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Nach verheerendem Sturm in Nürnberg: Stadionbad kann wieder öffnen

Die Aufräumarbeiten nach dem großen Unwetter in Nürnberg und Umgebung sind nun weitgehend abgeschlossen. Und auch das Stadionbad, das auf Grund des Sturms schließen musste, kann wieder öffnen.
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Nach einem heftigen Sturm im Raum Nürnberg kann nun das Stadionbad wieder öffnen. Foto: NEWS5/Oßwald
Nach einem heftigen Sturm im Raum Nürnberg kann nun das Stadionbad wieder öffnen. Foto: NEWS5/Oßwald

 

  • Nach einem großen Unwetter gab es in der Region Nürnberg erhebliche Sturmschäden: Netto-Markt verliert Dach, Baum fällt auf Mehrfamilienhaus
  • Der SÖR konnte die Aufräumarbeiten in Nürnberg erfolgreich beenden
  • Das Stadionbad blieb vorerst geschlossen, kann nun aber wieder öffnen

 

Update vom 23. August: Stadionbad öffnet wieder

Das Stadionbad in der Hans-Kalb-Straße 42 nimmt ab Samstag, 24. August 2019, um 9 Uhr den Badebetrieb wieder auf. Die Schäden, die das starke Unwetter am vergangenen Sonntag, 18. August 2019, verursacht hat, sind weitgehend behoben. Lediglich folgende Bereiche sind weiterhin gesperrt und können nicht genutzt werden:

 

  • FKK-Wiese
  • Parkplatz beim Eingang zur FKK-Wiese
  • Fahrradparkplatz beim Haupteingang
  • Tischtennisplatte

 

Feuerwehr: "Bild der Verwüstung" nach Unwetter

Nach dem Unwetter am Sonntagabend (18.08.2019) spricht die Feuerwehr von einem "Bild der Verwüstung". Ab 19 Uhr hatte plötzlich Starkregen mit Windböen und Hagel eingesetzt, die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Das Unwetter richtete an vielen Orten in Franken erhebliche Schäden an - hier die Bilanz.

Allein in Stadt Nürnberg: 145 Einsätze der Feuerwehr

Allein im Stadtgebiet Nürnberg wurden zwischen 19 Uhr und 1.20 Uhr 145 Unwettereinsätze gezählt. 45 weitere Einsätze betrafen die Kreise Nürnberger Land und Fürth, sowie die Stadt Fürth. Bis in die tiefe Nacht war die Feuerwehr im Einsatz. Oftmals kamen die Einsatzkräfte nur mit Spezialausrüstung und Drehleitern weiter. In Franken strandete am Sonntagabend ein ICE - 400 Passagiere steckten ohne Strom fest.

Durch die Windböen entstanden erhebliche Schäden, berichtet die Feuerwehr. So stürzten vor allem in den Bereichen Altenfurt, Gartenstadt und Umgebung zahlreiche Äste oder ganze Bäume ab und bedrohten Gebäude, Straßen, Geh- und Radwege oder Gleisstrecken. Der Starkregen erschwerte zusätzlich die Arbeit. Die Einheiten mussten mehrere vollgelaufene Unterführungen umfahren, gleichzeitig war die Sicht bei Hagel und Starkregen schlecht.

Nopitschstraße: Sturm reißt Blechdach von Netto-Markt los

In der Nopitschstraße wurde durch eine Windböe das Blechdach eines Netto-Marktes auf rund 100 Quadratmeter losgerissen und umgeknickt. Die Freiwillige Feuerwehr Gartenstadt rief sofort die Berufsfeuerwehr als Verstärkung.

Aufgrund der Konstruktion des Daches konnten die Feuerwehrleute das Dach nicht betreten. Erst die Höhenrettungsgruppe der Feuerwache 2 konnte mit spezieller Sicherung auf das Dach gehen. Die Wellblechteile des Daches waren aus der Verankerung gerissen worden, sie mussten entfernt werden. Der Einsatz zog sich über Stunden hin.

Erste Bilder vom Unwetter am Sonntagabend

 

Bayernstraße: Wind reißt Ampel um

Die Bayernstraße musste am frühen Abend komplett von der Polizei gesperrt werden. Der Wind hatte die Verkehrssicherung der Baustelle einschließlich einer temporären Ampelanlage umgerissen und auf die Straße geworfen. Unter dem nahe gelegenen Bushäuschen hatten Passanten Schutz gesucht. Sie wurden glücklicherweise nicht verletzt.

Südfriedhof: Ast stürzt neben Frau herab

Glück im Unglück hatte eine Frau am Südfriedhof. Nur knapp neben ihr fiel ein Ast hinab, sie wurde leicht verletzt. Die Freiwillige Feuerwehr Gartenstadt leistete Erste Hilfe und übergab sie dem Rettungsdienst. Danach räumte die Feuerwehr den Friedhof, um weitere Unfälle zu verhindern. Aus Sicherheitsgründen kann die Anlage vorerst nicht mehr betreten werden. Die Verwaltung wird den Friedhof wieder freigeben.

Wörnitzstraße: Pappel fällt auf Hausdach

In der Wörnitzstraße (Stadtteil Röthenbach) stürzte eine weit über 20 Meter große Pappel auf das Dach eines Mehrfamilienhauses. Dort blieb sie mit einem Ast im Dachstuhl hängen und drohte, abzustürzen.

 

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Katzwang sicherten den Bereich großräumig ab und alarmierten die Berufsfeuerwehr mit Feuerwehrkran, Drehleiter und Rüstwagen. Die Einsatzkräfte der Feuerwache 4 sicherten den Baum mit dem Autokran und trugen ihn stückweise aus dem Drehleiterkorb ab, bis der restliche Stamm abgelegt werden konnte.

 

Oelser Straße und Hans-Kalb-Straße komplett gesperrt

Die Oelser Straße und die Hans-Kalb-Straße mussten wegen umgestürzter Bäume komplett gesperrt werden. Nachdem sich die Feuerwehren mit Motorsägen einen Zugang durch die kreuz und quer liegenden Baumteile geschafft hatten, kontrollierten sie in der Hans-Kalb-Straße betroffene Fahrzeuge auf möglicherweise eingeklemmte Personen, in der Oelser Straße räumten sie die Straße von zahlreichen abgestürzten Baumteilen frei.

Die weitere Erkundung ergab jedoch, dass sich zahlreiche weitere Bäume gelockert hatten und umzustürzen drohten. Ein über die Basismaßnahmen hinausgehender weiterer Einsatz war wegen der Dunkelheit, zur Neige gehender Betriebsstoffe und wieder einsetzendem Regen nicht möglich. Über die Polizei wurde die komplette Sperrung der Straßen veranlasst. Hier gingen die Räumarbeiten nach Sonnenaufgang weiter.

Zahlreiche Feuerwehren im Einsatz

Im Einsatz waren neben den genannten Feuerwehren alle Wachen der Berufsfeuerwehr, sowie die Freiwilligen Feuerwehren der Stadtteile Almoshof, Laufamholz, Brunn, Altenfurt, Moorenbrunn, Fischbach, Kornburg, Worzeldorf, Werderau und Eibach. Die Feuerwache 4 besetzte während des Ausnahmezustands alle Reserve-Drehleitern. Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm werden nach einer kurzen technischen Pause wieder fortgesetzt, teilt die Feuerwehr am Montagmorgen mit.

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