Nürnberg
Notfälle

Falle auf Nürnberger Spielplatz: Feuerwehr musste schon drei Kinder befreien

Auf einem Nürnberger Spielplatz ist ein Klettergerät für drei Kinder zur Falle geworden. Die Feuerwehr musste sie befreien. Die Stadt spricht von Einzelfällen.
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Spielplatz im Kontumazgarten in Nürnberg: Die Feuerwehr befreit ein Kind aus einem Klettergerüst. Foto: Nikolas Pelke
Spielplatz im Kontumazgarten in Nürnberg: Die Feuerwehr befreit ein Kind aus einem Klettergerüst. Foto: Nikolas Pelke

  • Spielplatz in Nürnberg: In einem Klettergerüst wurden schon drei Kinder eingeklemmt.
  • Die Feuerwehr musste anrücken und sie befreien.
  • Die Stadt spricht von Einzelfällen.

Schrecksekunden auf dem Spielplatz: Auf einem kunterbunten Klettergerüst im Kontumazgarten bei der Hallerwiese sind zuletzt reihenweise Kinder stecken geblieben. Die Feuerwehr musste dreimal mit Blaulicht und Sirenengeheul anrücken, um die eingeklemmten Kinder mit Brechstange und Spreizeisen aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Der letzte Vorfall liegt noch gar nicht lange zurück.

Kleines Mädchen steckt fest und weint bitterlich

Am 15. Juli klettert ein Mädchen über das Regenbogen-Gerüst. Plötzlich bleibt die Kleine mit dem Knie in einem Spalt stecken. Das Mädchen weint. Vergeblich versuchen die Eltern, ihre eingeklemmte Tochter aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Oben tröstet die Mutter das Mädchen. Unten wacht der Vater und stützt das Kind mit den Händen ab. In ihrer ausweglosen Lage rufen die Eltern schließlich die Feuerwehr.

Die rückt nach wenigen Minuten mit Blaulicht und Sirene an. Auch ein Notarzt kommt. Mit einer Brechstange und einem Spreizeisen können die Feuerwehrmänner das eingeklemmte Mädchen aus dem Klettergerüst befreien. Der Schrecken steht dem Mädchen kurz danach noch ins Gesicht geschrieben. Auf dem Arm des Notarztes kullern die Tränchen.

Stadt Nürnberg: Sicherheit auf Spielplätzen generell nicht gefährdet

Für die Nürnberger Spielplätze zuständig ist Bürgermeisters Christian Vogel (SPD). In der Amtsstube des Bürgermeisters sind die Probleme mittlerweile bekannt. Laut Uwe-Andre Bauer vom Bürgermeisteramt handelt es sich auf dem Spielplatz im Kontumazgarten "um einen gerätespezifischen Einzelfall".

Will heißen, dass die Sicherheit auf Nürnberger Spielplätzen generell nicht gefährdet ist. Im Bürgermeisteramt sind zwei Vorfälle im April und Juli bekannt, bei dem die Feuerwehr zu dem Spielplatz gerufen werden musste. Bei einem dritten Vorfall am 15. Juli wurde ein inFranken.de-Redakteur zum Zeugen.

Kontakt mit Hersteller: Bretter sollen Durchrutschen verhindern

Am 25. April hatte es laut Uwe-Andre Bauer einen Vorfall gegeben, bei dem das Kind mit einem Brecheisen befreit wurde. Beim zweiten Fall im Juli 2019 sei die Feuerwehr mit einem Spreizer vor Ort gewesen.

Bereits nach dem zweiten Vorfall habe die Stadt die Herstellerfirma des Regenbogen-Klettergerüstes kontaktiert und einstweilen Bretter als Sicherung gegen Durchrutschen eingebaut, damit es zu keinen weiteren Vorfällen kommt. Sollte diese "Bretterlösung" funktionieren, könne das Gerät weiter genutzt werden. Andernfalls müsste das kunterbunte Kletter- und Rutschgerät "sofort gesperrt und eingezäunt" werden.

TÜV habe Spielplatz abgenommen

Der persönliche Mitarbeiter von Bürgermeister Vogel weist auf Anfrage ferner darauf hin, dass das betreffende Spiel- und Klettergerät TÜV-geprüft sei. Die entsprechenden Nachweise würden der Stadt vorliegen. Obendrein sei der gesamte Spielplatz vom TÜV abgenommen worden. Eigentlich sollten derartige Notfälle auf Spielplätzen nicht vorkommen. "Trotzdem mussten wir nachdem zuletzt bekannt gewordenen Vorfall reagieren", betont Uwe-Andre Bauer.

Geräte auf betroffenem Spielplatz nur zwei Jahre alt

Die Probleme rund um das Klettergerüst im Kontumazgarten beschreibt Bauer als Einzelfall. Insgesamt gibt es in Nürnberg derzeit knapp 300 öffentlich zugängliche Spielplätze. Die Sicherheitskontrollen der Spielplätze würden laut Stadt jährlich rund 500.000 Euro kosten. Insgesamt seien die Spielgeräte auf den Spielplätzen in Nürnberg bei bestimmungsgemäßer Nutzung sicher. Dafür werde von Seiten der Stadt auch viel getan. Die öffentlichen Spielplätze würden dreimal in der Woche einer Sichtkontrolle unterzogen, einmal monatlich funktionsgeprüft und einmal pro Jahr einer Hauptuntersuchung unterzogen. Schäden oder Unregelmäßigkeiten würden durch diese engmaschige Prüfung regelmäßig auffallen. Auch würde die Stadt auf Beschwerden sofort reagieren und Hinweisen aus der Bevölkerung beispielsweise von Eltern sofort nachgehen.

Der Spielplatz im Kontumazgarten ist alles andere als alt. Die neuen Spielgeräte vor den westlichen Toren der Altstadt zwischen Gostenhof und Johannis hat die Stadt erst vor rund zwei Jahren aufgebaut.

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