Nürnberg
Wohnungsmarkt

Fast 200 neue Wohnungen in Nürnberg: Hier entsteht großes Wohn-Areal

Neuigkeiten vom Nürnberger Wohnungsmarkt: Das Branntwein-Gelände im Nürnberger Stadtteil St. Jobst ist verkauft worden. Dort sollen bis 2025 fast 200 Wohnungen gebaut werden.
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Am Branntwein-Gelände im Nürnberger Stadtteil St. Jobst sollen rund 200 neue Wohnungen entstehen. Das Gelände ist nun verkauft worden. Foto: Nikolas Pelke
Am Branntwein-Gelände im Nürnberger Stadtteil St. Jobst sollen rund 200 neue Wohnungen entstehen. Das Gelände ist nun verkauft worden. Foto: Nikolas Pelke
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Es tut sich was auf dem Nürnberger Wohnungsmarkt. Eine hochprozentige Überraschung gab es auf dem Nürnberger Wohnungsmarkt: Die fränkische WBG-Immobiliengruppe hat sich die Flächen der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein im Nürnberger Stadtteil St. Jobst geschnappt. Über den Kaufpreis des rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstücks schweigt sich das Nürnberger Wohnungsunternehmen aus. Auf dem begehrten Areal zwischen Altstadt und Erlenstegen an der Äußeren Sulzbacher Straße sollen bis zum Jahr 2025 fast 200 Wohnungen gebaut werden.

Bereits im nächsten Jahr soll mit dem Abbruch der Bestandsgebäude auf dem Sahnegrundstück begonnen werden. Dabei müssen auch die vorhandenen Gleisanlagen aus dem Weg geräumt werden. Kurios ist die vorgesehene Zwischennutzung bis zum geplanten Baubeginn: Übergangsweise soll das Gelände mit seinen vielen technischen Anlagen beispielsweise von Spezialeinheiten der mittelfränkischen Polizei für Übungen genutzt werden. Die Berufsfeuerwehr der Stadt Nürnberg soll das riesige Grundstück ebenfalls als Trainingsgelände zeitweise nutzen dürfen. Auch die freiwilligen Brandbekämpfer sollen auf dem Areal für den Ernstfall proben dürfen.

Mit dem eigentlichen Bau der Wohnungen will die WBG erst im Jahr 2023 beginnen. "Aus heutiger Sicht ist im Rahmen der Gesamtbebauung der Neubau von 180 öffentlich geförderten Mietwohnungen geplant", teilt ein Firmensprecher infranken.de. Neben den öffentlich geförderten Wohnungen sollen weitere Mietwohnungen für den freien Immobilienmarkt entstehen. Im Interesse der Quartiersentwicklung sei neben einer Kindereinrichtung auch eine geringe Anzahl von Gewerbeeinheiten vorgesehen.

Begehrtes Riesengrundstück in Nürnberg

Mit einem cleveren Schachzug hat sich die Nürnberger Immobiliengruppe das begehrte Riesengrundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu einem Vorzugspreis gesichert. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte bereits im September 2018 den verbilligen Direktverkauf von entbehrlichen Grundstücken des Bundes an Kommunen und Gebietskörperschaften ermöglicht. Im Rahmen dieser Richtlinie habe die Stadt Nürnberg mit Beschluss des Stadtrates von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, durch die städtische Tochtergesellschaft WBG das ehemalige Branntwein-Areal zu erwerben. Dies sei durch die Verpflichtung der WBG ermöglicht worden, auf dem Gelände auch Sozialwohnungen zu errichten.

Um alle Vorgaben der so genannten "Verbilligungsrichtlinie" einhalten zu können, sei für den Erwerb, die Planung, die Erschließung, den Bau und die künftige Bewirtschaftung der Wohnungen mit der "Urbanes Wohnen St. Jobst GmbH" sogar eine neue WBG-Tochterfirma gegründet worden. "Aufgrund der Größe und Komplexität sowie des Anspruches eines nachhaltigen Projektes werden wir in einem moderierten Werkstattverfahren mit Beteiligung von Fachplanern, den zuständigen Fachbereichen der Verwaltung, Vertretern des Stadtrates und selbstverständlich dem Bürgerverein sowie der Nachbarn die Grundlagen ermitteln, die dann in die Erarbeitung einer städtebaulichen Rahmenplanung einfließen werden", erklärt WBG-Geschäftsführer Ralf Schekira das weitere Vorgehen.

180 Wohnungen sollen entstehen

Der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) freut sich über den gelungenen Grundstücksdeal. "Die WBG als Tochtergesellschaft der Stadt Nürnberg hat das Grundstück erworben, um dort 180 geförderte Wohnungen zu errichten." 180 Wohnungen seien laut Fraas eine gute und keine kleine Zahl. Zum Vergleich müsse man laut Fraas bedenken, dass im kompletten Jahr 2017 in ganz Nürnberg lediglich 185 geförderte Wohnungen fertiggestellt worden seien.

Im vergangenen Jahr habe es immerhin Förderzusagen für rund 400 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau in der Frankenmetropole gegeben. Einen kleinen Wermutstropfen hat die Geschichte freilich: Fast fünf Jahre sind ins Land gegangen, bis der Mega-Verkauf unter Dach und Fach gebracht werden konnte. "Ja, es hat lang gedauert", gibt selbst Wirtschaftsreferent Michael Fraas unumwunden zu. Wenn die öffentliche Hand als Immobilienverkäufer auftrete, sei dies allerdings leider keine Seltenheit.

Information zum Branntwein-Areal

Geschichte Um die Herstellung von Branntwein zu kontrollieren, wurde 1922 die Reichsmonopolverwaltung (RMV) und später nach dem Krieg im Jahr 1951 die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein gegründet.

Grundstück Das rund 25.000 Quadratmeter große Nürnberger Branntwein-Areal befindet sich im Stadtteil St. Jobst an der Äußeren Sulzbacher Straße.



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