Nürnberg
Großer Andrang

Chaos in Nürnberg: Europawahl 2019 wird für Rumänen zur Tortur - Tumulte in anderen Städten

Chaos vor rumänischem Wahllokal in Nürnberg: Bis zu 800 Rumänen wollten am Sonntag bei der Europawahl 2019 abstimmen - und sorgten so für einen Polizeieinsatz in Nürnberg. In anderen Städten in Deutschland kam es zu Tumulten.
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Tumulte wegen Wahl-Chaos in Offenbach: In Nürnberg drängten sich am Sonntagabend auch  hunderte Rumänen vor einem Wahllokal in der Fürther Straße. Hier blieb es aber laut Polizei friedlich. Foto: NEWS5/Friedrich
Tumulte wegen Wahl-Chaos in Offenbach: In Nürnberg drängten sich am Sonntagabend auch hunderte Rumänen vor einem Wahllokal in der Fürther Straße. Hier blieb es aber laut Polizei friedlich. Foto: NEWS5/Friedrich
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Das Wahl-Chaos wegen hunderter Rumänen in Nürnberg war kein Einzelfall bei der Europawahl 2019 in Deutschland. Probleme gab es nach Angaben der dpa auch in anderen Städten. So mussten am Sonntag (26.05.2019) unter anderem in München, Offenbach, Ulm und Bochum Tausende Menschen lange Zeit vor Wahllokalen warten.

In Offenbach kam es Polizeiangaben zufolge zu tumultartigen Szenen, als rund 4000 Menschen, darunter viele mitangereiste Kinder und Angehörige von Wählern, in praller Sonne vor dem Gebäude ausharren mussten. Die Wahl wurde für viele zur Tortur.

Europawahl 2019: Nicht alle Rumänen können wählen

Während in München alle Wartenden ihre Stimme abgeben durften, beendete der rumänische Wahlleiter in Ulm pünktlich um 21 Uhr die Wahl und schickte die noch 500 wartenden Menschen per Megafon nach Hause. Ob jeder in Nürnberg seine Stimme abgeben durfte, ist bislang noch unklar.

In Nürnberg wollten bis zu 800 Rumänen wählen. Zusätzlich wollten die Menschen für ein nationales Referendum abstimmen, das Strafen für Korruption und Amtsmissbrauch lockern soll. Das sorgte für Chaos in der Fürther Straße in Nürnberg. Streifen rückten an und halfen bei der Absicherung, berichtet die Polizei inFranken.de am Abend.

Wahllokal in Nürnberg: Rettungsdienst muss zwölf Menschen versorgen

Thilo Könicke, der Einsatzleiter Rettungsdienst, sagte gegenüber News5, dass es im Laufe des Nachmittags zu zwölf Versorgungen kam, von denen aber nur wenige ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Der Einsatz sei ruhig verlaufen.

Was war der Grund für die Menschenmengen vor den Wahllokalen?

Schuld an den tumultartigen Szenen ist laut Angaben der dpa das Land Rumänien selbst: Etwa in Offenbach standen den rund 1000 Wählern lediglich sechs Wahlkabinen zur Verfügung. Rumänien - eines der ärmsten EU-Länder - habe zudem nicht genügend Wahlurnen für seine Bürger in Deutschland bereitgestellt. Eine ähnliche Situation hatte es bereits bei der Europawahl 2014 gegeben.

Außerdem vermuten viele der Rumänen, dass die Mitarbeiter bewusst langsam arbeiten, um die Wahl zu verzögern: Neben der Europawahl stimmten die Rumänen auch über eine höchst umstrittene Justizreform ab, mit der die Regierung die Strafen für Korruption und Amtsmissbrauch lockern will - was auch der Grund für den großen Andrang war. Die Regierung wolle deshalb die Stimmabgabe der Bürger behindern.

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