Nürnberg
Aufregung

Lauter Knall in ganz Franken: Was ist ein Überschallknall und wie entsteht er?

In Mittelfranken setzte es am Donnerstag einen lauten Knall. Die ganze Region fragte sich, was dahinter steckt. Kurze Zeit später dann Aufklärung durch die Behörden. Doch was hat es mit dem Phänomen auf sich? inFranken.de hat die Erklärung.
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Ein Flugzeug vom Typ "Eurofighter" sorgte am Donnerstag (12. Juli 2018) für  einen stark wahrnehmbaren Knall am fränkischen Himmel. Symbolbild: pixabay.com / Netloop
Ein Flugzeug vom Typ "Eurofighter" sorgte am Donnerstag (12. Juli 2018) für einen stark wahrnehmbaren Knall am fränkischen Himmel. Symbolbild: pixabay.com / Netloop
Überschall-Knall in Franken zu hören - Das steckt dahinter: Am Donnerstag (12. Juli 2018) herrschte helle Aufregung in Nürnberg. Viele Menschen stellten sie die Frage nach der Ursache des donnernden Knalls in Mittelfranken, der in der gesamten Region zu vernehmen war. Die örtliche Polizei reagierte kurze Zeit später und erklärte den Vorfall: Ein Flugzeug vom Typ "Eurofighter" hatte die Schallmauer durchbrochen. Aber was genau bedeutet das?

Wird die sogenannte "Schallmauer" durchbrochen, kommt es zu einer schlagartigen Veränderung des Luftdrucks. Fliegt ein Flugzeug schneller, als sich der Lärm der entsprechenden Triebwerke ausbreiten kann, ist am Boden ein lauter Knall zu hören - so wie Mitte der Woche in Nürnberg und Umgebung. Die Luft am Flugzeug verdichtet sich im Eiltempo: Die enorme Beschleunigung des Flugobjektes sorgt für diese Luftveränderung. Dabei werden Schallwellen vom Flugzeug vor sich her geschoben. Durch die erwähnte Veränderung des Luftdrucks kann sich die Luft schlagartig wieder ausdehnen. Es kommt zum Überschall-Knall.

Jedoch ist der laute Knall nicht nur auf den Moment des Schallmauer-Durchbruchs reduzierbar: Er tritt während der kompletten Zeit des Überschallflugs auf. Um das Flugzeug herum bildet sich ein typischer weißer Trichter aus kondensiertem Wasser. Das Flugzeug trägt beziehungsweise schleppt den Überschall-Knall während der gesamten Flugzeit hinter sich her. Im Überschallflug entstehen Schallwellen nicht mehr kreisförmig, sondern diese werden als Kegel hinter dem Flugobjekt hergezogen. Treffen nun zwei dieser Schallwellen am Boden überlagert aufeinander, heben sich diese mit einem lauten Knall und deiner Druckwelle auf.


Knall über Franken: Der Pilot hört ihn nicht

Der laute Knall ist jedoch nicht Ergebnis eines einzelnen Moments, sondern Produkt mehrerer Sekundenbruchteile. Bei trockener Luft und circa 20 Grad Celsius durchbricht ein Flugzeug die sogenannte Schallmauer bei rund 1235 km/h.

Kurioserweise hört der fliegende Pilot den Knall überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil zu den Menschen in Erlangen-Höchstadt, Herzogenaurach oder Fürth. Das Phänomen ist zeitversetzt wahrnehmbar. Der Knall ist erst zu hören, wenn die Schallwellen am Ort des Hörenden angekommen sind. red/tu
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