Nürnberg
Verheerender Brand

Brandkatastrophe in Nürnberg: Überlebende finden neues Zuhause

Bei einer Brandkatastrophe in Nürnberg starben Anfang März 2019 ein Säugling, drei Kinder (vier, fünf und sieben Jahre) und die 34-jährige Mutter. Die Überlebenden haben inzwischen ein neues Zuhause gefunden. Währenddessen läuft die Suche nach der Brandursache auf Hochtouren.
Artikel drucken Artikel einbetten

Fünf Todesopfer bei Brandkatastrophe in der Industriestraße in Nürnberg: Bei einem Feuer in einem Einfamilienhaus in Sandreuth sind in der Nacht zum Samstag (02.03.2019) mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei hat inzwischen bestätigt, dass es sich bei den Toten um eine Mutter (34) und ihre vier Kinder (ein Säugling und Kinder im Alter von vier, fünf und sieben Jahren) handelt.

Update 02.05.2019: Brand-Überlebende finden neues Zuhause

Überlebende finden neue Wohnung: Rund zwei Monate nach dem verheerenden Brand im mittelfränkischen Nürnberg haben die Überlebenden ein neues Zuhause gefunden. Im Stadtteil Sandreuth waren damals eine Mutter und vier ihrer Kinder ums Leben gekommen. Wie die Deutsche-Presse-Agentur nun berichtet, haben die Großeltern und deren überlebende Tochter mittlerweile eine neue Wohnung gefunden, so Christine Schüßler, Leiterin des örtlichen Bürgermeisteramtes. Der Vater wohne indes mit seinem achtjährigen Sohn bei seinem Bruder. Der Sozialpädagogische Fachdienst betreue die gesamte Familie.

Brand in Nürnberg-Sandreuth: Brandursache weiter unklar

"Es konnte noch keine fassbare Brandursache ermittelt werden" gab das Polizeipräsidium Mittelfranken bekannt. Weiterhin ist ebenfalls unklar, ob im Haus Rauchmelder installiert waren. Polizeiangaben zu folge, gebe es auch keine Anzeichen für Brandstiftung. Das Landeskriminalamt (LKA) hat einen Brandexperten beauftragt, zu klären, wie das Feuer ausbrechen konnte.

Update 07.03.2019: Ermittler finden Rauchmelder

Nach dem verheerenden Brand in Nürnberg, bei dem eine Mutter und vier Kinder starben, haben Brandermittler mehrere Rauchmelder in dem Wohnhaus entdeckt. Es werde nun geprüft, ob die Geräte funktionstüchtig waren, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Rauchmelder seien allerdings von den Flammen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Daher sei derzeit noch offen, ob die Ermittler überhaupt zu einem Ergebnis kämen.

Die Ursache für das Feuer ist weiterhin unklar. Am Donnerstag wollten Brandermittler und Beamte des Landeskriminalamts erneut das Wohnhaus untersuchen. Es sollte auch ein 3D-Scan gemacht werden. Dabei entsteht ein dreidimensionales Abbild des Wohnhauses. Die Ermittler können dadurch den Brandort virtuell am Computer jederzeit erneut begutachten.

Update 07.03.2019: Ermittlungskommission eingesetzt

Nach dem verheerenden Brand in Nürnberg mit fünf Toten soll eine Ermittlungskommission der Polizei die Ursache des Feuers erforschen. Die Kommission "Sandreuth" umfasse zehn Beamte des Fachkommissariats und Brandsachverständige des Landeskriminalamts, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Alexandra Federl, am Montag. Hinweise auf Brandstiftung hätten sich nach vorläufigem Ermittlungsstand nicht ergeben. Die Obduktionsergebnisse würden für Dienstag erwartet, sagte die Sprecherin.

Bei dem Brand starben in der Nacht zu Samstag eine 34-Jährige Mutter, ein Säugling und ihre drei weiteren Kinder im Alter von vier, fünf und sieben Jahren. Die beiden Großeltern, ein achtjähriger Bub und eine Verwandte der Familie überlebten die Katastrophe und kamen in Krankenhäuser. Sie konnten sich selbst aus dem brennenden Haus in dem Nürnberger Industriegebiet Sandreuth retten. Bis auf den Jungen konnten diese nach Polizeiangaben das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Gegenstand der Brandermittlungen sei auch die Frage, ob in dem Haus Rauchwarnmelder installiert waren, sagte Polizeisprecherin Federl. Seit 2018 besteht in Bayern für Wohnungs- und Hauseigentümer die Pflicht, Schlafräume sowie Flure und Korridore, die als Fluchtwege dienen, mit den Geräten auszustatten. Bisher sei es sehr schwierig, in dem von den Flammen zerstörten Gebäude Hinweise zu finden - vieles sei bei Temperaturen von mehr als 1000 Grad bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, hatte ein Polizeisprecher am Wochenende gesagt.

