Nürnberg
Christkind 2019

Nach rassistischem Post zum Nürnberger Christkind: AfD-Kreisverband entschuldigt sich

Benigna Munsi, das neue Nürnberger Christkind, musste im Netz rassistische Hetze von Seiten der AfD über sich ergehen lassen. Am Sonntag trat die 17-Jährige gemeinsam mit Nürnbergs OB Maly vor die Presse und äußerte sich. Auch der AfD-Kreisverband entschuldigte sich auf Facebook.
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Das neue Nürnberger Christkind, Benigna Munsi und Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD)  traten gemeinsam vor die Presse. Grund dafür war ein vorangegangener rassistischer Post des AfD-Kreisverbands München-Land. Foto: Nicolas Armer/dpa
Das neue Nürnberger Christkind, Benigna Munsi und Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) traten gemeinsam vor die Presse. Grund dafür war ein vorangegangener rassistischer Post des AfD-Kreisverbands München-Land. Foto: Nicolas Armer/dpa

Update vom 05.11.2019: AfD-Kreisverband München-Land rudert zurück

Nach dem rassistischen Posting zur Wahl des neuen Nürnberger Christkindes hat inzwischen auch der AfD-Kreisverband München-Land reagiert und sich mit einem neuen Facebook-Post entschuldigt.

Der Kreisverband gratulierte Benigna Munsi zu ihrer Wahl und distanzierte sich gleichzeitig von dem früheren Posting. In diesem "hatte einer der Redakteure die Wahl kritisiert, weil er sich aus der Gewohnheit heraus das Christkind anders vorgestellt hatte. Dieser Post entspricht nicht den Werten der AfD und ist sofort entfernt worden", heißt es in dem neuen Beitrag. Der Ersteller des kritisierten Postings habe niemanden beleidigen oder herabwürdigen wollen. Er sei außerdem umgehend zurückgetreten, hieß es.

Hier gibt alle Infos zum Christkindlesmarkt 2019.

Update vom 03.11.2019, 16 Uhr: OB Maly erfreut über Solidarität mit Christkind - Munsi "noch motivierter"

Nach dem Eklat wegen eines rassistischen Kommentars auf der Facebook-Seite eines AfD-Kreisverbandes hat Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) das neugewählte Nürnberger Christkind Benigna Munsi in Schutz genommen. "Man müsste lachen, wenn man nicht wüsste, dass diese Typen es ernst meinen, aber man könnte heulen über so viel Menschenfeindlichkeit", sagte Maly am Sonntag in Nürnberg.

Das Nürnberger Christkind habe in der Vergangenheit immer wieder "blödsinnige Kommentare" verursacht. "Mal gefiel manchen die Nase nicht, manchen die Sommersprossen. Und es gab auch schon ethnisch konnotierte Kommentare. Aber heute sind wir in einer offen rassistischen Konnotation." Die überwältigend vielen Reaktionen gegen den Post des AfD-Kreisverbands München-Land zeigten jedoch, "dass unsere Demokratie auch im Netz Haltung und Menschenwürde zeigt", so das Nürnberger Stadtoberhaupt.

Benigna Munsi sagte, es gehe ihr gut. "Ich bin vor allem überrascht über die positive Resonanz, die ich bekomme, die vielen positiven Nachrichten. Sie sagen "Kopf hoch, nicht alle Menschen sind so negativ eingestellt. Aber wir stehen hinter Dir." Darüber habe ich mich sehr gefreut."

Die 17-Jährige war am Mittwoch von einer Jury einstimmig zum neuen Christkind von Nürnberg für die nächsten zwei Jahre gewählt worden. Einen Tag später postete der AfD-Kreisverband München-Land das Bild der 17-Jährigen und schrieb darüber in Anspielung auf die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas: "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen."

Munsi ist gebürtige Nürnbergerin, ihr Vater ist indischer Herkunft und besitzt nach eigenen Worten seit 1999 ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft, ihre Mutter ist Deutsche.

Update vom 02.11.2019, 17 Uhr: Benigna Munsi stellt sich der AfD-Hetze und tritt vor die Presse

Nach dem Eklat wegen eines rassistischen Kommentars auf der Facebook-Seite eines AfD-Kreisverbands will das neugewählte Nürnberger Christkind Benigna Munsi am (morgigen) Sonntag an einem Pressegespräch teilnehmen. An der für 14.00 Uhr im Nürnberger Rathaus geplanten Veranstaltung wird auch Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) teilnehmen, wie die Stadt am Samstag mitteilte.

