Nürnberg
Brand

Millionenschaden nach Feuer in der St. Martha Kirche in Nürnberg

In der 700 Jahre alten St. Martha Kirche in der Nürnberger Altstadt hat in der Nacht zum Donnerstag ein Feuer gewütet. Nach ersten Schätzungen entstand ein Millionenschaden. Menschen wurden nicht verletzt.
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Foto: News5 / Grundmann
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Wie die Polizei mitteilte, wurde die Feuerwehr gegen 1:30 Uhr durch einen Anrufer alarmiert. Zeitgleich wurde der Brand von einer Polizeistreife entdeckt. Die genaue Lage war zunächst unklar, da es im gesamten Bereich zwischen Königstraße und Bauhof zu einer massiven Rauchentwicklung und starkem Funkenflug kam.

Aus bisher unbekannter Ursache brannte der Dachstuhl des Hauptschiffes der St. Martha Kirche komplett. Die Flammen schlugen bereits aus dem Dach, als die Feuerwehr eintraf. An den Fenstern der umliegenden Gebäude machten sich mehrere Anwohner bemerkbar, die ihre Wohnungen wegen des starken Rauchs nicht mehr verlassen konnten. Insgesamt wurden sechs Menschen über Leitern der Feuerwehr gerettet. Die Feuerwehrleute mussten die angrenzenden Häuser mit Löschwasser kühlen, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern.

Einsturzgefahr

Berufsfeuerwehrleute drangen dann mit Atemschutz in die Kirche ein, um das Feuer einzudämmen. Weil der Dachstuhl einzustürzen drohte, mussten sie sich jedoch kurze Zeit später zurückziehen. Zusätzlich wurden die Flammen von außen bekämpft. Da die im 14. Jahrhundert erbaute Kirche derzeit renoviert wird, erschwerte ein Fassadengerüst die Arbeiten der Feuerwehr zusätzlich. Gegen 3:30 Uhr war das Feuer dann aber bis auf Nachlöscharbeiten weitestgehend abgelöscht.

Die angrenzenden Gebäude wurden vorerst geräumt. Nach BR-Informationen waren davon 15 Anwohner betroffen. Die umliegenden Straßen wurden für die Dauer des Einsatzes von der Polizei gesperrt. Kurz nach 5:00 Uhr konnten die Sperrungen seitens der Polizei um den Einsatzort aufgehoben werden.

Kripo ermittelt zur Brandursache

Die Kriminalpolizei Nürnberg hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Insgesamt waren 60 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, 22 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Worzeldorf und Gartenstadt, 20 Polizeibeamte, 4 Rettungswägen, eine Notärztin und der Einsatzleiter des Rettungsdienstes im Einsatz.

Die Höhe des entstandenen Sachschadens kann derzeit noch nicht genau beziffert werden. Nach ersten Schätzungen geht der Schaden in die Millionen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Wegen der Renovierungsarbeiten waren nach Angaben der Kirchengemeinde keine sakralen Kunstgegenstände im Gebäude.

Eine von der Kirchengemeinde betriebene angrenzende Kindertagesstätte bleibt bis auf weiteres geschlossen. Die Kirche wurde im Jahr 1385 geweiht. St. Martha hatte den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden.
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