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Nürnberg
Protest

Nach Anti-Masken-Aushang: Fränkischer Fleischer ärgert sich über schlimme Vorwürfe

Mit seinem provokanten Anti-Masken-Aushang hat ein Nürnberger Fleischer für gewaltiges Aufsehen gesorgt. Das Echo war unterschiedlich: Von seinen Kunden habe er viel Zuspruch erhalten, sagt Frank Kraft. Von anderen habe es allerdings auch schlimme Vorwürfe gegeben.
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Eine Fleischerei in Nürnberg wehrt sich gegen die Maskenpflicht, dafür gibt es viel Zuspruch und aber auch Kritik. Symbolfoto: hedgehog94/Adobe Stock Foto: Fleisch, Fleischtheke, Metzger, Metzgerei Symbolfoto: hedgehog94/Adobe Stock (271156462)

Viel Zuspruch für Anti-Masken-Aushang "Söders Kasperletheater": Vor zwei Wochen ging ein Anti-Masken-Plakat eines Nürnberger Metzgers viral. Die Rückmeldungen seien unglaublich gewesen, sagt Frank Kraft inFranken.de. Über eine Sache ärgert er sich jedoch besonders.

"Durch die Verweigerung der Maskenpflicht haben viele Menschen auch Rückschlüsse auf die allgemeinen Hygienestandards in unserer Metzgerei geschlossen", erklärt Kraft. Dabei hätten die Masken mit dem normalen Arbeitsalltag überhaupt nichts zu tun: "Wir achten immer besonders auf die vorgeschriebenen Regeln und, wo nötig, tragen wir jetzt natürlich auch die Masken." So ganz nachvollziehen könne er die neue  Maskenpflicht allerdings immer noch nicht. "Da stehe ich hinter meiner Meinung", betont er. 

"Söders Kasperletheater": Metzger widersetzt sich Maskenpflicht

An der Tür der Metzgerei hatte der Fleischer einen Aushang aufgehängt, auf dem er öffentlich gegen die geltende Maskenpflicht rebellierte. Das Tragen von Mundschutz bezeichnete er als "Söders Kasperletheater", bei dem er nicht mitmache.

Weiter hieß es: "Sollten Sie uns unbedingt mit Masken sehen wollen, kommen Sie an Fasching wieder." Für alle, denen das Angst mache, oder die zu einer Risikogruppe gehörten, habe er eine klare Empfehlung: "Sie sollten ab dem 27.04.2020 hier bitte nicht mehr einkaufen."

Fleischer: Viele Kunden zeigten Verständnis für Kritik

Kurz darauf bekamen Inhaber Kraft und seine Mitarbeiter Besuch von der Polizei - mit der Androhung, dass ein Verstoß gegen die Maskenpflicht teuer werde. "Die haben uns an die 5000 Euro Bußgeld erinnert und mit Strafanzeige gedroht", so der Inhaber gegenüber der dpa. Zwei Wochen danach hat sich die Lage immer noch nicht ganz beruhigt.

„Erst letzte Woche haben wir eine TV-Anfrage von RTL abgelehnt", erklärt Kraft inFranken.de. "Ich will kein Medien-Metzger werden." Gewundert habe er sich auch, dass gerade sein Aushang medial so viel Aufmerksamkeit bekommen habe. „Ich war ja nicht der einzige, der zu der Maskenpflicht etwas zu sagen hatte“, erklärt er.

Die Rückmeldungen von den Kunden seien jedoch größtenteils positiv, erklärt er. Gut 90 Prozent der Kunden zeigten Verständnis für die Kritik, meint Kraft. Doch es gebe auch Ausnahmen: „Ein Ehepaar beispielsweise hat mir eine Mail geschrieben, dass sie nie wieder meinen Laden betreten würden – die zwei kommen aus Oldenburg. Das kann ich schon verkraften“, schmunzelt Kraft.