Der AfD-Kreisverband München-Land hatte am Donnerstag bei Facebook zunächst ein Bild der 17-Jährigen veröffentlicht und augenscheinlich in Anspielung auf die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas geschrieben: "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen." Der AfD-Kreisverband löschte den umstrittenen Post später und entschuldigte sich. Viele Internetnutzer sprangen der junge Frau mit Kommentaren in sozialen Netzwerken bei und bekundeten ihre Solidarität.

Munsi war am Mittwoch von einer Jury einstimmig zum neuen Christkind von Nürnberg für die nächsten zwei Jahre gewählt worden. Ihre wichtigste Aufgabe wird es sein, am 29. November den Nürnberger Christkindlesmarkt von der Empore der Frauenkirche aus zu eröffnen. Munsi ist gebürtige Nürnbergerin, ihr Vater ist indischer Herkunft und besitzt seit vielen Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft, ihre Mutter ist Deutsche. Der "Bild"-Zeitung (Samstag) sagte die 17-Jährige zu dem AfD-Kommentar: "Ich lasse es nicht an mich ran."

Update, 01.11.2019: Söder warnt vor Hetze - Kritik an AfD

Nach einem umstrittenen Kommentar eines AfD-Kreisverbands zum Nürnberger Christkind Benigna Munsi hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor Hetze gewarnt. "Ich freue mich sehr für sie", schrieb Söder bei Twitter über die 17-jährige Munsi. "Umso schäbiger ist das Verhalten einzelner AfD Funktionäre. Diese Hetze dürfen wir nicht zulassen", schrieb Söder. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Munsi war am Mittwoch von einer Jury einstimmig zum neuen Christkind von Nürnberg für die nächsten zwei Jahre gewählt worden. Munsi ist gebürtige Nürnbergerin, ihr Vater ist Inder, ihre Mutter Deutsche.

Der AfD-Kreisverband München-Land hatte am Donnerstag bei Facebook ein Bild von Munsi mit einem Kommentar in Anspielung auf die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas veröffentlicht: "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen."

Hunderte Internetnutzer verteidigten die junge Frau daraufhin; der AfD-Kreisverband löschte die umstrittene Mitteilung später und entschuldigte sich.

Erstmeldung: Stimmungsmache via Facebook - AfD wütet gegen Nürnbergs neues Christkind

Am Mittwochabend war es so weit. Nürnberg, die Stadt mit einem der wohl bekanntesten Weihnachtsmärkte, hat ein neues Christkind gefunden. Die 17-jährige Benigna Munsi setzte sich in der Endausscheidung gegen die fünf Mitbewerber durch. Sie wird am 29. November den Christkindlesmarkt eröffnen.

Kritik auf Facebook: AfD greift Christkind an

Das junge Mädchen wurde in Nürnberg geboren. Ihr Vater ist Inder, die Mutter Deutsche. Benigna spricht laut ihrer Mutter vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Portugiesisch und Spanisch. "Es ist unbeschreiblich. Ich bin megaglücklich.", sagte die 17-Jährige kurz nach ihrer Wahl. Man merkt: Ihre Freude auf ist riesen groß.

Alles andere als Freude daran scheint die Alternative für Deutschland (AfD) bei dieser Wahl zu haben. Das zeigt der Kreisverband München-Land auf seiner Facebook-Seite. In einem Post, der mittlerweile gelöscht wurde, hetzt die Partei gegen das neue Christkind.

AfD-Hetze: Benigna Munsi Zielscheibe im Internet

"Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen" - mit diesem Satz spielt die AfD offen auf die Familienbeziehung der erst 17-Jährigen Benigna an. Dafür und vor allem für das Löschen des Bildpostes, erntet der Kreisverband große Kritik. "Na, wo ist der Beitrag zum Christkind denn hin? Habt ihr mal wieder feige gelöscht, weil man nicht eurer Meinung war, stimmts? ... Das Christkind war übrigens eine tolle Wahl...", schreibt Nutzer Robin unter einem anderen, neueren Post der Partei.

Dass der Post nach hinten los ging, dass zeigt auch die Seite Politik, Geschichte, Zeitgeschehen: Sie hat einen Screenshot der Kommentarspalte unter dem Christkind-Post erstellt. Darin überschlagen sich die Nutzer mit Glückwünschen an Benigna Munsi. Der Kommentar der Seitenbetreiber: "Tja, die Hetze gegen das neue Nürnberger Christkind Benigna Munsi ging wohl gründlich nach hinten los. Hier zeigt sich, dass die AfD ganz sicher nicht repräsentativ für "das Volk" steht!"

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