Update 05.03.2019, 13 Uhr: Obduktionsergebnisse stehen fest

Die Ergebnisse der Obduktion aller Todesopfer der Nürnberger Brandkatastrophe stehen fest. Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilte, starben die Mutter und ihre vier Kinder an Rauchgasvergiftungen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hatte die Obduktionen angeordnet.

Update 04.03.2019, 16.30 Uhr: Stadt Nürnberg hatte Anwesen gemietet

Die Stadt Nürnberg kümmert sich um die Hinterbliebenen der Brandkatastrophe in Nürnberg. Das schreibt das Presse- und Informationsamt am Montagnachmittag in einer Mitteilung. Am Samstagmorgen sind drei Kinder und ihre Mutter bei einem Brand in einem Wohnhaus ums Leben gekommen.

Für die fünf Hinterbliebenen "versucht die Stadt Nürnberg schnellstmöglich eine geeignete Unterkunft zu finden und steht der Familie auch bei den Trauerangelegenheiten bei." Das Anwesen, dass einem Raub der Flammen wurde, sei in Privatbesitz. "Die Stadt hat das Gebäude gemietet und nutzt es als Obdachlosenunterkunft." Das es sich um ein privates Wohnhaus handele, lag nie ein Anlass vor für eine Feuerbeschau durch die Feuerwehr. "Wann immer die Stadt von Unzulänglichkeiten in dem Haus erfuhr, hat sie beim Eigentümer interveniert.", schreibt die Stadt Nürnberg abschließend.

Update 04.03.2019, 12.30 Uhr: Ermittlungen zur Brandursache - Rauchmelder vorhanden?

Nach dem verheerenden Brand in Nürnberg mit fünf Toten soll eine Ermittlungskommission der Polizei die Ursache des Feuers erforschen. Die Kommission "Sandreuth" umfasse zehn Beamte des Fachkommissariats und Brandsachverständige des Landeskriminalamts, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Alexandra Federl, am Montag. Hinweise auf Brandstiftung hätten sich nach vorläufigem Ermittlungsstand nicht ergeben. Die Obduktionsergebnisse würden für Dienstag erwartet, sagte die Sprecherin.

Gegenstand der Brandermittlungen sei auch die Frage, ob in dem Haus Rauchwarnmelder installiert waren, sagte Polizeisprecherin Federl. Seit 2018 besteht in Bayern für Wohnungs- und Hauseigentümer die Pflicht, Schlafräume sowie Flure und Korridore, die als Fluchtwege dienen, mit den Geräten auszustatten. Bisher sei es sehr schwierig, in dem von den Flammen zerstörten Gebäude Hinweise zu finden - vieles sei bei Temperaturen von mehr als 1000 Grad bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, hatte ein Polizeisprecher am Wochenende gesagt.

Update: Ermittlungskommission "Sandreuth" eingerichtet

Wie die Polizei Mittelfranken am Montag (4. März 2019) mitteilte, wurde eine Ermittlungskommission eingerichtet. Die EKO "Sandreuth" ermittelt intensiv hinsichtlich der Brandursache am Samstagmorgen (2. März 2019) in Nürnberg.

Fünf Tote bei Feuer in Nürnberg: Schwierige Suche nach der Brandursache

Am Tag nach dem verheerenden Feuer ermittelt die Polizei unter Hochdruck nach der Brandursache. Es ist nach den Angaben schwierig, in dem von den Flammen zerstörten Gebäude Hinweise zu finden - vieles ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Ermittler des Fachkommissariats wurden von einem Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes unterstützt.

Trauer im Nürnberger Rathaus: Oberbürgermeister Maly äußert sich

Auch im Nürnberger Rathaus herrscht angesichts der tragischen Ereignisse in der Nacht zum Samstag große Trauer. "Wir sind tief betroffen von dem schlimmen Ereignis", sagte Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) in einer am Sonntagvormittag veröffentlichten Stellungnahme. "Der Brand mit seinen tragischen Folgen ist ein schreckliches Unglück. Ich bin unsagbar traurig. Unser ganzes Mitgefühl gehört jetzt den Angehörigen. Eine solche Brandkatastrophe hat es in Nürnberg seit Jahrzehnten nicht gegeben", so Maly weiter.

Horror-Brand in Nürnberg: Fünf Menschen sterben - Säugling und drei Kinder unter den Opfern

Zunächst war von vier Todesopfern die Rede. "Mittlerweile sind fünf Tote zu beklagen", erklärte Polizeisprecherin Alexandra Federl gegenüber inFranken.de. "Ein Säugling starb im Krankenhaus; drei Kinder im Alter von vier, fünf und sieben Jahren starben am Brandort." Auch die 34-jährige Mutter überlebte das Feuer nicht. Vier weitere Menschen kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Bei allen Opfern soll es sich um Mitglieder einer Großfamilie handeln, die in dem Haus in der Industriestraße lebte. Die Verletzten werden betreut , auch Notfallseelsorger bemühten sich um die Menschen, sagte ein Polizeisprecher. In dem Haus habe die Großfamilie mit mehreren Generationen gelebt.

