Schnaittach
Obduktionsergebnis

Schnaittach: Eingemauertes Ehepaar wurde erschlagen - auch zweite Leiche identifiziert

Im Fall des ermordeten Ehepaars sind die Ermittler einen Schritt weiter: Beide wurden erschlagen. Die Frage nach dem Wann und Wieso bleibt.
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FDie Obduktionsergebnisse im Fall des ermordeten Ehepaars in Schnaittach wurde am Mittwoch bekannt gegeben. Foto: NEWS5 / DESK
FDie Obduktionsergebnisse im Fall des ermordeten Ehepaars in Schnaittach wurde am Mittwoch bekannt gegeben. Foto: NEWS5 / DESK

Update mit neuen Erkenntnissen: 29.01.18, 14.02 Uhr

Nach dem Mord an dem vermissten Ehepaar in Schnaittach bei Nürnberg ist inzwischen auch die zweite Leiche identifiziert. Es handle sich um die vermisste 66 Jahre alte Frau, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Nürnberg am Montag. Dies habe nun mit Hilfe eines DNA-Tests bewiesen werden können. Die Sprecherin bestätigte damit Medienberichte.
Bereits am vergangenen Dienstag hatten Rechtsmediziner nachgewiesen, dass es sich bei der männlichen Leiche um den 70 Jahre alten Ehemann handelte.

Zuvor:

Das eingemauerte Ehepaar aus Schnaittach ist erschlagen worden. "Wir müssen bei beiden Opfern davon ausgehen, dass sie an einem Schädel-Hirn-Trauma infolge stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf gestorben sind", sagte Oberstaatsanwältin Anita Traud am Mittwoch zum vorläufigen Obduktionsergebnis.

Auf die Köpfe der Opfer wurde demnach mit einem Gegenstand massiv eingeschlagen. Nach Informationen der dpa handelt es sich bei der Tatwaffe um ein Werkzeug.

 

Die Polizei hatte die Leichen am Montag auf dem Grundstück des Paars im Landkreis Nürnberger Land gefunden. Sie waren in einem Nebengebäude der Garage eingemauert worden. Des gemeinschaftlichen Mordes verdächtig sind der 25 Jahre alte Sohn der Eheleute sowie dessen 22-jährige Ehefrau. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

Rechtsmediziner bestätigten am Dienstag, dass es sich bei der männlichen Leiche um den 70 Jahre alten Vater des 25-Jährigen handelt. Am Mittwochvormittag wurde auch die weibliche Leiche obduziert. Die Tote sei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die 66 Jahre alte Mutter, sagte Traud. Es liefen jedoch noch weitere Untersuchungen, um ganz sicher zu sein.

 

 


Sohn hatte auf Facebook nach seinen Eltern gesucht

Das Ehepaar war seit Mitte Dezember vergangenen Jahres nicht mehr gesehen worden. Der Sohn hatte seine Eltern jedoch erst Ende Dezember als vermisst gemeldet und danach sowohl auf Facebook als auch über einen regionalen Fernsehsender einen Suchaufruf gestartet.

Der genaue Todeszeitpunkt der Opfer ist weiterhin unklar. Er lasse sich nur schwer feststellen, sagte Traud. Die Tat liege aber vermutlich mehrere Wochen zurück. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich die Tat im Haus des Paars zugetragen hat." Die Wohnung der Eltern wurde - mutmaßlich von den beiden Verdächtigen - gereinigt und laienhaft renoviert, hatten Ermittler berichtet.

 

 


Rätsel über das Motiv

Gerätselt wird weiterhin über das Motiv. Der mittelfränkische Polizeipräsident Johann Rast hatte am Montag angedeutet, dass die 66-Jährige mit der Beziehung ihres Sohnes zu der 22-Jährigen nicht einverstanden war. Die Hochzeit der beiden fand Ende Dezember ohne die Eltern des 25-Jährigen statt.

 

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