Nürnberg
Erfindungen

Mobile Müllpresse und keimfreie Klobürste: Erfindermesse in Nürnberg stellt Neuheiten vor

Auf der Erfindermesse Iena in Nürnberg zeigen Tüftler ihre Ideen. Eine mobile Müllpresse, eine Multifunktionstür und eine keimfreie Klobürste - vieles davon steckt aber noch in den Kinderschuhen.
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Rolf Nietzer, Vorstand vom Fab Lab Region Nürnberg, präsentiert während der Neuheitenschau zur Internationalen Erfindermesse «iENA» ein Gerät, mit dem Objekte - wie hier ein Ei - aufwendig bemalt werden können. Die Messe feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen und findet von 1. bis 4. November in Nürnberg statt. Foto: Daniel Karmann/dpa
Rolf Nietzer, Vorstand vom Fab Lab Region Nürnberg, präsentiert während der Neuheitenschau zur Internationalen Erfindermesse «iENA» ein Gerät, mit dem Objekte - wie hier ein Ei - aufwendig bemalt werden können. Die Messe feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen und findet von 1. bis 4. November in Nürnberg statt. Foto: Daniel Karmann/dpa

Erfinder und Tüftler haben zur bald startenden Erfindermesse Iena in Nürnberg ihre Entwicklungen vorgestellt. Vom 1. November an werden laut den Veranstaltern bei der viertägigen Schau 800 Erfindungen aus 31 Ländern gezeigt. Rund 20 Innovationen waren knapp drei Wochen vor dem Beginn der Messe schon am Freitag zu sehen.

Verrückt oder alltagstauglich?

Nicht auf alles hat die Welt wohl gewartet, manches ist ziemlich verrückt - doch einige Produkte sind durchaus alltagstauglich. So wie die modifizierte Tonne mit integrierter Müllpresse von Hubert Troppmann. "Die ist vor allem für PET-Flaschen, Dosen und Kartons gemacht", erklärt der Österreicher. Das Abfallvolumen der Tonne werde durch Verdichtung um das Fünffache reduziert. Das spare nicht nur Platz. Die Müllabfuhr müsse auch seltener kommen. Dahinter verstecke sich eine ausgeklügelte Hebeltechnik, sagt der Ingenieur. Rund zwei Jahre habe die Entwicklung gedauert. Ein Patent sei angemeldet. Die mobile Müllpresse solle schließlich in Serie gehen, sagt Troppmann.

Patente von freien Erfindern, die nicht an Wirtschaft oder Forschung gebunden sind, machten im vergangenen Jahr dem Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) zufolge 7,1 Prozent der nationalen Anmeldungen aus. Insgesamt 3096 Patentanmeldungen bundesweit wurden 2017 aus dieser Gruppe gezählt - mit 764 kamen die meisten davon aus Bayern. Dahinter folgten Nordrhein-Westfalen mit 609 und Baden-Württemberg mit 573.

Neue Tür-Rennbahn fürs Kinderzimmer

Ein Platzproblem löst auch die multifunktionale Entwicklung einer Realschule aus Baden-Württemberg. Acht Schüler haben sich dort eine Tür-Rennbahn für das Kinderzimmer ausgedacht. "Wir haben die Rennbahn in die Tür gefräst", sagt der Techniklehrer und Mitentwickler Uwe Bönisch. Sie werde an einen Transformator angeschlossen und mit zwei Spielzeugautos befahren. "Wenn man nicht fährt, hängt man die Türe einfach wieder ein", sagt der 52-Jährige.

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Weniger massentauglich dürfte der sogenannte Egg-Bot sein. Der Ei-Bemalungs-Apparat ist für filigrane Zeichnungen auf kleinen, runden Oberflächen gedacht. Die Version von Tüftler und Musiker Rolf Nietzer aus Nürnberg besteht aus Holz und funktioniert mit einem kleinen Gerät, das einen Stift bewegt. "Das ist jetzt kein Produkt, sondern eine Spielerei", sagt Nietzer. Man könnte damit auch Ping-Pong-Bälle oder Weihnachtskugeln bemalen.

Gesundheit im Mittelpunkt

Eine wichtige Rolle bei der Messe, die vor 70 Jahren startete und bei der Vermarktung im Mittelpunkt steht, spielen Gesundheit und Hygiene. In diese Kategorie fällt auch Jochen Schmiddems WC-Bürste aus Silikon, die in ihrem geschlossenen Behälter durch UV-C-Strahlen (Teile des Sonnenlichts) fast komplett keimfrei gehalten wird.

Die Idee dazu sei ihm vor fünf Jahren nach der Geburt seines Sohnes entstanden. Er habe als Kleinkind im Bad an der Bürste rumgespielt. Seine Frau habe daraufhin nach einer keimfreien Version gesucht und sei so auf den Einfall gekommen. Mittlerweile sei die Bürste patentiert. Einen Abnehmer habe er noch nicht für das Produkt, das um die 150 Euro kosten soll. Es sei schwierig, die Unternehmen in Deutschland von solchen Innovationen zu überzeugen, sagt er. Ihnen gehe es zu gut. "Sie investieren in keine neuen Geschichten."



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