Opfer sollen am Montag obduziert werden

Am Montag sollen die Opfer obduziert werden. Damit solle auch die genaue Todesursache festgestellt werden. Zudem wollen die Ermittler damit die Identität der Opfer zweifelsfrei feststellen.

Tödliches Feuer in Nürnberg - weitere Bilder

Gegen 3.00 Uhr in der Nacht war es nach Angaben der Polizei zu dem Brand in dem Einfamilienhaus in der Industriestraße gekommen. Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, stand das Haus bereits komplett in Flammen. Mehrere Menschen seien aus dem brennenden Haus gerannt. Obwohl die Nürnberger Feuerwehr frühzeitig mit zahlreichen Kräften vor Ort war und sofort umfangreiche Rettungsmaßnahmen einleitete, kam für die Hälfte der Bewohner leider jede Hilfe zu spät.

Die Rettungskräfte bargen mehrere leblose Menschen in dem Haus und versuchten diese zu reanimieren. Für fünf der insgesamt neun Bewohner des Einfamilienhaus kam die Hilfe jedoch zu spät. Laut Polizeiangaben erlagen vier Opfer noch am Brandort ihren Verletzungen. Ein Kind starb wenig später im Krankenhaus. Bei den vier geretteten Menschen bestehe keine Lebensgefahr, sagte die Sprecherin.

Starke Feuerwehrkräfte mussten zunächst das Erdgeschoss und den Treppenraum ablöschen, bevor sie unter Atemschutz ins Obergeschoss vordringen konnten. Dort fanden die Feuerwehrleute die vier Kinder und eine Frau.

Tödlicher Brand in Nürnberg-Sandreuth: Haus ist nach Feuer unbewohnbar, Kripo ermittelt in alle Richtungen

Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Um kurz nach 5.30 Uhr war der Einsatz abgeschlossen.Zwei Einsatzfahrzeuge blieben jedoch zur Brandwache vor Ort. Eine Gefahr für umliegende Anwohner bestand nicht. Auch am Morgen fanden die Feuerwehrleute immer wieder Glutnester, die noch gelöscht werden mussten. Rauchspuren an den Fenstern des weißen Gebäudes mit Giebeldach ließen ahnen, wie hoch die Flammen aus den Fenstern schlugen. Die Straße war weiter abgesperrt.

Nach Angaben von Nachbarn wohnte in dem Einfamilienhaus eine neunköpfige Familie. Bei den Toten handele es sich um eine Mutter mit ihren Kindern. Die Polizei bestätigte dies am Nachmittag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Auch bei vier weiteren Erwachsenen, die bei dem Feuer schwer verletzt wurden, handelt es sich demnach um Angehörige. In dem Haus habe eine Großfamilie mit mehreren Generationen gelebt, sagte der Sprecher.

Eine Überwachungskamera hat den verheerenden Brand aufgenommen. Die Feuerwehr hatte ein Bäckerei-Mitarbeiter gerufen. Die Bäckerei befindet sich gegenüber des Brandhauses.

Gab es Rauchmelder in dem Gebäude?

Die Brandursache ist noch völlig unklar. Auch zur Schadenshöhe können nach derzeitigem Stand keine Angaben gemacht werden. Laut Federl ist das Haus nicht mehr bewohnbar. Die Kripo ermittelt zur Brandursache. "Wir haben derzeit keine Hinweise auf Brandstiftung, ermitteln aber in alle Richtungen", sagte die Polizeisprecherin. Ein Sachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamtes werde in die Ermittlungen miteingebunden. Unklar war auch, wie die Bewohner auf das Feuer aufmerksam wurden. "Ob es im Gebäude Rauchwarnmelder gab, wissen wir nicht", sagte der Sprecher der Feuerwehr.

Im Einsatz waren mit Ablösung insgesamt etwa 60 Einsatzkräfte aller Feuerwachen der Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Werderau, die Sanitätseinsatzleitung mit etwa 60 Einsatzkräften des Rettungsdienstes, umfangreiche Einsatzkräfte der Polizei, der Störungsdienst der Main-Donau-Netzgesellschaft und drei Notfallseelsorger für die Angehörigen. Die Einsatzkräfte werden von Fachkräften der jeweils eigenen Organisation seelsorgerisch begleitet. Die Industriestraße ist bis auf weiteres nach wie vor gesperrt.

Lesen Sie auch: Zwei Verletzte bei Brand in Wohnhaus in Nürnberg

Bei einem Brand in Rheinland-Pfalz waren im Februar ebenfalls fünf Menschen gestorben. Dort kamen drei Männer im Alter zwischen 43 und 54 Jahren sowie zwei 54-jährige Frauen ums Leben. Sie wurden tot in einer Dachgeschosswohnung gefunden. Als Brandursache galten Tabakreste im Abfall. mit dpa

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.