Nürnberg
Restaurants

Nürnberger Bar hat Insekten auf der Speisekarte

Ab 2018 sind Insekten in Deutschland als Lebensmittel zugelassen. In der Nürnberger Bar "Australian" stehen seitdem gebratene Heuschrecken auf der Karte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Klein, knusprig und alles andere als eklig Richard Karatay serviert in seinem Restaurant Australia in Nbg gebratene Heuschrecken. Foto: Nikolas Pelke
Klein, knusprig und alles andere als eklig Richard Karatay serviert in seinem Restaurant Australia in Nbg gebratene Heuschrecken. Foto: Nikolas Pelke
In der Dschungelprüfung müssen sie die Tierchen als Mutprobe vor einem Millionenpublikum im Fernsehen essen. Als Genuss stehen die niedlichen Insekten bei Richard Karatay im "Australian" in Nürnberg auf der Speisekarte. "Das sind Heuschrecken. Das ist die Nahrung der Zukunft. Insekten sind total nahrhaft und schmecken wirklich lecker", ist sich Karatay sicher und zeigt auf die Menükarte mit dem gewöhnungsbedürftigen Angebot auf der Vorspeisenkarte.


Zum Preis von 9,90 Euro werden im "Australian" gegrillte Grashüpfer angeboten. Ganz nach dem Down-Under-Motto des trendigen Lokals am Hauptmarkt, stehen die Heupferde in der englischen Übersetzung als "Hopper" auf dem Speiseplan. "Ich bin selbst oft in Australien gewesen. In Tasmanien kommen Heuschrecken und andere Insekten bei den Aborigines noch heute fast täglich auf den Tisch", erzählt der Wirt und erklärt, dass die possierlichen Hüpfer in seinem Laden "natürlich nicht wie im Dschungelcamp" im Rohzustand serviert werden. "Wir braten die Insekten in Olivenöl schön an." Danach würden die Knusperschrecken mit Meersalz und Mühlenpfeffer abgeschmeckt. "That´s it. Mehr braucht es nicht", sagt Richard, den alle nur "Richi" nennen. Um Abwechslung auf die Zunge des Grashüpfer-Gourmets zu zaubern, würden manche der fragilen Pferdchen im Speckmantel serviert. Andere Hüpfer würden gar auf in Rotweinessig eingelegten Zwiebelscheibchen kredenzt.


"Am Anfang kostet es schon eine bisschen Überwindung", gibt Richi zu. Auch er habe sich das Wesen mit den langen Fühlern und den großen Augen auf seinem Teller beim ersten Mal schon etwas genauer angesehen. "So eine Heuschrecke ist schon eine kleine Challenge", erklärt der Besitzer des Nürnberger Szene-Ladens im Outback-Look, die vor vier Jahren am Obstmarkt 26 eröffnet hat. Nach einem kurzen Moment des Krafttankens habe er aber all seinen Mut zusammengenommen und seine allererste Heuschrecke in den Schlund geschoben. Bereut habe er das bis heute nicht. "Ich esse die Dinger mittlerweile echt gerne, auch weil sie so gesund sind." In den kleinen Tierchen würde viel Eiweiß und Proteine stecken. "Heuschrecken sind gut gegen Alzheimer." Die Hüpfer bekomme er von einem Züchter aus München in Bio-Qualität direkt und frisch geliefert.

Und der Geschmack? "Sie schmecken nussig und knusprig. Ich finde sie wirklich lecker." Mit der Ekelprüfung aus dem Dschungelcamp im Fernsehen hätten seine Heuschrecken jedenfalls nichts zu tun. "Ich habe die Hopper auch nicht wegen der Fernsehshow auf der Karte. Das passt einfach zu uns. Bei uns gibt es auch Känguru oder Krokodil. Demnächst bekommen wir Emu." Über frittierte Mehlwürmer denke er ebenfalls intensiv nach. "Willst Du probieren?", fragt Richi und der Reporter denkt armer Hüpfer und schiebt sich eine Schrecke in den Schlund. Dschungelprüfung bestanden. Ich bin raus.

Die ganze Speisekarte gibt es im Internet unter www.australianbar.de.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren