt Freller selbstbewusst.

Danach habe Freller auch den Ministerpräsidenten aus der großen Nachbarstadt informiert. Gleichzeitig habe er die Personalie vor der Bekanntgabe mit dem CSU-Kreisvorstand in Schwabach besprochen.

Das Parteigremium habe sich einstimmig hinter Michael Fraas als neuen CSU-Spitzenkandidaten für Schwabach gestellt. "Meine CSU ist extrem angetan und extrem motiviert", gibt sich Freller im Hinblick auf den bevorstehenden Wahlkampf optimistisch.

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