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Neuhaus an der Pegnitz
Freibier

Fränkische Brauerei will Freibier ausschenken: Amt verhindert Verschenkaktion

Damit das Bier während der Corona-Zeit nicht schlecht wird, wollte die Kommunenbrauerei Hombauer aus Neuhaus Tausende Liter Freibier verschenken. Die Aktion wurde aber vom Ordnungsamt bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Freibier soll es aber dennoch bald geben.
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In der mittelfränkischen Kommunenbrauerei Hombauer stehen mehrere Tausend Liter Bier bereit. Seit Wochen warten sie darauf, ihr Bier ausschenken zu können. Knapp 5000 Liter unfiltriertes und ungespundetes Bier lagern im Keller der Brauerei in Neuhaus an der Pegnitz. Damit das Bier nicht schlecht wird, wollte der Pächter der Brauerei  Freibier ausschenken - im "Drive-Thru-Verfahren". Doch das Landratsamt riet ihm davon ab.

"Geplant war, dass die Gäste vorne in den Hof fahren und eigene Behälter für das Bier mitbringen", erklärt Srivigneswararaj Sapgunarajan, genannt Pauli, sein Vorhaben gegenüber inFranken.de. Unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln hätten der Pächter und seine Helfer die Gefäße mit Bier gefüllt. Die Abnehmer wären daraufhin wieder weggefahren. Doch die Idee wurde nie umgesetzt, denn das Risiko eines gewaltigen Ansturms war letztlich zu groß. 

Gefahr von Menschenansammlungen durch Freibier

Pauli wollte die Aktion nämlich über die Radiosender Bayern 1 und Radio Gong bewerben. Dadurch wurde das Ordnungsamt des Landratsamtes Nürnberger Land darauf aufmerksam. Eine Pressesprecherin erklärt gegenüber inFranken.de: "Die Gefahr, dass es durch Freibier zu Menschenansammlungen kommt, war sehr groß." Da die Aktion beworben werden sollte, hätte das rechtliche Schwierigkeiten für den Veranstalter mit sich bringen können. Der "Drive-Thru" wäre dann nämlich eine organisierte Veranstaltung gewesen, die durch das Infektionsschutzgesetz aktuell noch verboten ist. 

Das Angebot von Freibier wäre nach Ansicht des Landratsamtes so verlockend gewesen, dass der Ansturm gewaltig gewesen wäre. Deshalb warnten sie den Pächter vor möglichen Konsequenzen, wenn er die geltenden Abstandsregelungen nicht einhalten würde. Pauli betont: "Mir ging es nicht ums Geld. Ich wollte einfach nur dafür sorgen, dass ich die 5000 Liter Bier nicht wegschütten muss." Beinahe hätte er den "Drive-Thru" trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten durchgeführt. Allerdings hätten ihn in diesem Fall die hohen Geldstrafen in finanzielle Not gestürzt. Also musste er seine Pläne ändern - das Freibier gibt es jetzt wann anders.

Es sei "wie eine Gehirnwäsche" gewesen, erklärt der Pächter: Die Straße würde verstopft werden. Die Leute würden das Bier einfach ums Eck trinken: Diese und weitere Gründe seien herangezogen worden, um die Regelungen zu rechtfertigen. "Mich ärgert einfach nur, dass die Ämter gar nicht mitgearbeitet haben", moniert Pauli. Er und sein Team hätten sicher eine gute Lösung gefunden, aber die Angst vor Entscheidungen sei aufseiten der Behörden zu groß gewesen. 

Brauerei verspricht: "Klar gibt es Freibier"

Von Montag, den 18. Mai, an dürfen Biergärten in Bayern wieder öffnen. Das freut auch Pauli, der in den vergangenen Tagen seinen Biergarten Corona-einsatzbereit gemacht hat. "Wir haben Platz für knapp 50 Leute. Aber die Auflagen sind gewaltig", erklärt er. Dennoch freut er sich darauf, sein Bier endlich ausschenken zu können. "Natürlich gibt es Freibier für jeden, der fragt", verspricht Pauli. Über eine Spende in der aktuell schwierigen Situation freut er sich trotzdem. 

Eine ähnliche Idee hatte eine unterfränkische Brauerei - die Geschichte geriet jedoch aus dem Ruder.