Nürnberg
Polizei

Großeinsatz in Nürnberg: Mann droht mit Sprengstoff und täuscht Mord seiner Freundin vor

Ein Anrufer löste am Montag einen Großeinsatz in Nürnberg aus. Er gab an, seine Freundin umgebracht und in der Wohnung Sprengstoff deponiert zu haben. Seine Drohung stellte sich jedoch als falscher Alarm heraus und der Mann wurde festgenommen.
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In der Nacht kam es in Nürnberg zu einem Großaufgebot an Rettungskräften - Grund war ein Anruf. Foto: News5/Schmelzer
In der Nacht kam es in Nürnberg zu einem Großaufgebot an Rettungskräften - Grund war ein Anruf. Foto: News5/Schmelzer
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Am Montagabend löste ein Anrufer einen Großeinsatz in Nürnberg aus. Folgendes war geschehen:

Update, 11 Uhr: Die während des Einsatzes durchgeführten Ermittlungen führten am frühen Morgen auf die Spur eines 24-jährigen Mannes aus dem Landkreis Nürnberger Land. Beamte der Nürnberger Polizei nahmen ihn inzwischen fest und durchsuchten seine Wohnung. Mittlerweile ergab sich der dringende Tatverdacht, dass der Beschuldigte der bis dahin anonyme Anrufer war.

Die Kriminalpolizei Schwabach hat die abschließende Sachbearbeitung übernommen. Sie leitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie Vortäuschens einer Straftat (Tötungsdelikt) ein.

Die Polizei prüft außerdem, ob dem Beschuldigten die Kosten des Einsatzes auferlegt werden können. Diesbezüglich bleibt der Ausgang des Strafverfahrens abzuwarten.

Meldung vom frühen Dienstagmorgen:

Der zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Anrufer teilte laut Polizeibericht kurz nach 21:30 Uhr mit, er habe seine Freundin in der Kupferstraße in Nürnberg umgebracht. Außerdem sei in der betroffenen Wohnung Sprengstoff deponiert.

Unverzüglich fuhren mehrere Streife der PI Nürnberg-Ost zum Einsatzort - ein Mehrfamilienhaus. Gleichzeitig alarmierte die Einsatzzentrale Kräfte des Unterstützungskommandos und der Spezialeinheiten Nordbayerns.

Vier Personen vorläufig festgenommen

Inzwischen hatten vier Anwesende der Wohnung das Haus verlassen und wurden von der Polizei vorläufig festgenommen. Zwei Personen davon waren Bewohner des Anwesens.

Aufgrund der Mitteilung, dass sich am vermeintlichen Tatort Sprengstoff befinden soll, dies aber nach inzwischen vorliegenden Erkenntnissen nicht zutraf, durchsuchten trotzdem Sprengstoffspezialisten der Nürnberger Polizei sowie ein speziell ausgebildeter Diensthund das Haus und die Wohnung. Es fanden sich weder Explosivmittel noch eine Leiche.

Ein böser Telefonstreich?

Die vorläufig festgenommenen Personen im Alter zwischen 24 und 27 Jahren wurden zur Dienststelle gefahren, um ihre Personalien festzustellen. Im Anschluss daran konnten sie entlassen werden. Nach aktuellem Kenntnisstand ergab sich kein Hinweis gegen sie, den Polizeieinsatz ausgelöst zu haben.

Die Ermittlungen bezüglich des noch unbekannten Anrufers dauern noch an. Derzeit ermittelt die Polizei gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

An dem Einsatz waren rund 50 Beamte der Nürnberger Polizei, der Berufsfeuerwehr Nürnberg und des Rettungsdienstes beteiligt.

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