Schnaittach
Anklage

Doppelmord in Schnaittach: Sohn (26) soll Eltern vergiftet, erschlagen und eingemauert haben

Laut Anklage hat er die eigenen Eltern umgebracht und die Leichen eingemauert: Ein 26-Jähriger aus Schnaittach wird gemeinsam mit seiner Frau wegen Mordes angeklagt.
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Die Leichen des vermeintlich verschwundenen Ehepaares wurden im Januar in der Garage eingemauert gefunden. Foto: News5/DESK
Die Leichen des vermeintlich verschwundenen Ehepaares wurden im Januar in der Garage eingemauert gefunden. Foto: News5/DESK

Zehn Monate nach dem grausamen Tod eines Ehepaares aus Schnaittach hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Mordanklage gegen den 26-jährigen Sohn und dessen 22-jährige Frau erhoben.

Nach dem Ergebnis der umfangreichen Ermittlungen besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass die beiden Angeschuldigten im Herbst 2017 zunächst den Entschluss fassten, die Mutter zu vergiften. Hierzu sollen sie giftige Pflanzensamen in ein Gebäckstück eingebacken und der 66-Jährigen angeboten haben. Da diese nach dem Verzehr zwar Vergiftungserscheinungen zeigte, aber nicht verstarb, soll der Sohn ihr wenige Wochen später ein Getränk angeboten haben, das eine giftige Chemikalie enthielt. Aufgrund des auffälligen Geschmacks nahm die 66-Jährige jedoch nur eine nicht tödlich wirkende Menge zu sich.

Nachdem auch dieser zweite Vergiftungsversuch gescheitert war, soll der 26-Jährige in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2017 seine im Bett liegende Mutter durch mehrere Schläge mit einem Zimmermannshammer getötet haben. Gleich darauf soll er auch seinen hinzukommenden 70-jährigen Vater mit dem Werkzeug angegriffen und erschlagen haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Angeschuldigten in den Tagen nach der Tat gemeinsam zahlreiche Baumaterien gekauft haben, mit denen dann die Leichen der Eltern, das Tatwerkzeug und weitere Spuren in einem Nebenraum der Garage des elterlichen Anwesens eingemauert wurden. Anschließend sollen die beiden Angeschuldigten den Tatort renoviert haben, um weitere Spuren zu beseitigen. Am 28. Dezember 2017 meldeten sie die Eltern bei der Polizei als vermisst, einen Tag später heiratete das Paar.

Beide Beschuldigten befinden sich seit dem 22.01.2018 in Untersuchungshaft. Der 26-Jährige

bestreitet den Vorwurf. Seine 22-jährige Frau hat Angaben zu den Taten gemacht, aber eine

eigene Beteiligung an den Tötungshandlungen bestritten. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen

haben der 26-Jährige und seine 22-jährige Frau die Tat jedoch beide gewollt und gemeinsam

geplant. Der Anklagevorwurf lautet deshalb bei beiden Angeschuldigten auf zweifachen

versuchten Mord sowie Mord in zwei Fällen.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat nun darüber zu entscheiden,

ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt und das Hauptverfahren eröffnet. Die

Staatsanwaltschaft hat für den Tatnachweis unter anderem 61 Zeugen und elf Sachverständige

benannt.

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