Nürnberg
Christkindlesmarkt

Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet: Tausende Besucher strömen herbei, um das neue Christkind zu bewundern

Alle Jahre wieder: Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist am Freitag mit einem feierlichen Prolog eröffnet worden - gesprochen vom Christkind. Um dieses gab es zuletzt einigen Wirbel.
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Die Massen unten auf dem Nürnberger Hauptmarkt kann Benigna Munsi von hier oben nur erahnen. Kurz bevor sie zu ihrem großen Auftritt auf die Empore tritt, um den Eröffnungsprolog des Christkindlesmarkts zu sprechen, ist es im Inneren der Frauenkirche stockduster und mucksmäuschenstill. Im traditionellen weißen Gewand mit goldenen Flügeln, Krone und prächtiger Lockenmähne geht sie dann hinaus ins Scheinwerferlicht und spricht das mehrstrophige Gedicht souverän und fehlerfrei.

Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet - Tausende Besucher waren vor Ort

Tausende Besucher lauschten am Freitagabend (29. November 2019) bei sternenklarem Himmel der Rede des Christkinds, die mit den Worten endet: "Ihr Herrn und Frau'n, die ihr einst Kinder wart, seid es heut wieder, freut euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein."

Christkindlesmarkt in Nürnberg: Traditionsreiche Veranstaltung

Zusammen mit dem Dresdner Striezelmarkt ist der Nürnberger Christkindlesmarkt einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Zu der bereits im frühen 17. Jahrhundert bezeugten vorweihnachtlichen Verkaufsmesse werden bis Heiligabend mehr als zwei Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Die Sicherheit verbessern sollen in diesem Jahr mobile Metallsperren und bepflanzte Beton-Tröge.

Nürnberg: Der ganze Markt erstrahlt in Rot und Weiß

Charakteristisch für das "Städtlein in der Stadt aus Holz und Tuch" sind die rot-weißen Stoffdächer. Als Schmuck an den Verkaufsständen ist nur echtes Tannengrün erlaubt. In rund 200 Buden werden Krippen, Weihnachtsschmuck, Rauschgoldengel und der berühmte "Zwetschgermoh" angeboten - die angeblich glückbringende Schlotfegerfigur aus Zwetschgen, Feigen und einer Walnuss. Weiter im Angebot die original Nürnberger Elisen-Lebkuchen, dazu Früchtebrot, Glühwein und die kleinen Nürnberger Rostbratwürste - die hier nicht paarweise, sondern als "Drei im Weggla" verkauft werden.

Vor der Kulisse der gotischen Frauenkirche können Besucher außerdem zahlreichen Chören und Musikgruppen zuhören oder eine "Glühweinfahrt" in einer historischen Straßenbahn unternehmen. Auf die kleinen Besucher warten historische Fahrgeschäfte und ein Kinderkulturprogramm.

FCN: Der Club auf dem Christkindlesmarkt

Erstmals ist auch der 1. FC Nürnberg mit einer eigenen Bude auf dem Markt vertreten. Dort präsentieren die "Club"-Spieler des Fußball-Zweitligisten ein Trikot, das an das Gewand des Christkinds angelehnt ist. Verziert ist das Kurzarm-Shirt mit neun goldenen Sternen. Dort, wo normalerweise das Vereinslogo seinen Platz hat, ist auf dem Sondertrikot in goldener Farbe das Wappen der Stadt zu sehen, darunter der Schriftzug "Weihnachtskultur anno MDCXXVIII" für die erste schriftliche Erwähnung des Christkindlesmarkts im Jahr 1628.

Nürnberger Christkindlesmarkt auch im Ausland bekannt

Schon am 21. November sprach das "Auslandschristkind", Munsis Vorgängerin Rebbeca Ammon, auf dem "Christkindl Market" in Nürnbergs US-Partnerstadt Atlanta den berühmten Prolog auf Deutsch und Englisch. Am Samstag und Sonntag eröffnet sie weitere Märkte in Baltimore und Philadelphia. Traditionell unterstützt das Nürnberger Christkind nach seiner zweijährigen Amtszeit das aktuelle Christkind als Botschafterin Nürnbergs im Ausland.

Rassistische Äußerungen nach Munsis Wahl zum Christkind

Eine Jury hatte Benigna Munsi für zwei Jahre zum Christkind gewählt. Ein rassistischer Kommentar auf der Facebook-Seite eines AfD-Kreisverbandes hatte daraufhin viel Kritik und eine Welle von Sympathie und Zuspruch für die 17-Jährige im Internet ausgelöst. Der Vater der Schülerin stammt aus Indien, besitzt aber seit langem die deutsche Staatsbürgerschaft.

Nürnbergs Christkind: "Benigna heißt die Gütige"

"Ich hab das nicht alles verfolgt, ich wollte mich damit nicht auseinandersetzen", kommentierte die angehende Abiturientin die Debatte um sie im Bayerischen Rundfunk. Die "Flut" von positiven Kommentaren, die sie daraufhin erhalten habe, habe sie sogar noch mehr für die Aufgabe motiviert. "Benigna heißt die Gütige. Meine Mutter hat sich dabei etwas gedacht: Sie wollte, dass ich auch so handele." Sie freue sich nun darauf, als Christkind den Menschen Freude zu bereiten, vor allem denen, denen es nicht so gut gehe.

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