Nürnberg
Versuchter Mord

Messerangriff in Nürnberg: Tatverdächtiger hatte „psychotischen Schub“ – 25-Jähriger ist polizeibekannt

Der mutmaßliche Täter soll bei dem Messer-Angriff in Nürnberg am Sonntag einen "psychotischen Schub" gehabt haben. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz am Montag mit. Der 25-Jährige ist bereits polizeibekannt.
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Update vom 18.02.2019, 16:08 Uhr: Mutmaßlicher Messerstecher kommt in Psychiatrie

Nach der Messerattacke in Nürnberg ist der Tatverdächtige am Montag (18.02.2019) einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Das berichtet die Polizei am Nachmittag. Der Richter erließ einen Unterbringungsbefehl gegen den 25-Jährigen. Der Iraker wurde anschließend in eine Psychiatrie gebracht.

Update vom 18.02.2019, 15:03 Uhr: Neue Details zur Messer-Attacke in Nürnberg auf Pressekonferenz

Am Montagmittag haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz zur Messer-Attacke in Nürnberg abgehalten. Dabei kamen neue Details ans Licht.

Der Tatverdächtige wurde am Sonntagvormittag festgenommen, berichtete die Polizei. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau mit einem Messer attackiert zu haben. Insgesamt waren rund hundert Einsatzkräfte vor Ort.

Ärztin aus Klinikum ruft Polizei

Gegen 9.30 Uhr gab es einen ärztlichen Notfall in der Nähe des Tatorts. Die Polizei ist - "aus Instinkt" - ebenfalls angerückt und fand einen Mann, auf dem die Täterbeschreibung des Messerstechers passte. Der Mann zeigte psychische Auffälligkeiten. Er soll einen "psychotischen Schub" erlitten haben.

Kurze Zeit später wurde er in einem Nürnberger Klinikum festgenommen. Gegen 12 Uhr hatte eine Ärztin des Klinikums Nürnberg Nord die Polizei gerufen. Sie teilte mit, dass bei ihr eine psychisch auffällige Person sei. Sie habe erklärt, eine Frau verletzt zu haben.

Polizei geht von versuchtem Mord aus

Bei der Person handelte es sich um den 25-jährigen Iraker, der seit dem 30.11.2000 als Flüchtling anerkannt ist. In einer spontanen Äußerung räumte er gegenüber den Polizisten die Messerattacke ein.

Die Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Mord aus. Das Opfer sei arg- und wehrlos gewesen, "so dass wir vom Mordmerkmal der Heimtücke auszugehen haben", so eine Sprecherin.

Nach Messerangriff: Unterbringung in Psychiatrie beantragt

Nach der Messerattacke hat die Staatsanwaltschaft für den Tatverdächtigen die Unterbringung in einer Psychiatrie beantragt. Nach derzeitigem Stand weise der 25-Jährige ein breitgefächertes psychisches Krankheitsbild auf, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Der 25-jährige Iraker ist polizeibekannt. Auffällig wurde er bereits mit Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Bedrohung. So drohte er z.B. in der Vergangenheit einem anderen auf Facebook, ihn abzustechen.

Opfer der Attacke noch im Krankenhaus

Die 21-jährige Frau, die am Sonntag mit einem Messer verletzt worden war, liegt noch immer im Krankenhaus. Sie wurde am Oberkörper verletzt.

In Mittelfranken wurde ein erschreckender Anstieg von Messer-Taten festgestellt. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der Verbrechen mit dem Tatmittel Messer um 30 Prozent, teilte die Polizei mit.

Update vom 18.02.2019, 06:28 Uhr: Nach Festnahme - Pressekonferenz am Montag um 13 Uhr

Nach der Messerattacke auf eine junge Frau in Nürnberg wollen die Ermittler am Montag um 13 Uhr Details bekanntgeben. Ein Haftrichter soll im Laufe des Tages entscheiden, ob der festgenommene 25-Jährige in Untersuchungshaft muss. Er wird verdächtigt, am frühen Sonntagmorgen eine 21 Jahre alte Frau mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen erklären, wie sie auf die Spur des Mannes gekommen waren und welchen Aufenthaltsstatus der Iraker in Deutschland hat.

Ursprüngliche Meldung vom 17.02.2019: Mutmaßlicher Messerstecher verhaftet

Haftantrag wegen versuchten Mordes: Polizei verhaftet am Sonntag, 17. Februar 2019, mutmaßlichen Messerstecher von Nürnberg. Das berichtet die Polizei am Sonntagnachmittag.

Bereits kurz nach der Tat fahndete ein Großaufgebot der Polizei nach dem flüchtigen Messerangreifer. Die intensive Fahndung erstreckte auch auf umliegende Stadtteile. Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen konnte die Polizei einen 25-jährigen Iraker festnehmen. Er gilt als dringend tatverdächtig. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte gegen den Festgenommenen Haftantrag wegen versuchten Mordes.

Die Ermittler gehen bisher von einer "Einzeltat" aus, erklärte die Polizei inFranken.de. Der Täter soll sein Opfer, eine 21-jährige Frau, wahllos ausgewählt haben. Offenbar ohne ein Wort zu sagen, ging der Mann in der Fürther Straße auf die Frau los und stach mit dem Messer auf sie ein.

Täter kann zunächst entkommen

Die Tat ereignete sich gegen 5 Uhr in der Fürther Straße im Nürnberger Stadtteil Bärenschanze. Die 21-jährige Frau war mit einer Bekannten unterwegs. In der Nähe des Amtsgerichts wurde sie mit einem Messer angegriffen und verletzt. Dem Unbekannten gelang nach einer Rangelei mit der Begleiterin der angegriffenen Frau zunächst unerkannt die Flucht.

21-jähriges Opfer wohl nicht in Lebensgefahr

Die Polizei fahndete mit zahlreichen Einsatzkräften im Bereich rund um den Tatort. Die Fahndungsmaßnahmen wurden unter anderem von einem Polizeihubschrauber unterstützt. Zwischenzeitlich waren auch mehrere Diensthunde der Polizei an der Suche nach dem Täter beteiligt.

Die 21-jährige Frau befindet sich derzeit zur ärztlichen Behandlung in einem Krankenhaus. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht keine Lebensgefahr.

Schlimme Erinnerungen an Messerattacken im Stadtteil St. Johannis

Über die Hintergründe der Tat wurde zunächst nichts bekannt. Zur Zeit gehe man aber davon aus, dass sich Täter und Opfer nicht kannten, sagte ein Polizeisprecher. Die Tat weckt schlimme Erinnerungen an die Messerattacken auf Frauen im Stadtteil St. Johannis im Dezember 2018.

Foto: NEWS5 / Friedrich

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