Nürnberg
Verhandlung

Mordprozess gegen zwei Nürnberger Brüder: 20-Jähriger soll Senior betrogen und ermordet haben

Ein angeblich fingierter Autokauf, eine spektakuläre Flucht - und ein Toter. Zwei Nürnberger stehen im thüringischen Gera vor Gericht. Doch der Sohn des Opfers erkannte den des Mordes angeklagten 20-Jährigen nicht eindeutig wieder.
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Zwei Brüder sollen im Mai 2017 einen Mann und seinen Sohn um ein Auto geprellt haben. Der 20-jährige Fahrer soll anschließend bei einer Todesfahrt den 68-Jährigen ermordet haben. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa
Zwei Brüder sollen im Mai 2017 einen Mann und seinen Sohn um ein Auto geprellt haben. Der 20-jährige Fahrer soll anschließend bei einer Todesfahrt den 68-Jährigen ermordet haben. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Vor dem Landgericht im thüringischen Gera sind zwei Brüder aus Nürnberg angeklagt. Dem Jüngeren wird Mord an einem 68-Jährigen vorgeworfen.

68-Jähriger stirbt nach angeblichem Autokauf

Im Mai 2017 versuchten zwei Brüder aus Nürnberg, nach einem angeblichen Autokauf bei einem Mann und seinem Sohn mit dem Auto zu flüchten. Der 68-Jährige und sein Sohn hielten sich an der Motorhaube des Wagens fest, um die beiden Betrüger zu stoppen. Daraufhin soll der Fahrer Gas gegeben und durch aggressive Fahrmanöver versucht haben, die beiden Männer abzuschütteln.

Der Senior stürzte, erlitt einen Schädelbruch und starb wenige Tage später an den Folgen der schweren Verletzungen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der heute 20-Jährige im Mai 2017 den Fluchtwagen gefahren.

Sohn erkennt mutmaßlichen Todesfahrer nicht eindeutig wieder

"Der Fahrer hatte eine große Sonnenbrille und ein Allerweltsgesicht", sagte der Sohn des Opfers am Dienstag aus und konnte den 20-Jährigen nicht eindeutig als den Todesfahrer identifizieren. Er habe "vom Typ her" dem Mann ähnlichgesehen, der ihn um 14.500 Euro bei dem fingierten Autokauf geprellt habe. Den mutmaßlichen Betrüger identifizierte er als den älteren Angeklagten. Er will ihn aber unter einem anderen Namen gekannt haben.

Nach der Tat habe ihn der ältere Angeklagte mehrfach angerufen und angeboten, das Geld zurückzugegeben - wenn er auf eine Anzeige verzichte, berichtete der Sohn des Opfers. Er war ebenfalls verletzt worden und leidet nach eigener Aussage seither an Angststörungen.

Brüder aus Nürnberg schweigen

Gemeinsam mit seinem älteren Bruder wird dem 20-Jährigen auch gemeinschaftlicher Betrug vorgeworfen. Ein dritter Beteiligter ist den Ermittlern laut Staatsanwaltschaft namentlich bekannt, konnte aber bisher nicht gefasst werden. Die beiden Brüder haben im vorige Woche begonnenen Prozess bisher zu den Vorwürfen geschwiegen.

Die Verteidiger haben Befangenheitsanträge gegen den vorsitzenden Richter der Strafkammer gestellt. Sie betrachten ihn auch wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen als voreingenommen. Zudem wurde moniert, dass die Angeklagten trotz mehrerer Wachtmeister im Saal Fußfesseln tragen müssen. Über den Antrag entscheiden andere Richter.

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