Nürnberg
Vor Gericht

Nürnberg: Heilpraktiker soll fragwürdige Medizin vertrieben haben - und dabei Millionen Euro verdient haben

Ein Heilpraktiker steht seit Mittwoch vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Dem 63-Jährigen wird vorgeworfen, nicht zugelassene Arzneimittel (unter anderem gegen Krebs) in Umlauf gebracht zu haben. Dabei soll der Mann Millionen Euro verdient haben.
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Die nicht zugelassene Medizin war unter anderem für Menschen mit Krebs im Endstadium gedacht. Symbolfoto: jarmoluk/pixabay.com
Die nicht zugelassene Medizin war unter anderem für Menschen mit Krebs im Endstadium gedacht. Symbolfoto: jarmoluk/pixabay.com

Heilpraktiker vor Landgericht Nürnberg-Fürth: Seit Mittwoch muss sich ein 63-jähriger Geschäftsmann wegen des Inverkehrbringens von nicht zugelassenen Arzneimitteln verantworten.

Vorwurf: Medizin nicht für Menschen zugelassen

Der Heilpraktiker soll von 2015 bis 2018 unter anderem das Mittel "Rerum", das Menschen mit Krebs im Endstadium helfen soll, an Therapeuten und Alternativmediziner verkauft haben.

Bei einer Firma soll der Mann laut Anklage "nicht für die Anwendung an Mensch oder Tier bestimmte" Testchargen des Stoffes bestellt und pro Glasfläschchen sieben Euro bezahlt haben, an Patienten diese dann aber für 302 Euro verkauft haben.

Verteidigerin: In Packungsbeilage stehe "keine nachgewiesene" Funktion

Durch den Verkauf der Arzneien soll er knapp drei Millionen Euro eingenommen haben, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eingezogen werden sollen.

Die Verteidigerin argumentierte am Mittwoch, die Mittel seien nicht als Medikamente, sondern als Nahrungsergänzungsmittel einzustufen. Für diese liege eine Verkehrsfähigkeitsbescheinigung vor. Außerdem beschreibe die Packungsbeilage lediglich eine "beworbene, aber keine nachgewiesene" Funktion der Mittel.

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