Nürnberg

Nürnberg: Grundstücksmarktbericht: Preisanstieg verlangsamt sich

Grundstücksmarktbericht: Preisanstieg verlangsamt sich Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr.
Artikel drucken Artikel einbetten

Grundstücksmarktbericht: Preisanstieg verlangsamt sich

Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas hat am heutigen Dienstag, 26. März 2019, zusammen mit dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses für Grundstückswerte für Nürnberg, Frank Seidler, den Nürnberger Grundstücksmarktbericht 2018 und die neue Bodenrichtwertkarte vorgestellt.

Dr. Fraas fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen: ?Auch im Jahr 2018 sind die Immobilienpreise in Nürnberg in allen Teilmärkten deutlich gestiegen. Bei den Wohnimmobilien hat sich der Anstieg im Vergleich zum Jahr 2017 aber verlangsamt. Wir hoffen, dass die zahlreichen laufenden Wohnbauprojekte und die Entwicklung neuer Baugebiete weiter preisdämpfend wirken.?

Im Jahr 2018 hat der Gutachterausschuss insgesamt 4 890 Notarurkunden (4 Prozent weniger als im Vorjahr) über Verkäufe von Grundstücken, Häusern und Wohnungen ausgewertet. Im Rahmen dieser ausgewerteten Vorgänge wurden im Nürnberger Stadtgebiet rund 2,4 Milliarden Euro umgesetzt. Damit lag der Geldumsatz um rund 24 Prozent höher als im Vorjahr und stieg auf den zweithöchsten Wert in den letzten 30 Jahren für Nürnberg. Nur im Jahr 2016 war der Wert geringfügig höher.

Der Gutachterausschuss erhält von den Notaren Abschriften sämtlicher Notarurkunden über Immobilienverkäufe in Nürnberg und wertet diese anonymisiert aus. Zur Erstellung der im zweijährigen Turnus erscheinenden Bodenrichtwertkarte hat er das Stadtgebiet in einzelne Bodenrichtwertzonen eingeteilt und für 1 257 dieser Zonen jeweils einen Bodenrichtwert aus den getätigten Grundstückskäufen ermittelt.

Ergänzend hierzu erscheint jährlich der Grundstücksmarktbericht mit weiteren wertrelevanten Daten des Nürnberger Immobilienmarkts. ?Damit beruhen die Zahlen auf tatsächlichen Kauffällen. Der Grundstücksmarktbericht schlüsselt dabei die aktuellen Preisentwicklungen für die verschiedenen Teilmärkte übersichtlich auf?, betont Frank Seidler, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte.

Bei den unbebauten Grundstücken konnte der Gutachterausschuss folgende Preisentwicklung für das Jahr 2018 feststellen:

  • Für Grundstücke zur Neubebauung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern stiegen die Preise um sieben Prozent und damit deutlich schwächer als im Vorjahr (damals 14 Prozent). Die Bodenrichtwerte liegen hier in einer Spanne von 180 Euro/Quadratmeter bis 1 300 Euro/Quadratmeter.
  • Die Baulandpreise für mehrgeschossige Wohnbebauung stiegen um 21 Prozent an. Auch hier lag der Anstieg deutlich niedriger als im Vorjahr (damals 38 Prozent). Die Bodenrichtwerte bewegen sich zwischen 710 Euro/Quadratmeter und 3 400 Euro/Quadratmeter.
  • Bei Grundstücken für gewerbliche Bebauung kam es zu einem Anstieg der Kaufpreise von 15 Prozent, nachdem in den Jahren zuvor regelmäßig nur geringere Steigerungen festgestellt wurden. In diesem Marktsegment reicht die Bodenrichtwert-Spanne von 46 Euro/ Quadratmeter bis 350 Euro/ Quadratmeter.

Bei den bebauten Grundstücken ermittelte der Gutachterausschuss folgende Preisentwicklung für das Jahr 2018:

  • Bei den freistehenden Häusern betrug die ermittelte Preissteigerung fünf Prozent (nach 15 Prozent im Vorjahr). Die Preise für Bestandsobjekte streuen wegen der größeren Individualität der Eigenheime sehr stark. Die Höhe der Kaufpreise bewegte sich in der Regel zwischen 350 000 Euro und 1 200 000 Euro. Kleinere oder schlechter gelegene Häuser waren aber auch günstiger zu haben.
  • Die Preissteigerung bei den verkauften Doppel- und Reihenhäusern betrug neun Prozent. Beim Verkauf von neuen Reihenhäusern oder Doppelhaushälften wurden je nach Lage, Größe und Ausstattung Preise überwiegend zwischen 490 000 und 750 000 Euro und für gebrauchte Objekte schwerpunktmäßig zwischen 290 000 und 600 000 Euro bezahlt.
  • Mehrfamilienhäuser werden fast nur im gebrauchten Zustand veräußert. Im langjährigen Vergleich legten in diesem Marktsegment die Preise am deutlichsten zu. Zuletzt aber ?nur noch? einstellig um sieben Prozent (nach 14 Prozent im Vorjahr) auf etwa 600 000 Euro bis 2 000 000 Euro.
  • Der Markt für Eigentumswohnungen ist nach Anzahl der ausgewerteten Kaufurkunden der größte Teilmarkt in Nürnberg. Unabhängig vom Baujahr stiegen die Preise für Eigentumswohnungen (Neubau beziehungsweise im Bestand) im letzten Jahr um sieben bis neun Prozent (nach zehn bis elf Prozent im Vorjahr).

Die Preise für neu errichtete Eigentumswohnungen lagen je nach Lage und Objekteigenschaften zwischen etwa 3 900 und 5 700 Euro/Quadratmeter Wohnfläche. Für große, etwa 20 Jahre alte Wohnungen, wurden um 3.300 Euro/Quadratmeter bezahlt. Für ältere, etwa 50 bis 60 Jahre alte Wohnungen, lagen die mittleren Preise zwischen 2 000 und 3 000 Euro/Quadratmeter. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor lagen sogar die Preise für Neubauwohnungen mit circa 1 800 bis 2 700 Euro/Quadratmeter darunter. Weniger als 2 000 Euro/Quadratmeter wurden im letzten Jahr nur noch bei etwa 20 Prozent der Bestandswohnungen erzielt. Dabei handelte es sich überwiegend um Wohnungen, die älter als 80 Jahre sind oder die sich in weniger gefragten Lagen beziehungsweise in einem ungepflegten Zustand befinden.

Der Grundstücksmarktbericht 2018 kann ab sofort im Dienstleistungszentrum BAU, Lorenzer Straße 30, Telefon 09 11 / 2 31-73 00, kostenlos eingesehen oder für 60 Euro gekauft werden. Erstmals ist er nicht nur als Druck, sondern auch digital (als PDF) erhältlich und kann online bestellt und bezahlt werden unter www.gutachterausschuss.nuernberg.de. let


Dieser Inhalt wurde erstellt von Stadt Nürnberg
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren