Nürnberg

Metropolregion: 7 Branchen als Aushängeschild

Die Metropolregion Nürnberg zählt zu den wirtschaftsstärksten Gebieten Deutschlands. Die Stärke basiert auf Kompetenzfeldern wie dem "Medical Valley".
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Altes Werbebild der Metropolregion Nürnberg, noch ohne den Landkreis Sonneberg Foto: Metropolregion, Archiv
Altes Werbebild der Metropolregion Nürnberg, noch ohne den Landkreis Sonneberg Foto: Metropolregion, Archiv
Der Begriff steht fast schon synonym für Forschung, Innovation, High-Tech: Das Silicon Valley in den USA gilt als bedeutendster IT-Standort weltweit. Wer im Südwesten der Fränkischen Schweiz einen der Hügel besteigt, kann auf ein anderes "Tal" blicken: das "Medical Valley" der Metropolregion Nürnberg. Weltweit sicher noch nicht so bekannt wie sein amerikanisches Vorbild, aber in Medizintechnik, Medizin und Gesundheit durchaus international an der Spitze.


Spiral-CT wird weiterentwickelt

Hier sind mehr als 500 hochspezialisierte Forschungseinrichtungen, international führende und zugleich auch viele heranwachsende Unternehmen aktiv.
Eines dieser Start-ups ist die Firma AB-CT GmbH in Erlangen, ein Spezialist in Sachen Computertomographie. "Wir entwickeln, produzieren und verkaufen Computertomographen ganz speziell für die weibliche Brust", erklärt AB-CT-Marketing- und Vertriebsleiter Ludger Hajduk. Heutige Mammographiegeräte seien noch sehr ungenau und zu wenig auf die Gewebestrukturen in der weiblichen Brust eingestellt.
Die Firma ist eine Ausgründung der Universität Erlangen und entwickelt die vom Erlanger Professor Willi Kalender erforschte Spiral-CT seit einigen Jahren weiter. Die aktuell 25 Mitarbeiter - hauptsächlich Softwareentwickler und Doktoranden der medizinischen Physik - haben ihre Büros im Medical-Valley-Center Erlangen. Dieses spezielle Gründerzentrum ist seit 2007 nahezu hundertprozentig ausgelastet. Über 50 Millionen Euro Venture Capital seien in Start-Ups investiert worden, berichtet Medical-Valley-Fördermittelberater Marco Wendel.


Stark in Verkehr und Logistik

Seit Jahresbeginn gibt es ein solches Center wie in Erlangen auch in Forchheim. Auch hier hofft man, die Startgrundlage für die Ansiedlung nationaler und internationaler Unternehmen schaffen zu können.
Bei AB-CT stehen derzeit Zertifizierungen und Tüv-Tests an. "Wir hoffen, dass im Januar der offizielle Produktstart erfolgen kann", sagt Hajduk. Dann werde das Unternehmen stärker wachsen.
Etwa 127 000 Menschen arbeiten nach aktuellen Zahlen in der Medizintechnik- und Gesundheitsbranche der Metropolregion. Beispiele für große international tätige Arbeitgeber sind Siemens Healthineers und Novartis Pharma. Damit nimmt diese Branche den Spitzenplatz unter sieben Kompetenzfeldern ein, die die Macher und Verantwortlichen der Metropolregion vor einiger Zeit als strategisch ausbaufähig aufgelistet haben.


Viele Autozulieferer

Ähnlich bedeutend mit mehr als 120 000 Beschäftigten ist die Branche Verkehr und Logistik. Wie schon im Mittelalter kreuzen sich in der Region Nürnberg wichtige Handelsrouten.
Es gibt kaum ein Autoteil, das nicht ein Zulieferer aus der Region gefertigt hat. Insofern zählt der Bereich Automotive mit seinen rund 88 000 Beschäftigten und Firmen wie Schaeffler, Bosch oder Brose zu den wichtigsten Arbeitgebern.
Die restlichen vier Kompetenzfelder der Metropolregion, in denen der gemeinsame Großraum eine Spitzenposition einnimmt und bei denen mit großen Entwicklungschancen gerechnet wird, lauten: Information und Kommunikation, Neue Materialien, Energie und Umwelt sowie Automation und Produktionstechnik.
Alles Garanten für ein zuletzt deutliches Wachstum und eine positive Bevölkerungsentwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Metropolregion beträgt aktuell 124 Milliarden Euro, größer als das BIP Ungarns.

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