Nürnberg

Baumarkt in Franken stellt Böller-Verkauf ein: "Die Tiere leiden an Silvester"

Die Baumarktkette Hornbach verkauft ab 2020 keine Böller mehr. Die Marktleiterin der Nürnberger Filiale freut sich über diese Entscheidung. Ihr liegt das Wohl der Tiere und die Umwelt am Herzen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Baumarktkette Hornbach hat entschieden, ab 2020 aus Umwelt- und Tierschutzgründen keine Silvesterböller mehr zu verkaufen. Die Leiterin der Nürnberger Filiale freut das. Symbolfoto: PublicDomainPictures/Pixabay.com
Die Baumarktkette Hornbach hat entschieden, ab 2020 aus Umwelt- und Tierschutzgründen keine Silvesterböller mehr zu verkaufen. Die Leiterin der Nürnberger Filiale freut das. Symbolfoto: PublicDomainPictures/Pixabay.com

  • Hornbach verkauft ab 2020 keine Silvesterböller mehr
  • Die Marktleiterin der Nürnberger Filiale findet diese Entscheidung in Bezug auf den Klima- und Tierschutz "absolut gut"
  • Frau Kalbitz hofft, dass Kunden positiv auf den Verkaufsstopp reagieren werden

Hornbach hat verkündet, dass die Baumarktkette ab 2020 europaweit keine Feuerwerkskörper mehr verkaufen wird. Das betrifft auch die Hornbach-Filiale in Nürnberg in der Trierer Straße. Deren Marktleiterin Frau Kalbitz findet diese Entscheidung "absolut gut", sagt sie im Gespräch mit inFranken.de.

Hornbach in Nürnberg ab 2020 ohne Böller: "Einzig logische Konsequenz"

Keine Böller mehr zu verkaufen, sei bei der Diskussion um Klimawandel und Umweltschutz die einzig logische Konsequenz, so Kalbitz. Darüber hinaus sei auch der Aspekt des Tierschutzes wichtig. "Ich habe zwar selbst keinen Hund, bekomme aber immer von Freunden mit, dass deren Tiere an Silvester leiden", erzählt die Marktleiterin.

Dieses Jahr ist es allerdings noch nicht soweit. Die Entscheidung zum Verkaufsstopp von Böllern kam zu spät, die Ware war schon geliefert.

Wie werden Kunden auf den Verkaufsstopp von Böllern reagieren?

Die Marktleiterin des Nürnberger Hornbachs hofft, dass auch die Kunden positiv auf den Verkaufsstopp reagieren werden. Bislang habe sie noch keine Rückmeldung erhalten.

Der Nürnberger Hornbach ist nicht der einzige Markt in Franken. Insgesamt gibt es sechs Filialen in der Region:

  • Nürnberg (Trierer Straße 171)
  • Fürth (Magazinstraße 90)
  • Schwabach (Am Falbenholzweg 7)
  • Bamberg (Laubanger 5-9)
  • Erlangen (Zum Hutacker 6)
  • Würzburg (Am Handelshof 9)

Einige Edeka-Märkte und Rewe-Filialen ziehen mit

Die Forderung nach einem Böller-Verzicht stößt inzwischen bei immer mehr Händlern auf offene Ohren. Einige Kaufleute bei Rewe und Edeka verzichten aber auch in diesem Jahr schon auf das Geschäft mit Silvesterböllern.

Händler, die die Silvesterknaller aus Umweltschutzgründen aus dem Angebot nehmen, gehen durchaus ein gewisses Risiko ein. "Wir verzichten auf den Umsatz, und wir wissen nicht, wie die Kunden reagieren", sagt Christoph Windges, der einen der größten Edeka-Märkte Nordrhein-Westfalens betreibt und in diesem Jahr ebenfalls keine Silvesterknaller im Angebot hat. Schließlich könne der Kunde einfach in den nächsten Supermarkt gehen und dort seine Einkäufe erledigen.

Verband bezeichnet Hornbachs Böller-Boykott als "Marketing-Gag"

Deutschlandweit hat die Branche im vergangenen Jahr rund 133 Millionen Euro Umsatz mit Böllern und Raketen gemacht, und geht von ähnlichen Werten in diesem Jahr aus. Angesichts der Zahl gibt sich der Verband der pyrotechnischen Industrie weiter selbstbewusst. Man habe es mit einer "Scheindebatte" zu tun, heißt es. Feuerwerk sei deutlich weniger schädlich als oft behauptet. Hornbachs Böller-Boykott nennt der Verband einen "Marketing-Gag". Von den 33.000 Supermärkten in Deutschland verzichteten ohnehin nur wenige auf den Verkauf.

Bauhaus prüft ebenfalls Verkaufsstopp

Auch Branchenkenner Uwe Krüger vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) geht davon aus, dass die Nachfrage weiter hoch bleibt. "Ich glaube nicht, dass die Konsumenten dieses Jahr weniger Geld für Feuerwerk ausgeben werden", sagt er. "Die Nachfrage ist ungebrochen und der Handel wäre schlecht beraten, diese nicht zu bedienen." So haben Aldi, Lidl, Kaufland und Real angekündigt, an dem Geschäft mit der Knallerei festhalten zu wollen, weil es die Kunden so wünschen. Indes kündigte die Baumarktkette Bauhaus an, im kommenden Jahr "das Sortiment an Feuerwerk und Böllern in Hinblick auf Nachhaltigkeit komplett zu überarbeiten". Das könne auch einen kompletten Verzicht bedeuten.

Mit dpa-Material

Ein Böllerverbot in der gesamten Nürnberger Innenstadt? Das fordert Stadtrat Thomas Schrollinger von der ÖDP in einem Antrag an den Stadtrat. Vor allem dem Lärm und dem Abfall soll damit entgegengewirkt werden.

Kommentare (8)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren