Nürnberg
Quälerei in Öffentlichkeit

Nach Bierflaschen-Misshandlung in Franken - Baby darf bald Krankenhaus verlassen

Dem Baby, das am Dienstag in Nürnberg misshandelt wurde, geht es besser. Seine Mutter hatte den Säugling in aller Öffentlichkeit geschlagen und eine Bierflasche in den Kinderwagen geschleudert. Bald könnte das Kind bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden, berichtet die Polizei.
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Update 9.08.2019: Misshandeltes Baby aus Nürnberg erholt sich von Verletzungen

Mit Verletzungen wurde ein Baby am Dienstagnachmittag ins Krankenhaus gebracht. Seine Mutter hatte das Kind in aller Öffentlichkeit misshandelt. Am Freitag (9.08.2019) geht es dem Baby "den Umständen entsprechend gut", teilt die Polizei inFranken.de mit. Der Säugling könne bald das Krankenhaus verlassen. Zu den genauen Verletzungen, die das Baby erleiden musste, will sich die Polizei nicht äußern.

Gegen seine 34-jährige Mutter ermittelt die Polizei. Die Misshandlung hatte sich am Dienstagnachmittag (6.08.2019) in der Zedernstraße in Nürnberg abgespielt.

Ein totes Baby wurde auf einem Feld in Schleswig-Holstein gefunden: Die Mutter feierte auf dem Wacken-Festival.

Misshandlung in Nürnberg: Mutter schlägt Säugling ins Gesicht

Zwischen 16.15 Uhr und 16.45 Uhr saß die Mutter betrunken auf dem Gehweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand der Kinderwagen mit dem Baby. Die Mutter schrie immer wieder in "unflätiger Vulgärsprache" hinüber, dass das Kind aufhören solle, zu schreien, berichtet die Polizei. Daraufhin wurde ein Zeuge auf die Mutter aufmerksam.

Wenig später sah er, wie die Mutter begann, das Kind zu misshandeln. Mit der Hand schlug die 34-Jährige dem Baby mehrmals ins Gesicht. Daraufhin schritt der Zeuge ein und verhinderte so, dass der Säugling weitere Schläge abbekam.

In Wales nahm eine Mutter ihr Baby zum Feiern mit. Kurze Zeit später war es tot.

Frau schleudert Bierflasche in Kinderwagen

Die Mutter lief daraufhin mit dem Kinderwagen los. Das Baby schrie weiter. Dadurch wurde ein weiterer Zeuge auf die Frau aufmerksam. Die Mutter schrie den Säugling immer noch an. Der Mann wollte die Frau beruhigen, hatte aber keinen Erfolg. Dann wurde die Frau wieder gewalttätig.

Die 34-Jährige nahm eine Bierflasche und schleuderte sie mit voller Wucht in den Kinderwagen. Dabei traf sie den Säugling, der dann noch lauter schrie. Die Flasche nahm sie wieder aus dem Kinderwagen, zerschlug sie an einer Hauswand und flüchtete. Der Zeuge nahm die Verfolgung auf.

Mutter flüchtet und wirft Kinderwagen um

Während der Flucht warf sie den Kinderwagen um, der sich daraufhin überschlug. Das Kind fiel heraus. Zeugen, die die Mutter verfolgt hatten, hoben den Säugling vom Boden auf und konnten ihn so vor seiner Mutter retten.

Die Frau kümmerte sich nicht um ihr Kind, sie flüchtete weiter und kletterte auf einer Fußgängerbrücke der Südwesttangente über das Geländer. Mehreren Passanten gelang es, sie zu ergreifen und festzuhalten. Sie leistete heftige Gegenwehr. Polizisten mussten ihr schließlich Handfesseln anlegen.

Baby muss ins Krankenhaus

Ein Notarzt kümmerte sich um den Säugling. Der Mediziner stellte Verletzungen fest, die vorsorglich im Krankenhaus behandelt wurden. Lebensgefahr bestand nicht.

Bei der Polizei randalierte die 34-Jährige weiter und pinkelte unter anderem in die Eingangspforte. Sie weigerte sich, selbst zu gehen. Deshalb wurde sie mit einem Rollstuhl in eine Zelle gefahren und im Anschluss bewacht. Ein Alkoholtest ergab wenig später einen Wert von mehr als 1,3 Promille. Die Polizei vermutet außerdem, dass die Mutter unter Drogen stand. Darauf deute ihr Verhalten hin, berichtet die Polizei. Eine Ermittlungsrichterin ordnete deshalb die Blutentnahme an.

Arzt: keine schweren Verletzungen

Während die Frau auf Grund ihres Auftretens und offensichtlich geistig verwirrten Zustandes in eine Fachklinik eingewiesen werden musste, liegt ihr Säugling noch im Krankenhaus und wird behandelt.

Laut eines Arztes trug er glücklicherweise keine schwereren Verletzungen davon. Das Jugendamt Nürnberg übernimmt die weitere Betreuung.

Das Fachkommissariat der Kripo Nürnberg hat die Ermittlungen, unter anderem wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung, übernommen.

 

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