Nürnberg
Tötung

Nürnberg: Mann (22) tötet und vergewaltigt Frau in Tiefgarage - Staatsanwaltschaft hält ihn für gemeingefährlich

Im November letzten Jahres fand die Polizei auf der A73 bei Bamberg die Leiche einer Frau im Kofferraum eines Mannes. Nun begann der Prozess gegen einen 22-jährigen Mann, der die Frau in einer Tiefgarage in Nürnberg nicht nur getötet, sondern auch vergewaltigt haben soll.
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Seit Donnerstag (5. Dezember 2019) steht ein 22-jähriger Mann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Er wird angeklagt, im November letzten Jahres eine Frau nachts in einer Tiefgarage vergewaltigt und getötet zu haben.

November 2018: Frau in Tiefgarage vergewaltigt und getötet

Laut Staatsanwaltschaft soll er im November 2018 eine 57-jährige Frau im Treppenhaus der Tiefgarage eines Nürnberger Wohnhauses überfallen, sich an ihr vergangen und sie mit einer übergestülpten Plastiktüte erdrosselt und sie zusätzlich erstochen haben.

A73 bei Bamberg: Polizei entdeckt Leiche in Kofferraum

Im Auto seines Opfers war er in derselben Nacht auf der A73 bei Bamberg von einer Polizeistreife gestoppt worden, weil er in Schlangenlinien unterwegs war. Im Kofferraum entdeckten die Beamten dann die Leiche der Frau.

Tatverdächtiger womöglich schuldunfähig

Weil sich in einem Gutachten Zweifel an der Schuldfähigkeit des Mannes ergaben, wurde der ursprüngliche Haftbefehl gegen ihn aufgehoben und stattdessen seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Prozessauftakt in Nürnberg: Tatverdächtiger schweigt

Im Prozess um die Kofferraumleiche hat der Beschuldigte am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth die Aussage verweigert. Vor Gericht schilderten die Polizisten, die seinerzeit die Tote im Auto entdeckten, wie sich der Beschuldigte widerstandslos festnehmen ließ. Er habe dabei apathisch gewirkt. Allerdings habe er später auf der Dienststelle für sich einen bestimmten Rechtsanwalt angefordert. Sein Mandant werde sich zu der Tat nicht äußern, erklärte der Verteidiger am ersten Verhandlungstag.

Weil der Mann nach Ansicht der Staatsanwaltschaft unter einer schizophrenen Psychose leidet, sei er zur Tatzeit "nicht ausschließbar schuldunfähig" gewesen. Daher gibt es in dem Verfahren keine Anklage, sondern einen Antrag in einem Sicherungsverfahren.

Tochter des Opfers will Aufklärung

Der Anwalt der 30-jährigen Tochter des Opfers sagte, es sei schwer für seine Mandantin, dem mutmaßlichen Totschläger ihrer Mutter gegenüberzusitzen. Sie erhoffe sich vom Gericht aber, dass der Ablauf der Taten aufgeklärt und die Frage beantwortet wird, ob es sich nicht um Mord handelt, um die vorangegangene Vergewaltigung zu verdecken.

Staatsanwaltschaft hält Beschuldigten für gemeingefährlich

Die Staatsanwaltschaft hält den Beschuldigten für gefährlich für die Allgemeinheit. Vom ihm seien weiter erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten. Der 22-Jährige war bereits wegen Drogendelikten, Diebstahls und Körperverletzung polizeibekannt. In Blutproben unmittelbar nach der Tat zeigten sich bei ihm weniger als 0,1 Promille Alkohol und keine Rückstände von Drogen oder Medikamenten.

Für das Verfahren sind mehrere Verhandlungstage bis 13. Januar angesetzt.

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