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Zu wenig Stellplätze für Lkw: Hier sollen in Franken neue Rastanlagen entstehen

Im Transitland Franken gibt es auf den Autobahnen zu wenig Lkw-Stellplätze. Abhilfe sollen neue Rastanlagen und Parkplätze schaffen.
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Quelle: Autobahndirektion Nordbayern
Quelle: Autobahndirektion Nordbayern
Frankens Autobahnen liegen im Schnittpunkt großer europäischen Transitrouten. Dicht an dicht rollt da oft genug der Lkw-Verkehr auf den Autobahnen 3,6,7,9,70,73 und 93. Und der Schwerverkehr nimmt weiter zu. Nach Schätzungen der Autobahndirektion Nordbayern geht man bis zum Jahr 2025 von einem 50-prozentigen Wachstum aus, verglichen mit dem Bezugsjahr 2007.


Zu wenig Lkw-Stellplätze an Autobahnen in Franken

Und das, obwohl bereits jetzt ein ganz erhebliches Defizit an Lkw-Stellplätzen auf den Autobahnen besteht. Derzeit gibt es in Franken 36 bewirtschaftete Autobahnrastanlagen, dazu 81 Parkplätze mit einem WC-Gebäude. Von 2008 bis 2015 konnten nach Mitteilung der Autobahndirektion rund 2200 zusätzliche Lkw-Stellplätze in Franken geschaffen werden. Aber das reicht immer noch nicht. Weil die häufig bereits im Ausland gestarteten Fernfahrer gerade im Fränkischen ihre Fahrt unterbrechen müssen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten. Immer wieder sieht man Lkw, die auf Zu- und Abfahrten oder auf den Strandstreifen parken. Eine gefährliche Praxis hat sich da entwickelt, die auch schon zu einigen schweren Unfällen führte.


Entlang der A70 und A73 sind vier neue Rastanlagen geplant

Deshalb jetzt auch die Neuplanung der Autobahndirektion, die langfristig Abhilfe schaffen soll. So sind entlang der Autobahnen 70 und 73 vier neue Tank- und Rastanlagen geplant. An der A70 soll die Anlage "Haßberge" in Nähe der Ausfahrt Viereth-Trunstadt/Oberhaid entstehen, und die Rastanlage "Rotmaintal" in Nähe der Ausfahrt Kulmbach/Neudrossenfeld. Diese Maßnahmen will man jedoch zunächst zurückstellen, da erst auf den hoch belasteten Strecken der A3, A6, und A9 für Entlastung gesorgt werden muss.


300 neue Lkw-Stellplätze sollen entstehen

Zwei weitere Tank- und Rastanlagen sind im nördlichen sowie südlichen Bereich der A73 vorgesehen. Die Rastanlage "Regnitztal" in unmittelbarer Nähe der Ausfahrt Forchheim und eine weitere mit Namen "Lange Berge" nördlich von Coburg. Im Ergebnis sollen so knapp 300 Lkw-Stellplätze zusätzlich entstehen. Die Kosten sollen je Anlage der Planung zufolge rund 17 Millionen Euro betragen. Damit nicht genug: Gleichzeitig mit dem Neubau der Rastanlagen plant man 38 weitere neue Parkplätze mit WC-Gebäude zu realisieren.


Bereits geschlossene Parkplätze werden wieder geöffnet

Maßnahmen, für die in vielen Fällen aber zunächst einmal ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden muss. Heißt: Ehe die ersten Lkw-Fahrer Stellplätze nutzen können, vergehen noch einige Jahre. Zumal die Planungen der Autobahndirektion nicht bei allen betroffenen Gemeinden auf Gegenliebe stoßen, wie eine Sprecherin der Direktion zu verstehen gibt. Weshalb man sich auch schon für einige Maßnahmen entschieden hat, die kurzfristig Abhilfe schaffen sollen. So werden für die Lkw-Fahrer zeitweise bereits geschlossene kleinere Parkplätze ohne WC wieder geöffnet, die Kapazitäten bestehender Rastanlagen ausgebaut und freie Kapazitäten privater Autohöfe über geeignete Informationen an der Autobahn verstärkt einbezogen. Bereits seit dem Jahr 2015 informiert ein Lkw-Parkleitsystem über die Belegung der Rastanlagen, und mithilfe des Pilotprojekts "Kompaktparken" wurde jetzt an der Anlage Jura-West die Kapazität der Lkw-Plätze von 66 auf 105 erhöht. Durch eine Telematik-Lösung, die eine effizientere Nutzung ermöglicht.
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