Nürnberg
Johanniter-Unfall-Hilfe

Nürnberg: Jugendliche greifen Rettungsdienst an - Wie kam es dazu?

Wegen einer bewusstlosen Person wurden Rettungskräfte am Freitagabend zur Theodor-Heuss-Brücke in Nürnberg gerufen. Vor Ort fanden sie aber niemanden vor, der ohnmächtig war. Stattdessen wurden sie angegriffen.
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Jugendliche haben Rettungskräfte in Nürnberg attackiert, nachdem diese zu einem Einsatz gerufen worden waren. Polizei und USK mussten eingreifen, mehrere Jugendliche wurden festgenommen.  Foto: News5
Jugendliche haben Rettungskräfte in Nürnberg attackiert, nachdem diese zu einem Einsatz gerufen worden waren. Polizei und USK mussten eingreifen, mehrere Jugendliche wurden festgenommen. Foto: News5
Attacke auf Sanitäter in Nürnberg: Der Rettungsdienst der Johanniter ist am Freitagabend zu einem Einsatz unter der Theodor-Heuss-Brücke an den Pegnitzwiesen in Nürnberg gerufen worden. Wie das Nachrichtenportal nordbayern.de berichtet, wurde eine bewusstlose Person gemeldet.

Als die zwei Sanitäter und ein Notarzt eintrafen, fanden sie demnach aber keine bewusstlose Person vor. Diese sei nach Angaben der Jugendlichen vor Ort wieder zur Besinnung gekommen und gegangen. Eine 17-Jährige litt jedoch unter akuter Atemnot. Als die Sanitäter ihr helfen wollten, griff sie diese nach Angaben der Polizei an.

Der Grund für den Angriff ist bislang nicht bekannt. Die junge Frau rief mehrere Bekannte zu Hilfe, die ebenfalls auf die Sanitäter losgingen. Unter den drei Angreifern zwischen 16 und 18 Jahren war ein 18-Jähriger, der nach dem Notarzt schlug. Die beiden anderen schubsten die Sanitäter zur Seite. Außerdem flogen Flaschen in Richtung der Rettungskräfte, verfehlten diese aber.

Der 18-Jährige, der offenbar der Hauptaggressor war, schlug anschließend mit der Faust eine Delle in die Tür des Rettungsfahrzeugs und verursachte dadurch einen Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro. Auch das Mobiltelefon des Notarztes befand sich kurzzeitig im Besitz des 18-Jährigen, der es an sich genommen hatte. Der Sachverhalt hierzu muss noch geklärt werden.

Zur Verstärkung wurden nach Angaben von nordbayern.de vier Streifenbesatzungen gerufen, davon zwei des sogenannten Unterstützungskommandos USK. Das USK der Polizei wird bei der Bekämpfung von schweren Ausschreitungen eingesetzt, die Polizisten waren zufällig in der Nähe unterwegs. Die Tatbeteiligten konnten vor Ort beziehungsweise nach kurzer Fahndung festgenommen werden. Verletzt wurde niemand. Zwei jugendliche Mädchen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Die Beschuldigten, die unter Alkoholeinwirkung standen, werden wegen tätlichen Angriffs auf Rettungskräfte, gemeinschädlicher Sachbeschädigung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und versuchten Diebstahls angezeigt. Alle Beteiligten wurden nach Abschluss der Sachbearbeitung entlassen bzw. den Erziehungsberechtigten übergeben.

An dem Einsatz, der von ca. 21:00 Uhr bis 22:30 Uhr dauerte, waren Beamte der PI Nürnberg-West sowie des Unterstützungskommandos beteiligt.


Ein ähnlicher Vorfall hatte am Wochenende zuvor in München Aufsehen verursacht: Randalierer lösten dort einen Großeinsatz aus und attackierten ebenfalls Rettungskräfte.


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