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Nürnberg
Tierliebe

Nürnberger Obdachlosen-Unterkünfte sollen Hunde erlauben - CSU stellt Antrag

In Nürnberg hat die Zahl der Wohnungslosen in den vergangenen Jahren zugenommen. Zwar gibt es in der Stadt einige Einrichtungen, in denen Obdachlose die Nacht verbringen können - Tiere, insbesondere Hunde, sind dort allerdings nicht erlaubt. Das soll sich nach dem Willen der CSU ändern.
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In Einrichtungen für Wohnungslose haben Tiere keinen Zutritt. Das soll sich nach dem Willen der CSU-Stadtratsfraktion in Nürnberg künftig ändern. Symbolfoto: sinzicraciun0/Pixabay
In Einrichtungen für Wohnungslose haben Tiere keinen Zutritt. Das soll sich nach dem Willen der CSU-Stadtratsfraktion in Nürnberg künftig ändern. Symbolfoto: sinzicraciun0/Pixabay

Vor gut einem Jahr hat inFranken.de über ein obdachloses Paar aus Nürnberg berichtet, dem die Kälte im Winter zu schaffen macht: Jacky und Andy leben und schlafen in der Königspassage. Wegen ihres Hunds "Mautzi" bekommen sie keine Unterkunft gestellt. "Ich finde es einfach nur eine Frechheit, dass mein Partner und ich keine nächtliche Bleibe von der Stadt bekommen, nur weil ich einen Hund habe", sagt Jacky damals. Das könnte sich in Zukunft jedoch ändern.

Die CSU-Stadtratsfraktion hat diesbezüglich einen Antrag gestellt: Er soll auf den Weg bringen, dass es in Nürnberg über kurz oder lang eine Obdachloseneinrichtung gibt, in der auch Tiere zugelassen sind.

Häufig seien Wohnungslose von den meisten Sozialkontakten getrennt, heißt es in dem CSU-Antrag. Oft bleibe als letzter echter Gefährte im Leben nur ein Tier. Diese Freundschaft erweise sich gleichzeitig jedoch auch als Hindernis für die Betroffenen, einen Schlafplatz in einer entsprechenden Einrichtung aufzusuchen.

Sozialkontakt: Tiere von "therapeutischem Wert"

"Denn diese Unterkünfte stehen bisher ausschließlich Klienten ohne Tiere zur Verfügung und der beste Freund muss leider draußen bleiben", heißt es in dem Antrag weiter. "Insbesondere Hunde sind erwiesenermaßen als Sozialkontakt von therapeutischem Wert und stellen für diese Menschen Halt und Hoffnung dar. Eine Möglichkeit, gemeinsam mit seinem Tier unterzukommen, wäre daher nicht nur aus emotionalen, sondern auch aus präventiven Gründen zu begrüßen."

Nach dem Willen der CSU soll die Stadt Nürnberg deshalb Kontakt zu den Trägern der Sozialverbände aufnehmen. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Tierschutz eine Unterkunft für obdachlose Menschen auf den Weg zu bringen, die das Mitbringen von Tieren - insbesondere Hunden - gestattet.

"Du kriegst über das Tier oft auch wieder den Bezug zum Menschen her", sagt Antragsteller Marcus König, der im März Amtsinhaber Ulrich Maly (SPD) als Oberbürgermeister ablösen will, im Gespräch mit inFranken.de.

OB-Kandidat König: "Das kann man nicht auf die lange Bank schieben"

Als langjähriger Vorsitzender des Nürnberger Tierschutzvereins beschäftige ihn das Thema schon länger. "Als politischer Mensch möchte ich ein Zeichen setzen", erklärt König. Ziel sei es, Tierschützer, Hilfsorganisationen wie Johanniter und Rotes Kreuz sowie die Stadt mit ihrem Sozialamt an einem Tisch zu versammeln.

König schwebt vor Augen, eine entsprechende Einrichtung für Obdachlose und ihre Tiere "vor der nächsten Winterperiode" etabliert zu haben. "So etwas kann man auch kurz- oder mittelfristig. Das dürfen wir nicht auf die lange Bank schieben", betont der Nürnberger CSU-Fraktionschef.

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