Nürnberg
Delikte

Gewalt gegen Polizisten: Allein 1.983 Geschädigte in Mittelfranken

Polizisten in Mittelfranken werden immer häufiger attackiert. Im Jahr 2018 gab es 961 Gewaltdelikte, geschädigt wurden 1.983 Beamte. Als Hauptgrund sieht die Polizei Drogen- und Alkoholkonsum.
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Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Beamte aus Mittelfranken werden immer öfter angegriffen. Allein 2018 gab es 1.983 geschädigte Polizisten. Auf Facebook wünscht sich die Polizei ein "respektvolleres Miteinander".

Mittelfranken: Angriffe gegen Polizisten häufen sich - 961 Gewaltdelikte gegen Beamte

Aus einer Infografik der mittelfränkischen Polizei gehen erschreckende Zahlen hervor. Demnach soll es 961 Gewaltdelikte gegen Polizisten im Jahr 2018 gegeben haben. Die Vorfälle gliedern sich auf in "Einsätze aus besonderem Anlass, z.B. Demonstration" (147 Fälle), "Außerdienstliches Einschreiten" (12 Fälle) und "Einsatzlagen täglicher Dienst" (801 Fälle).

Alkohol- und Drogenkonsum als Hauptursache für Beschimpfungen und Angriffe gegen Polizisten

"Die Hauptursache für die Gewalt ist der Alkohol- und Drogenkonsum der Tatverdächtigen. Er enthemmt und führt zu gesteigerter Aggression", schreibt die Polizei.

Aber auch bei alltäglichen Situationen müssten die Beamten mit spontanen Beschimpfungen, Angriffen und sogar Versuchen, die Dienstwaffe zu entreißen, rechnen. Dass der Drogen- und Alkoholkonsum eine entscheidende Rolle spielt, zeigt die Statistik: Von den 789 Tatverdächtigen standen 546 Personen unter Einfluss von Rauschmitteln. Insgesamt wurden 1983 Polizeibeamte geschädigt, 362 darunter verletzt.

Polizeigewalt: 54 Anzeigen, eine Verurteilung - die meisten Anzeigen werden eingestellt

Die Polizei räumt ein, dass es auch Fälle gibt, in denen Beamte in den Verdacht geraten, rechtswidrig zu handeln. "Diese Fälle werden selbstverständlich von neutraler Stelle aufgenommen und der Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorgelegt", so die Polizei. Ungerechtfertigte Polizeigewalt habe in ihren Reihen nichts zu suchen. Dennoch handle es sich um eine "absolute Ausnahme", weswegen auch die meisten Anzeigen gegen Beamte eingestellt würden. Das beweist auch die Statistik: 54 Anzeigen wegen Körperverletzung im Amt gab es, in nur einem Verfahren kam es zur Verurteilung. Vier Verfahren sind noch offen. Erst im Juni ermittelte das LKA gegen zwei Polizisten, nachdem diese bei einem Eingriff brutal vorgingen.

Angriff gegen Beamte sei gleichzeitig Angriff gegen den Staat

Auf Facebook wünscht sich die Polizei "ein respektvolles Miteinander, welches auch in emotionalen Situationen möglich sein muss". Die Beamten seien hervorragend geschult und eine Stabilitätssäule der Demokratie. "Deshalb ist ein Angriff gegen einen Polizeibeamten immer ein Angriff gegen den Staat".

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