Nürnberg
Gegen Lebensmittelverschwendung

Nürnberg - Second-Hand-Mahlzeiten: Café-Projekt bietet ausschließlich "gerettete" Lebensmittel an

Vom 29. Juni bis zum 28. Juli 2019 fand in Nürnberg das Projekt "Kulturhauptstädtla" in Nürnberg viel Anklang. Organisiert wurde es von der Projektgruppe N.ORT.
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Foto: dpa - Bildfunk
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Die Menschen im "Kulturhauptstädtla" auf dem Nürnberger Richard-Wagner Platz setzen sich gegen Lebensmittelverschwendung ein. Neben dem Café klärte ein vielfältiges Programm, organisiert von der Gruppe N.ORT den ganzen Juli über nachhaltige Ressourcennutzung auf. Dass eine solche nachhaltige Ressourcennutzung dringend notwendig ist, führt auch der "Erdüberlastungstag" vor Augen: Mit dem 29. Juli 2019 sind bereits alle natürlichen Ressourcen des Jahres aufgebraucht.

"Kulturhauptstädtla" - um was geht's?

Das "Kulturhauptstädtla" bot Besuchern nicht nur ein großes Kulturprogramm, auch ein Café lud zum Verweilen ein. Das besondere: Bei den angebotenen Speisen handelte es sich um "Second-Hand-Mahlzeiten". "Dass all die von Restaurants, Bäckereien und Supermärkten stammenden Speisen und Getränke normalerweise auf dem Müll gelandet wären, können die meisten Besucher gar nicht glauben", sagt eine Helferin. Das Café nahm deshalb auch kein Geld an. Lediglich Spenden der Gäste wurden akzeptiert.

Die Initiative sammelt überproduzierte oder nicht gewollte Lebensmittel aus Betrieben oder Privathaushalten ein und verteilt sie, damit sie nicht weggeworfen werden. "Ziel unseres Cafés ist es, Menschen über die alltägliche Lebensmittelverschwendung aufzuklären und Alternativen aufzuzeigen", sagen die Mitstreiter. Außerdem wolle man mit dem diesjährigen Projekt "Kulturhauptstädtla" einen Raum schaffen, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen. Die zentrale Lage auf dem Richard-Wagner Platz in Nürnberg, direkt neben dem Staatstheater, sei hierfür ideal.

"Kulturhauptstädtla" kämpfen gegen Lebensmittelverschwendung an

Laut Umweltbundesamt landen fast ein Drittel aller produzierten Lebensmittel auf dem Müll. Das sei nicht nur schade um die zum größten Teil noch guten Lebensmittel, sagt Johanna Wiglinghoff, sondern allein aus ökologischer Sicht "ein Desaster". Die so verschwendeten Ressourcen würden an anderer Stelle fehlen, erklärt sie. Dass selbst in Deutschland, Menschen hungern müssten, ist ihrer Ansicht nach ein Verteilungsproblem.

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