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Nürnberg
Rechter Hass

Fränkischer Friseur erhält rechtsextremen Hassbrief - zum wiederholten Mal

Der Nürnberger Friseur Marcel Schneider erhält erneut Post mit beschämendem Inhalt. Der Hassbrief enthält diesmal rechtsextremes Gedankengut. Er hat Anzeige bei der Polizei erstattet.
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Diesen Hassbrief mit rechtsextremem Inhalt erhielt der Opernball-Friseur Marcel Schneider aus Nürnberg. Foto: Privat

Nürnberger Opernball-Friseur bedroht: Der Friseur Marcel Schneider, der in Nürnberg-Altenfurt den Friseursalon "by Marcel" betreibt, hat zum wiederholten Mal einen Hassbrief erhalten. 

Der Unternehmer wollte am Dienstag (07. April 2020) nach seiner Post schauen und die Blumen gießen, da auch er seinen Friseurladen wegen der Corona-Pandemie schließen musste und deshalb nicht ständig im Salon ist. Da er am Mittwoch (08. April 2020) seinen Geburtstag feiert, ging er von lieben Glückwunschbriefen aus. Was er jedoch im Briefkasten fand, war alles andere als das, was er erwartet hatte.

"Heil Hitler komm bald wir brauchen dich!!!"

Er fand einen rechten Hassbrief. Der Brief ist auf einem sehr schlechten sprachlichen Niveau und mit vielen Fehlern gespickt. Darin steht unter anderem, dass Hitler wiederkommen solle. Dieser werde gebraucht. Außerdem seien laut dem Autor alle Menschen, die ein Dienstleistungsgeschäft betreiben, Schmarotzer. So steht in dem Brief: "Für solche Schmarotzer und Abzocker wie Geldverschwender Söder und Scholz, Altmeier muss es wieder einen Hitler geben der aufräumt."

Als er den Brief gelesen hatte, fühlte sich Marcel Schneider einerseits beschämt und traurig, andererseits auch entsetzt und erschüttert. Er könne nicht verstehen, aus welchem Grund jemand so etwas schreibt. Es mache ihn sehr "nachdenklich und sprachlos" zugleich. 

Der Inhaber des Friseursalons erstattete anschließend Strafanzeige. Wegen der aktuellen Corona-Krise musste er das Ganze online erledigen. Gleich darauf meldete sich die Polizei telefonisch bei ihm. Er sollte den Hassbrief zur Kriminalpolizei Schwabach schicken, die sich nun um die Drohung kümmert. Auch die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet, so Schneider. 

"Pass auf Du schwule Dreckssau!"

In seiner Vergangenheit hat der 51-Jährige schon öfter Droh- und Hassbriefe, sowie E-Mails erhalten. In einer dieser Drohung stand wortwörtlich: "Pass auf Du schwule Dreckssau!" In dieser Nachricht wurde er persönlich angegriffen und fühlte sich deshalb auch persönlich bedroht. Das sei bei dem jetzigen Hassbrief anders, der richtet sich eher an alle "Schmarotzer", die gerade Geld vom Staat bekommen, weil sie sonst in der aktuellen Situation nicht überleben würden. 

Warum ausgerechnet er immer wieder in diesen Kreis von rechtem Hass gerät, kann er nur vermuten. Wahrscheinlich sei er ein "Feindbild" für Menschen mit rechter Gesinnung. Er steht offen zu seiner Homosexualität, ist politisch eher links ausgerichtet, ist Mitglied in der SPD. Er engagiert sich für Menschen mit Behinderung und ist in der Öffentlichkeit sehr aktiv. Zudem ist er auch erfolgreicher Opernball-Friseur. Vielleicht ist der Autor des Hassbriefs auch neidisch auf ihn.