Nürnberg
Sport

Motsi Mabuses kleine Schwester tanzt in Nürnberg

Turniertänzer Marius Iepure aus Nürnberg suchte eine neue Partnerin. "Let's dance"-Jurorin Motsi Mabuse holte ihre kleine Schwester aus Südafrika. Doch zwischen Marius und Otlile funkte es nicht nur auf dem Tanzparkett.
Artikel drucken Artikel einbetten
Da fliegen die Funken: Marius Iepure und Otlile Mabuse. Foto: privat
Da fliegen die Funken: Marius Iepure und Otlile Mabuse. Foto: privat
+7 Bilder
Noch einmal dehnt er den Körper und springt in den Kniefall, während sie den Matador umkreist und in eine imaginäre Muleta - ein rotes Tuch - einhüllt. Marius Iepure und seine Turnierpartnerin Otlile Mabuse legen ihre Seelen in den Paso doble, denn es ist ihr Lieblingstanz. "Ich brauche Action", sagt der 31-Jährige. Doch er liebt auch den Tango. Und den Quickstep. Natürlich den Jive. Die Samba nicht zu vergessen. "Eigentlich mag ich alle!"

"Ich war verrückt nach Mädels"
Ein Leben ohne Tanz? Unvorstellbar. "Es hat mich vom ersten Augenblick an fasziniert", schildert Marius. Mit zwölf Jahren hängte er die Fußballschuhe an den Nagel, trat in den Royal Dance Club seiner Heimatstadt Satu Mare in Rumänien ein und übte Ballett und Cha-Cha-Cha. "Ganz ehrlich: Ich war verrückt nach Mädels. Und ich hatte beim Tanzen deutlich mehr Spaß als auf dem Fußballplatz!"

 

Aber zum Turniersport gehört viel mehr als nur Spaß zu haben, hübsch auszusehen und sich gut und synchron bewegen zu können. Laufen, Krafttraining, Übungen für Koordination und Gleichgewicht sind unerlässlich, wenn man vorne dabei sein will. Nur einen Tag Pause gönnen sich Marius und Otlile in der Woche. Ansonsten stecken viel Schweiß und Disziplin hinter den federleichten Bewegungen. Man ist auf das Ziel fokussiert, immer noch einen Tick besser zu werden. Hochleistungssport im Glitzerkostüm.


Liebe in der Venusstraße

Oti - wie die rassige Südafrikanerin genannt wird - hat sich an diese strengen Strukturen erst gewöhnen müssen. Die 23-Jährige tanzt seit ihrem fünften Lebensjahr und wohnt seit Dezember 2012 bei Marius in Fürth, denn die beiden sind nicht nur beim Tanz im Clubheim in der Venusstraße, sondern auch im Leben ein Paar. "Ich habe mich schon bei der ersten Probe in sie verliebt", gesteht der gebürtige Rumäne, der damals eine neue Partnerin suchte und Kollegin Motsi Mabuse um Rat fragte. Sie brachte ihre kleine Schwester ins Spiel - et voilà! "Aber pass‘ bloß gut auf sie auf!", verlangte Motsi von Marius, als sie merkte, dass die beiden mehr als nur Tanz verband.
 

 

Eine große Tanzsportfamilie
Dabei stand nie zur Debatte, nach Aschaffenburg zu ziehen, wo Motsi Mabuse (33) lebt und trainiert. "Fürth ist meine Heimat, hier bin ich zuhause", sagt Marius Iepure, der nach dem Abitur 2001 Satu Mare verließ und über einen Freund nach Mittelfranken kam. Damals hatte der traditionsreiche Tanzsportverein Rot-Gold-Casino Nürnberg (1961 gegründet und mit etwa 800 Mitgliedern der stärkste Tanzclub Bayerns) gerade sein neues Domizil in der Südstadt von Fürth auf dem Gelände der ehemaligen W.O. Darby-Kaserne bezogen. "Die Trainingsbedingungen sind mit drei Sälen ideal", betont Marius. Aber eigentlich seien es die Menschen, die ihn hier heimisch werden ließen: "Wir sind alle eine große Tanzsportfamilie." In die ist auch Oti integriert, die derzeit bei ihrer Familie in Südafrika ist und "den Club und ihr Leben in Deutschland schon richtig vermisst", wie ihr Lebenspartner erzählt.

Auch Marius leistet seinen Beitrag im Verein. Er brach sein Informatikstudium in Erlangen ab und konzentrierte sich voll auf die Ausbildung zum Tanzsporttrainer. Inzwischen gibt er Privatstunden und unterrichtet die Clubjugend. Zwei Paare hat er schon zu deutschen Meis tertiteln geführt, darunter die Gewinner der letztjährigen ProSieben/Sat1-Show "Got to dance", Daniel Schmuck und Veronika Obholz. "Sie belegten kürzlich den sechsten Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Moskau. Von ihnen wird man noch viel hören", prophezeit Marius.
Er selbst steht mit Partnerin Otlile aktuell auf Rang fünf in der deutschen Rangliste der Hauptgruppe Latein und gehört dem B-Kader des Deutschen Tanzsportverbandes an. Jüngster Erfolg war die bayerische Meisterschaft im Februar; bei der deutschen Meisterschaft belegte das Paar Rang sieben. Die nächsten großen Turniere sind die German Open im August sowie die Kür-Europameisterschaft im November in Dresden.


Marius tippt auf Alexander Klaws
Zuvor wird Marius Iepure aber noch einmal in der RTL-Show "Let's dance" zu erleben sein. Hier trainierte er für die aktuelle Staffel Schlagersängerin Cindy Berger ("Immer wieder sonntags"). "Schade, dass wir schon in Runde zwei ausgeschieden sind. Wir haben über 50 Stunden trainiert und Cindy war wirklich fleißig. Toll, was sie mit ihren 66 Jahren geleistet hat", findet Marius, der zum ersten Mal bei der Show vertreten war: "Joachim Llambi hat mich animiert, beim Casting mitzumachen." Dabei ist Marius Iepure unter den männlichen Profitänzern der einzige gewesen, der noch aktuell im Turniergeschehen mitmischt: "Noch während der Fernsehproben hatten wir unsere Meisterschaft. Das hat ganz schön Kraft gekostet." Beim großen Finale am 30. Mai soll er mit Cindy Berger noch einmal den Langsamen Walzer tanzen. Wer diese Staffel gewinnt? Marius Iepure tippt auf Alexander Klaws: "Er ist phänomenal und besser als mancher Profi. Schon bei seinem ersten Einsatz trat er wie ein A-Klasse-Tänzer auf."

Sich selbst gibt er noch drei, vier Jahre im aktiven Tanzsport. Danach könnte er sich auf sein Engagement als Trainer und Wertungsrichter konzentrieren. Und mit Oti eine Familie gründen.


Die Show "Lets dance" wird bis zum 30. Mai freitags ab 20.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren