Nürnberg

Nürnberg: Beamte nach möglichem Schuss aus Wohnung attackiert - Silvester-Bilanz der Polizei Mittelfranken

Auch dieses Jahr waren die polizeilichen Dienstkräfte der mittelfränkischen Polizei in der Silvesternacht einer hohen Einsatzbelastung ausgesetzt. Mit knapp 400 Einsätzen in ganz Mittelfranken wurden jedoch deutlich weniger Einsätze verzeichnet als im Vorjahr.
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Ein möglicher Schuss aus einer Schreckschusswaffe hat in der Silvesternacht in Nürnberg zu einem Angriff auf Polizisten geführt. Symbolfoto: Foto: pixabay/5191107
Ein möglicher Schuss aus einer Schreckschusswaffe hat in der Silvesternacht in Nürnberg zu einem Angriff auf Polizisten geführt. Symbolfoto: Foto: pixabay/5191107

Bilanz des Polizeipräsidiums Mittelfranken: Im Zeitraum vom 31. Dezember 2019, 19 Uhr, bis 1. Januar 2020, 7 Uhr, dokumentierte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken insgesamt 394 Einsätze. Im Vorjahr waren es noch 471 Einsätze gewesen. Dies teilt die Polizei Mittelfranken am Neujahrstag mit.

Diesmal rückten die Beamten in 28 Fällen zu Ruhestörungen aus, verzeichneten 18 Sachbeschädigungen und wurden zu 32 Körperverletzungsdelikten gerufen.

Nürnberg: Notruf wegen Schuss eskaliert

Gegen 00:40 Uhr teilte ein Mann in Nürnberg mit, dass er im Bereich der Kernstraße möglicherweise mit einer Schreckschusswaffe aus einer Wohnung beschossen worden sei. Die verständigten Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Nürnberg-West wurden bei der Anzeigenaufnahme vor Ort zunehmend durch Unbeteiligte gestört, sodass weitere Streifen hinzuzogen werden mussten.

Die Gruppe der Unbeteiligten bestand aus 20 bis 50 Personen, welche augenscheinlich dem linken Spektrum zuzuordnen waren. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen gingen mehrere Personen aus dieser Gruppe, die zum Teil schon abfahrenden Einsatzkräfte an, was jedoch unterbunden wurde. Diesbezüglich wurden entsprechende polizeiliche Ermittlungen eingeleitet. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Polizeiinspektion Nürnberg-West ermittelt nun wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung gegen den Tatverdächtigen im Zusammenhang mit der möglichen Schussabgabe.

Rund um die Kaiserburg friedlich gefeiert

Im Bereich der Nürnberger Innenstadt wurde durch die Einsatzleitung der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte ein hohes Besucheraufkommen verzeichnet. Rund um die Nürnberger Kaiserburg feierten circa 5500 Personen friedlich und unter Einhaltung des Verbots des Abschießens pyrotechnischer Gegenstände. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass sich die Maßnahmen des Sicherheitskonzeptes auch dieses Jahr wieder bewährt haben. Die Akzeptanz der Besucher bezüglich der Zugangskontrollen durch Polizei und Sicherheitsdienst war durch die frühzeitige Kommunikation durchwegs gegeben, sodass die Maßnahmen von den Feiernden überwiegend positiv empfunden wurden.

Auch auf dem Hauptmarkt fanden sich mehrere Hundert Personen zum Jahresausklang ein. Hier kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Im Bereich der Lorenzkirche mussten Einsatzkräfte immer wieder das Zünden von Pyrotechnik unterbinden.

Im Zusammenhang mit dem an verschiedenen Örtlichkeiten durchgeführten "Silvestival" wurden keine relevanten Störungen gemeldet. Auch hier bewährte sich das, im Vorfeld ausgearbeitete, Sicherheitskonzept.

Hoher Schaden durch Brände

Ein schadensträchtiger Brand eines Mehrfamilienhauses ereignete sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Heilsbronn. Gegen 01:00 Uhr wurde der Einsatzzentrale ein Brand in einer Dachgeschoßwohnung in der Ritter-von-Hellberg-Straße in Windsbach (Lkrs. Ansbach) gemeldet. Beim Eintreffen der alarmierten Feuerwehren stand die Dachgeschoßwohnung bereits in Vollbrand. Die 40 Bewohner des Hauses konnten überwiegend unverletzt das Anwesen selbst verlassen. Zwei Bewohnerinnen des Hauses im Alter von 78 und 55 Jahren wurden mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der durch den Brand entstandene Sachschaden wird auf mindestens 500.000 Euro geschätzt. Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar. Für die Bewohner des Hauses richtete die Gemeinde eine Notunterkunft in einer Sporthalle ein. Das zuständige Fachkommissariat der Ansbacher Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Ursache der Brandentstehung aufgenommen.

Den Brand eines Kellerabteils gegen 00:45 Uhr in der Erlanger Schubertstraße konnte die zufällig in der Nähe befindliche Feuerwehr rasch löschen und somit Schlimmeres verhindern. Nach bisherigem Ermittlungsstand zündete ein Mann eine Rakete. Beim Abschuss der Rakete, fiel die am Boden stehende Glasflasche um. Die Rakete durchschlug daraufhin ein Kellerfenster eines Mehrfamilienhauses und setzte ein Kellerabteil in Brand. Der Schaden wird auf circa 10.000 Euro geschätzt.

Ein weiterer Brand ereignete sich gegen 01:00 Uhr in Vestenbergsgreuth (Lkrs.

Erlangen-Höchstadt). Aus noch nicht geklärter Ursache geriet die Rückseite einer Garage eines Einfamilienhauses in Brand. Beim Versuch den Brand vor dem Eintreffen der Feuerwehr selbst zu löschen erlitten der 51-jährige Hausbesitzer und seine 20-jährige Tochter eine Rauchgasvergiftung und mussten in einem Krankenhaus medizinisch versorgt werden. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen und das Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindern. Der Sachschaden wird auf circa 20.000 Euro geschätzt. Die Erlanger Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Zudem ereigneten sich 13 Verkehrsunfälle in Mittelfranken, bei welchen sechs Personen leicht verletzt und eine weitere Person in einem Krankenhaus stationär behandelt werden musste.

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