Nürnberg
Blindgänger

Explosions-Gefahr in Nürnberg: Über diesen Orten wurden die meisten Bomben abgeworfen

Mit einem lauten Schlag ist Mitte Februar eine 250-Kilogramm-Bombe in Nürnberg explodiert. Mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg schlummern noch viele Blindgänger im Boden der Stadt. Über einigen Orten warfen die Alliierten besonders viele Fliegerbomben ab.
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In Nürnberg werden regelmäßig Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Einige Stadtteile sind besonders betroffen. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
In Nürnberg werden regelmäßig Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Einige Stadtteile sind besonders betroffen. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Bomben-Blindgänger in Nürnberg: Wo liegen besonders viele Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg und wie gefährlich sind sie für die Bürger der Stadt?

Die Einwohner Nürnbergs mussten während des Zweiten Weltkriegs schreckliches Leid ertragen. Ihre Stadt wurde oft von alliierten Bomber-Kommandos heimgesucht. Auf historischen Luftbildern der Alliierten, die die Einschlagsorte zeigen, können Forscher noch heute sehen, wo die meisten Bomben niedergingen - und wo unter Umständen noch immer gefährliche Blindgänger liegen könnten.

Bomber-Angriffe auf Nürnberg: Einige Stadtgebiete besonders betroffen

In Nürnberg wurden die Altstadt, die Industriegebiete sowie die Eisenbahnstrecken besonders stark bombardiert, erläutert Johannes Kröckel von der Luftbilddatenbank in Estenfeld bei Würzburg. "Auch die damaligen Flugplätze der Luftwaffe boten ein attraktives Ziel für die alliierten Bomber." Die Flughäfen lagen in der Nordstadt sowie an der Stadtgrenze zu Fürth.

Tatsächlich wurden an diesen Orten besonders viele Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Feuerwehr Nürnberg nennt drei Schwerpunkte im Stadtgebiet:

  • Gegend um Hauptbahnhof als hervorstechendsten Fundort
  • Bahngleise allgemein
  • Südstadt (traditionell viel Industrie)

5 bis 10 Prozent der Bomben waren Blindgänger

Allerdings explodierten viele der abgeworfenen Fliegerbomben nicht. "Es wird geschätzt, dass bei den Abwürfen 5 bis 20 Prozent der Bomben nicht detoniert sind." Das berichtet der Betriebsleiter Dr. Andreas Heil des stadtbekannten Kampfmittelräumdienstes Tauber.

Der Großteil der bisher gefundenen Blindgänger konnte jedoch ordnungsgemäß entschärft werden, ohne dass sie gesprengt werden mussten. Die Entscheidung hängt mit dem Zustand des Zündsystems zusammen. Wenn die routinemäßige Entschärfung zu riskant wird, muss gezielt gesprengt werden.

Blindgänger im Erdreich Nürnbergs werden gefährlicher

Die Zeit spielt gegen die Bomben-Entschärfer. "Aufgrund der Wechselwirkung von Nässe und Trockenheit werden die Blindgänger mit der Zeit gefährlicher", erklärt Dr. Heil. Falls der Sprengstoff austritt, könne es eine verheerende Verbindung mit Eisen geben.

Wie lange es noch dauert, bis alle Blindgänger in Nürnberg unschädlich gemacht sind, ist laut Heil ungewiss. Der Experte schätzt, dass es noch mehr als 100 Jahre dauern wird.

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