Nürnberg
Drama

Nürnberg: Zwei 16-Jährige sterben bei Streit an der S-Bahn - Zug kam früher als erwartet

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth erhebt Anklage gegen zwei 17-Jährige aus dem Landkreis Fürth, die im Januar zwei 16-Jährige vor einen Zug schubsten und damit töteten.
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An der S-Bahn-Haltestelle Frankenstadion sind im Januar 2019 zwei 16-Jährige ums Leben gekommen. Foto: Daniel Karmann/dpa (Archiv)
An der S-Bahn-Haltestelle Frankenstadion sind im Januar 2019 zwei 16-Jährige ums Leben gekommen. Foto: Daniel Karmann/dpa (Archiv)

Zwei 16-jährige Jungen sind im Januar in Nürnberg bei einem folgenschweren Streit in Nürnberg ums Leben gekommen - sie wurden geschubst und von einer einfahrenden S-Bahn getötet. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen die beiden 17-Jährigen erhoben, die die Jungen geschubst haben.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge befanden sich am 27. Januar 2019 gegen Mitternacht nach dem Besuch einer nahegelegenen Diskothek die beiden Angeschuldigten und eine Vielzahl weiterer Jugendlicher auf dem Bahnsteig des Nürnberger S-Bahnhofs Frankenstadion.

Streit aus nichtigem Grund

"Aus nichtigem Anlass" soll es dort zu tumultartigen Szenen gekommen sein. Die beiden Angeschuldigten sind laut Staatsanwaltschaft verdächtig, dabei gemeinsam einen vor ihnen stehenden Jugendlichen nach vorne ins Gleisbett geschubst zu haben.

Wegen des dichten Gedränges am Bahnsteigrand sollen aber insgesamt drei Jugendliche durch den Stoß auf die Schienen gestürzt sein. Einer von ihnen konnte sich retten, die beiden anderen wurden von einem herannahenden Zug erfasst und tödlich verletzt.

Staatsanwaltschaft sieht keine Tötungsabsicht

Die beiden Angeschuldigten befinden sich seit Ende Januar 2019 in Untersuchungshaft. Sie haben das Schubsen eingeräumt, einen Tötungsvorsatz jedoch bestritten. Nach Abschluss der Ermittlungen, in deren Verlauf unter anderem mehr als 150 Zeugen vernommen wurden, geht auch die Staatsanwaltschaft nicht mehr von einem Tötungsvorsatz aus.

Denn den Angeschuldigten ist nicht nachzuweisen, dass sie beim Schubsen mit einem herannahenden und durchfahrenden Zug rechneten, der die gestürzten Personen erfassen würde, bevor sich diese von den Gleisen retten könnten. So sollte auch die S-Bahn, auf die die Beteiligen warteten, erst gut 10 Minuten später abfahren. Die Anklage lautet deshalb auf Körperverletzung mit Todesfolge.

Jugendkammer muss entscheiden

Die Jugendkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat nun darüber zu entscheiden, ob sie die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen die beiden Jugendlichen zur Hauptverhandlung zulässt und das Hauptverfahren eröffnet.

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