Nürnberg
Kriminalität

Nürnberg: Frau mit "Zetteltrick" ausgeraubt - so funktioniert die dreiste Masche

Diebe haben in Nürnberg eine Seniorin mit Hilfe des "Zetteltricks" ausgeraubt. Die Polizei erklärt, wie der dreiste Trick funktioniert und wie Sie sich schützen können. Zudem werden Zeugen zum aktuellen Fall gesucht, bei dem eine 86-jährige Seniorin zum Opfer der Kriminellen wurde.
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"Zetteltrick" nennt sich die dreiste Masche der Diebe. Und so funktioniert sie. Symbolfoto: Christopher Schulz
"Zetteltrick" nennt sich die dreiste Masche der Diebe. Und so funktioniert sie. Symbolfoto: Christopher Schulz

Am Nachmittag des 16.08.2018 wurde eine 86-jährige Seniorin in der Nürnberger Weststadt Opfer zweier Trickdiebe, die den "Zetteltrick" anwendeten. Dies teilt die Polizei in ihrem Pressebericht mit und bittet um Zeugenbeobachtungen. Zudem geben die Beamten wertvolle Verhaltenstipps beim Auftreten derartiger Ganoven.

Nürnberg: So gehen die Zetteltrick-Betrüger vor

Im Zeitraum zwischen 14:15 Uhr und 14:30 Uhr klingelte eine bisher unbekannte Frau an der Wohnungstür der Seniorin in der Kollwitzstraße. Sie wolle bei der Nachbarin etwas an die Tür hängen, habe aber keinen Beutel dazu. Durch weiteres geschicktes Auftreten gelang es der Frau, in die Wohnung der alten Dame zu kommen. Dort bat sie die Seniorin, einen entsprechenden Hinweiszettel für die Nachbarin zu schreiben. Die 86-Jährige ließ sich darauf ein.

Während des Vorgangs durchsuchte ein zweiter Täter, der womöglich durch die offen gelassene Wohnungstür kam, die Räume und stahl letztlich einen Geldbetrag in Höhe von mehreren hundert Euro. Kurze Zeit danach verschwand die unbekannte Frau.

Täterbeschreibung der Polizei Nürnberg:

Circa 30 Jahre alt, ca. 165 cm groß, kräftige Figur. Bekleidet mit einer Jeans und einem Kurzarmoberteil. Die Frau sprach hochdeutsch.

Die Polizei bittet um Hinweise an den Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911/2112-3333.

Schritt 1: Trickdiebe wollen zunächst eingelassen werden

Vor allem in großstädtischen Ballungsräumen werden meist ältere Mitbürger in ihren Wohnungen betrogen oder bestohlen. Erstes Ziel aller Trickdiebe ist es, eingelassen zu werden, damit sie mit ihrem Opfer allein sind. So brauchen sie keine Zeugen und keine Hilfe für das Opfer zu fürchten.

Schritt 2: Die Diebe täuschen eine Notlage oder Ähnliches vor

Die Vortäuschung einer Notlage mit dem Appell an die Hilfsbereitschaft, Vortäuschung einer amtlichen Eigenschaft oder Befugnis, die Wohnung betreten zu dürfen oder das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer oder zu den Nachbarn - das sind im Grunde genommen die drei gängigen Vorwände, die schauspielerisch begabte Gauner in ständig neuen Varianten verwenden.

Verhaltenstipps der Polizei Nürnberg:

  • Lassen Sie niemals fremde Personen in Ihre Wohnung!
  • Bei angeblicher Notlage an der Tür: Woher sollte der Nachbar die Besucher wirklich kennen?
  • Keinesfalls einen gewünschten Zettel in der eigenen Wohnung in Anwesenheit des Diebes ausfüllen. Sobald Sie mit den Gaunern in Ihren Räumen sind, haben Sie verloren!
  • Ziehen Sie, wenn möglich, immer eine Person Ihres Vertrauens hinzu!
  • Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren vorherige Ankündigung
    und Auftrag entgegen.

    Schauen Sie bei Besuchern zunächst durch den Türspion oder
    verwenden Sie die Sprechanlage.

    Gegen penetrante oder gar zudringliche Besucher notfalls auch energisch vorgehen. Scheuen Sie sich dabei nicht, auch um Hilfe zu rufen!
  • Verständigten Sie im Zweifelsfall umgehend den Polizeinotruf 110.

Sollten Sie trotz aller Vorsicht Opfer dieser perfiden Vorgehensweisen geworden sein, verständigen Sie umgehend die Polizei und erstatten Sie Anzeige. So ist es möglich, Fahndungen schon kurz nach dem Vorfall einzuleiten und damit die Chancen auf die Festnahme der Täter zu erhöhen.



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