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Nürnberg
Verzögerung

Frankentatort wird erst im Sommer gedreht

Die Dreharbeiten für den Frankentatort verschieben sich. Das teilte der Bayerische Rundfunk am Mittwoch mit. Grund für die Verzögerung: Die Arbeiten am Drehbuch sind noch nicht abgeschlossen.
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Foto: Matthias Hoch, Montage: Stefan Reinmann
Foto: Matthias Hoch, Montage: Stefan Reinmann
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Die Ermittler des Franken-Tatort stehen schon lange fest. Nur welchen Fall der Hauptkommissar Konrad Wagner (gespielt von Fabian Hinrichs) lösen soll, ist noch unklar. Ganz einfach weil das Drehbuch noch nicht fertig ist. Deshalb verschieben sich auch die Dreharbeiten, die eigentlich schon im Frühjahr beginnen sollten. Nun werden Frank-Markus Barwasser und Co. frühestens erst im Sommer vor der Kamera stehen. Ein genauer Termin wird noch festgelegt, hat der Bayerische Rundfunk (BR) mitgeteilt.

Die Nachricht vom verschobenen Drehbeginn führt auch in der fränkischen Filmszene zu neuen Spekulationen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wo genau sich die Fernsehkriminalisten in Franken auf die Fährte begeben werden. Fest steht, dass die Ermittler in ganz Franken unterwegs sein wollen. Ihren Dienstsitz sollen die fränkischen Tatort-Ermittler aber im Nürnberger Polizeipräsidium bekommen. Hier residiert auch die einzige "echte" Mordkommission im sonst so friedlichen Franken. In die Frankenmetropole hatte die Gesellschaft zur Förderung der Medien in Bayern im vergangen Jahr bereits zur Suche nach geeigneten Schauplätzen eingeladen. Mit dabei war auch Stephanie Heckner, die beim BR in Sachen "Franken-Tatort" alle Fäden in der Hand hält. "Nürnberg hat alles was der Film braucht und München nicht hat", schwärmt Anja Metzger, die die Reise zu den möglichen Drehorten organisiert hat. Besonders begeistert seien die Filmleute vom Hafen in der Noris gewesen, erinnert sich Metzger. Nürnberg sei eben nicht so herausgeputzt wie die Landeshauptstadt. Diese Hinweise führen in der Filmszene zu weiteren Spekulationen.

Wie wird Franken im Tatort rüberkommen? "Was ich mir wünschen würde vom neuen Franken-Tatort ist, dass er Franken in seiner ganzen traditionellen aber auch modernen Vielfalt darstellt und nicht nur auf seine bekannten Klischees reduziert", sagt Volker Traumann, der Leiter der Bamberger Kurzfilmtage, die noch bis zum Sonntag laufen. Also nicht nur Fachwerk, Bier und Romantik wünscht sich Traumann. "Wir haben auch Ghettos und Hochaussiedlungen. Da pulsiert das Leben, das oft spannender ist, als die Postkarten-Idylle, die man den Touristen so gerne zeigt", findet er.

Dass Franken in Film und Fernsehen bislang überhaupt nicht stattfindet, das ärgert auch Peter Ponnath, der in Fürth eine große Filmproduktionsfirma führt. "Wir sind die einzige Metropol-Gegend in Deutschland, die im Kino und im Fernsehen einfach nicht vorkommt", sagt Ponnath. Das beweise allein der große Bohei, der derzeit um den Franken-Tatort gemacht werde. "Das ist die Krönung der Provinzialität. Wenn in München ein Tatort gedreht wird, dann interessiert das keine Sau", ärgert sich der Filmemacher. Selbstverständlich würden in Franken auch Filmschaffende und Schauspieler leben. Nur arbeiten müssten sie woanders. Ponnath träumt davon, Franken auch als Handlungsort für ernstzunehmende Spielfilme zu etablieren. "Eine Region, die keine Geschichten erzählt, ist langweilig." Immerhin fördere die mediale Aufmerksamkeit auch das Image einer ganzen Region. "Mein Wunsch wäre es, dass wir fränkische Geschichten ins Fernsehen und Kino bringen." Der Franken-Tatort kann in diesem Sinne wohl nur ein Anfang sein.

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