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Lebensfreude

Drei Tipps für glückliches Leben - fränkischer Glücksforscher erklärt, worauf es wirklich ankommt

Jeder Mensch ist auf der Suche nach Glück im Leben. Wirtschaftssoziologe Prof. Dr. Wolbring von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erforscht, worauf es ankommt. Das sind seine drei Ratschläge.
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Drei Schritte, um glücklich zu sein:  Prof. Dr. Wolbring von der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erklärt, wie Sie das schaffen. Symbolfoto: Shad0wfall/Pixabay.com
Drei Schritte, um glücklich zu sein: Prof. Dr. Wolbring von der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erklärt, wie Sie das schaffen. Symbolfoto: Shad0wfall/Pixabay.com
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Geld allein macht nicht glücklich - so der Titel der Antrittsvorlesung des Wirtschaftssoziologen Prof. Dr. Wolbring von der Friedrich- Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Bei der Veranstaltung Wissenschaft auf AEG verriet er, wie man sich verhalten sollte, um glücklicher durchs Leben zu gehen.

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Trick Nummer Eins: Weniger Vergleichen

Wer immer nur nach dem Auto des Nachbarn schaut, gefährdet sein Glück. Geld spielt nur in den unteren Einkommensbereichen eine Rolle, ab etwa 800 Euro pro Person pro Monat nimmt die Zufriedenheitskurve jedoch nur noch langsam zu. Laut den von Professor Wolbring vorgestellten Studien wirkt es sich jedoch nachhaltig negativ auf die eigene Zufriedenheit aus, wenn man sich mit allem und jedem vergleicht. Wer sich über die Beförderung des Kollegen ärgert statt sich mit ihm zu freuen riskiert seine Zufriedenheit.

Professor Wolbring rät daher davon ab, sich auf Gefühle wie Neid und Missgunst zu fokussieren. Generell stellt er heraus, dass eine Gesellschaft die auf Wettbewerb und Vergleich ausgerichtet ist, eher unglückliche Menschen hervorbringt.

Trick Nummer Zwei: Gelassenheit durch Gewohnheitseffekt

Sämtliche Studien zur Zufriedenheit von Menschen zeigen ein und dieselbe Tendenz: Nach etwa 3 bis 5 Jahren stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein und die Zufriedenheitskurve stabilisiert sich. Dies gilt für den Lottogewinn ebenso wie für die Geburt eines Kindes. Menschen gewöhnen sich an die neue Lebenssituation.

Im Umkehrschluss leitet Professor Wolbring ab, dass wir uns bei Entscheidungen nicht so sehr damit beschäftigen sollten ob wir sie später bereuen. Wer Gelassen durchs Leben geht ist glücklicher!

Trick Nummer Drei: Die richtigen Netzwerke pflegen

Familie und Freunde sind vielen das Wichtigste im Leben. Und auch hier haben Forscher herausgefunden, dass die richtige Wahl des Umfelds einen Effekt auf die eigene Lebenszufriedenheit hat. Professor Wolbring zitiert die Harvard Soziologen Nicholas Christakis und James Fowler, die bereits 2008 gezeigt haben, dass glückliche Menschen die Personen um sich herum anstecken. Bei sozialen Netzwerken bilden sich so regelrechte Gruppen von glücklichen Menschen. Eher unzufriedene Menschen stecken sich aber auch gegenseitig an.

Wer sich also in seinem persönlichen Umfeld mit Grantlern umgibt, wird tendenziell auch eher unzufrieden durchs Leben gehen.

Neben den gesellschaftlichen Einflüssen, denen wir alle nicht entkommen können, gibt es aber auch noch sehr individuelle Faktoren. Die Glücksforschung ist in dieser Form noch eine sehr junge Wissenschaft. Gerade genetische Faktoren oder individuelle Lebensziele spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Die eine Formel haben die Wissenschaftler bisher noch nicht gefunden. Aber mit diesen drei Tricks stehen die Chancen gut, dass die nächsten Jahre glücklicher werden.

An einer Berufsschule in Heidelberg wurde Glück sogar als Fach eingeführt: Weltglückstag: Negative Emotionen sind wichtig, um Glücksmomente genießen zu können.

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