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Sicherheit

Königstorpassage in Nürnberg: Mit diesen Maßnahmen soll sie sicherer werden

Neue Lampen, frische Farbe: Die Stadt Nürnberg hat die berüchtigte Königstorpassage zur Verbesserung der Sicherheitslage renoviert.
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Die Königstorpasssage in Nürnberg ist jetzt sicherer: Die Stadt hat umfassende Arbeiten vorgenommen. Im Fokus steht vor allem die Beleuchtung. Foto: Nikolas Pelke
Die Königstorpasssage in Nürnberg ist jetzt sicherer: Die Stadt hat umfassende Arbeiten vorgenommen. Im Fokus steht vor allem die Beleuchtung. Foto: Nikolas Pelke

Noch ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber ein Anfang zur Verschönerung der berüchtigten Königstorpassage (kurz: Köpa) beim Hauptbahnhof hat die Stadt Nürnberg jetzt gemacht. "Wir haben die Deckenbeleuchtung deutlich verdichtet", erklärt der städtische Baureferent Daniel F. Ulrich auf Anfrage von inFranken.de.

100.000 Euro für das Sicherheitsgefühl

Knapp 100.000 Euro hat die Stadt in die Hand genommen, um die in Verruf geratene Passage aufzuhübschen. Kernelement der Frischzellenkur ist das neue Beleuchtungskonzept. Damit soll das subjektive Sicherheitsgefühl der rund 150.000 Passanten, die täglich durch die Passage eilen, mit relativ einfachen Mitteln verbessert werden.

Lichtinseln und LED-Beleuchtung sollen das Angstgefühl vertreiben

Mit der neuen LED-Beleuchtung konnte die Helligkeit von alten 324 auf satte 717 Lux in der Passage erhöht werden. Durch eine Neuanordnung der Lampen sind zudem "Lichtinseln" geschaffen worden, die das Angstgefühl der Bevölkerung durch Helligkeit aus der unterirdischen Fußgängerpassage vertreiben sollen. Durch diese besonders hellen Lichträume soll die Monotonie der vorhandenen Beleuchtung unterbrochen werden. Die Passanten sollen praktisch von einer Lichtinsel zur nächsten Lichtinsel laufen können. Außerdem wurden die Treppenaufgänge mit zusätzlichen Strahlern ausgestattet. Tageslicht statt Schummerlicht hat ganz offensichtlich die Marschrichtung für die Umbauarbeiten gelautet.

Mehr Licht für die neu installierten Videokameras

Über die neue Ausleuchtung dürften sich besonders die vielen neuen Videokameras freuen, die zuletzt zur Verbesserung der Sicherheitslage angebracht worden sind. Laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) könne die Nürnberger Polizei neuerdings rund um die Uhr auf 28 Kameras an 19 Standorten im Bereich des Königstors zugreifen. Rund 400.000 Euro hat der Freistaat in die Modernisierung der Sicherheitstechnik investiert.

Über 130 Strafverfahren: Sonderkräfte der Polizei seit Sommer 2017 rund um die Uhr in der Köpa unterwegs

Über die neue Helligkeit ärgern dürften sich dagegen die "Köpa-Stammgäste" aus der Drogen- und Trinkerszene. Zusätzlich ist die Polizei seit dem Sommer 2017 rund um die Uhr in der Passage mit Sonderkräften unterwegs. Besonders der Drogenszene konnte durch die Dauerpräsenz der Ordnungshüter schon teilweise das Wasser abgegraben werden. Die Ermittlungskommission "Perser" beim Fachkommissariat für Rauschgift hatte seit Oktober 2016 insbesondere dem Heroinhandel rund um Bahnhof den Kampf angesagt. Und das mit beachtlichem Erfolg: Über 130 Strafverfahren gegen überwiegend iranische Tatverdächtige wurden eingeleitet und zwei Kilogramm Heroin sichergestellt.

35% weniger Raubdelikte als 2016 dank Polizeipräsenz

Positiver Nebeneffekt der polizeilichen Machtdemonstration gegen den Drogenhandel: Auch die Gewaltkriminalität im Bahnhofsbereich und der Königstorpassage konnte zurückgedrängt werden. Bereits im Jahr 2017 sind die Raubdelikte laut Polizeistatistik um rund 35 Prozent und Körperverletzungsdelikte um rund zehn Prozent gegenüber dem "Katastrophenjahr" 2016 rund um den Brennpunkt-Bahnhof in Nürnberg gesunken. Zwischenzeitlich hat die Stadt auch das bestehende Alkoholverbot auf 24 Stunden ausgeweitet.

Decke neu gestrichen, Wände und Boden gereinigt: Nürnberg legt Wert auf Sicherheit

Um das Sicherheitsgefühl in der Köpa zusätzlich zu verbessern, hat die Stadt laut Baureferent Daniel F. Ulrich tief in den Farbeimer gegriffen und die gesamte Decke der unterirdischen Fußgänger-Unterführung zwischen Hauptbahnhof und Altstadt mit weißer Farbe frisch gestrichen. Zusätzlich seien laut Ulrich die verdreckten Wände und der beanspruchte Fußboden mit dem Schrubber auf Vordermann gebracht worden. Obendrein habe sich die Stadt nun vorgenommen, häufiger den Besen in der Passage zu schwingen und damit den Reinigungszyklus in dem stark frequentierten Bereich deutlich zu verbessern.

Kreisrunde LED-Lampen verschönern die trostlosen Stützpfeiler

Des Weiteren habe die Stadt die trostlosen Stützpfeiler mit "Lichtringen" versehen. Die kreisrunden LED-Lampen dienen jetzt als heller Abschluss zur Decke. Das schaut nicht nur hübsch aus, sondern dient ebenfalls der Helligkeit, mit der das Unsicherheitsgefühl aus der Passage vertrieben werden soll. Auch sind viele kleine Einbauten mittlerweile offensichtlich in den Sperrmüll gewandert. Insgesamt wirkt die Königstorpassage deutlich aufgeräumter und sehr viel heller als früher.

Eine "Wohlfühl-Oase" ist die Königstorpassage trotz aller Bemühungen freilich noch nicht geworden. Dafür sind die vielen dunklen Ecken jetzt Geschichte.

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