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Verkehr

Drei Mega-Baustellen in Nürnberg: Hier drohen 2019 heftige Staus

Autofahrer müssen sich auf neue Baustellen in Nürnberg einstellen. 70 Millionen Euro will Nürnberg in diesem Jahr in den Straßen- und Brückenbau investieren.
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Nürnbergs Autofahrer brauchen im Jahr 2019 wohl noch mehr Geduld. Aufgrund vieler Baustellen werden sich die Stauzeiten erhöhen. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa
Nürnbergs Autofahrer brauchen im Jahr 2019 wohl noch mehr Geduld. Aufgrund vieler Baustellen werden sich die Stauzeiten erhöhen. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa
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Die Stadt Nürnberg will in diesem Jahr viel Geld in den Straßen- und Brückenbau investieren. Dadurch werden einige Baustellen entstehen.

Die Nürnberger stehen schon viel im Stau. Fast 40 Stau-Stunden sind im Jahr 2016 durchschnittlich gezählt worden. Nach dem Motto "Wer baut, erntet Stau" droht im neuen Jahr neuer Ärger. Rund 70 Millionen Euro will die Stadt Nürnberg in diesem Jahr in den Straßen- und Brückenbau investieren, kündigte der zuständige Bürgermeister Christian Vogel (SPD) am Mittwoch auf einer Baustellen-Pressekonferenz im Nürnberg Rathaus an. Damit werden neue Nadelöhre für den Autoverkehr geschafften. Drei Mega-Projekte dürften die Nerven staugeplagter Verkehrsteilnehmer im Jahr 2019 besonders beanspruchen.

Baustellen in Nürnberg: Drei Mega-Projekte im Jahr 2019

 

  • Beispiel Wöhrder See: Bereits am 18. Februar startet die Generalsanierung der Adenauerbrücke. Für rund sieben Millionen Euro wird die wichtige Verkehrsverbindung bis Ende 2020 komplett erneuert. Durch die Arbeiten wird die Brücke teilweise nur einspurig befahrbar sein. Staus dürften hier deshalb vorprogrammiert sein. In südlicher Richtung wird der Wöhrder Talübergang im Jahr 2019 nur einspurig zu befahren sein. In umgekehrter Richtung soll der Verkehr 2020 nur mit einer statt zwei Fahrspuren auskommen.
  • Beispiel Nordwestring: An der wichtigen "Schöller-Kreuzung" auf dem Nordwestring an der Erlanger Straße starten am 13. Mai die Bauarbeiten. Hier wird es an einem verlängerten Juni-Wochenende vom 20. bis zum 23. Juni sogar zu einer Vollsperrung kommen. Ansonsten soll für die Autofahrer immerhin noch ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Ohne größere Staus wird diese Maßnahme wohl kaum über die Bühne gehen. Immerhin scheint sich die Stadt darüber im Klaren zu sein. Bei den Bauarbeiten soll besonders auf die Tube gedrückt werden. Bereits zum Ende der Pfingstferien soll die Erneuerung der Straßendecke in trockenen Tüchern sein. Allerdings sollen fast an gleicher Stelle am 24. Juni erneut die Bagger anrollen. Aufgrund der Anlage eines neues Radweges wird der Verkehr auf der Erlanger Straße stadtauswärts bis zum 31. August nur bedingt flüssig fließen können. Die Kosten für beide Maßnahme belaufen sich laut Stadt insgesamt auf rund 1,7 Millionen Euro.
  • Beispiel Südstadt: Autofahrer, die häufig auf der Bayernstraße unterwegs sind, müssen jetzt ganz stark sein. Ab Herbst 2019 starten auf der wichtigen Verkehrsachse im Nürnberger Süden umfangreiche Straßen- und Kanalarbeiten. Knapp zehn Millionen Euro steckt die Stadt in die Runderneuerung der holprigen Piste beim Dutzendteich. Die Auswirkungen auf den Autoverkehr dürften gravierend sein. Je Fahrtrichtung soll laut den Planungen der Stadt nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Die Baustellen-Dauer dürfte insbesondere viele Pendler, die über die Bayernstraße ihren Arbeitsplatz in der Südstadt ansteuern, den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Die Sanierung der Verbindungsachse soll drei Jahre in Anspruch nehmen und erst Ende des Jahres 2022 abgeschlossen sein.

 

Weitere Maßnahmen bilden zusätzliche Belastung für Verkehr

Zu diesen Mega-Baustellen gesellen sich Vorhaben, die es ebenfalls in sich haben dürften. Wie ein Beispiel im Südwesten beweist. Ab dem 4. März wird die Brücke über den Main-Donau-Kanal entlang der Rothenburger Straße für rund sechs Millionen Euro saniert. Auch hier werden die Bauarbeiten bis 2020 andauern. Auch hier wird sich die Blechlawine besonders im Berufsverkehr zur Rushhour mit der halbseitigen Verkehrsführung wahrscheinlich sehr schwer tun.

Rund 10.000 Baustellen in diesem Jahr

Insgesamt seien laut Stadt rund 10.000 Baustellen im Jahr 2019 im Nürnberger Stadtgebiet geplant. In rund 50 Prozent der Fällen geht es um Kanal- und Leitungsarbeiten. Private Bauherren sind für ein Viertel der Baustellen verantwortlich. Immerhin noch rund 2500 Baustellen gehen allein auf das Konto der Stadt. Neben den Großbaustellen dürften auch relativ kleine Straßenbauprojekte für weitere Stau-Stunden in Nürnberg sorgen. Bestes Beispiel hierfür dürfte die geplante Baustelle auf einer neuralgischen Kreuzung in Höhe der Stadtgrenze in der Nähe der wichtigen Autobahn-Ausfahrt Nürnberg/Fürth sein. Zwischen März und September soll der Kreuzungsbereich auf der Fürther Straße in Höhe der Höfener Straße für vergleichsweise schlappe 350.000 Euro saniert werden. Allerdings sind auch hier reduzierte Fahrstreifen geplant. An einem Wochenende soll es womöglich auch hier zu einer Vollsperrung kommen können.

70 Millionen Euro werden investiert - zeitgemäße Infrastruktur soll gewährleistet werden

"Die 70 Millionen sind eine gewaltige Hausnummer", sagte der zuständige Bürgermeister Christian Vogel (SPD) am Mittwoch in Nürnberg. Mit dem vielen Geld wolle die Stadt freilich keine Autofahrer ärgern sondern sicherstellen, dass Nürnberg durch eine zeitgemäße Infrastruktur erfolgreich bleibe. Vogel empfiehlt den vielen Autofahren, sich rechtzeitig über Ausweichrouten zu informieren. Staugeplagte Autofahrer können sich immerhin damit trösten, dass eine Super-Mega-Baustelle im Jahr 2019 wohl sicher noch nicht für neuerliche Wartezeit auf den Straßen sorgen. Der Start des kreuzungsfreien Ausbaus des Frankenschnellwegs soll laut Bürgermeister Vogel frühestens im Jahr 2020 beginnen können. Neue Einzelheiten zu dem Nürnberger Top-Streitthema will Vogel erst im Februar bekannt geben.

Nähere Informationen zu allen Baustellen findet man auf der Homepage der SÖR.

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