Nürnberg
Norisring

Die Geschichte des Norisring: So wurde die Nürnberger Rennstrecke berühmt

Die Geschichte des Norisring beginnt im Jahr 1947 auf dem ehemaligen Reichstagsgelände. Bereits damals machen sich Tausende Motorsportfans auf den Weg nach Nürnberg, um das erste Rennen rund um die Zeppelinbühne zu feiern. Von Kira Welling
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Norisring befindet sich auf dem alten Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/dpa
Der Norisring befindet sich auf dem alten Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/dpa
+2 Bilder

Als 1947 der Norisring noch eine namenlose Rennstrecke war, fand dort das erste Motorradrennen statt. Dass es sich ausschließlich um Motorräder handelte, ist nicht überraschend: Immerhin war Nürnberg damals für seine Motorrad-Industrie bekannt. Alle großen Marken wie Triumph, Zündapp, Hercules, Hecker, Ardie, Victoria und Mars wurden in Nürnberg produziert.

Daher kommt der Name "Norisring"

Die Zeit der Namenlosigkeit endete für die neue Rennstrecke auf dem alten Reichstagsgelände im Jahr 1950. Die Nürnberger waren aufgerufen, sich an der Namensfindung zu beteiligen und letztendlich gewann der Name Norisring. Dies ist nicht zufällig, sondern nimmt Bezug auf die Heimat. "Nor" leitet sich von "steiniger Felsen" ab - damit ist der Keuperfels gemeint, auf dem die Burg gipfelt. Der Name Nürnberg wird auf dieses kleine Wörtchen zurückgeführt.

Außerdem schaffte es Inspiration für den Beinamen "Noris". So nutzte zum Beispiel Johann Helwig in einem Gedicht den Vergleich für Nürnberg mit der mythischen Nymphe Noris. Und bis heute nutzt die Stadt sowohl den Beinamen als auch den Bezug zur Nymphe gern. Kein Wunder also, dass der Name Norisring mittlerweile seit vielen Jahrzehnten fest in den Köpfen der Motorsportfans verankert ist.

Motorradrennen dank US-Soldaten

Dass die ersten Motorradrennen auf der zwei Kilometer langen Strecke überhaupt stattfinden konnten, war den in Nürnberg stationierten amerikanischen Soldaten zu verdanken. Die Soldaten sorgten nicht nur für das Benzin der Maschinen, sie organisierten zudem die Verpflegung der vielen tausend Zuschauer. Während ursprünglich kaum Autorennen auf dem Zeppelinfeld stattfanden, begann sich das ab den 1960er Jahre rasant zu ändern.

Auch die Rennstrecke veränderte sich im Verlauf der Jahre. Seit 1972 ist die Rundstrecke des Norisrings um die Zeppelintribüne herum 300 Meter länger geworden und erstreckt sich auf 2,3 Kilometer. Zudem müssen die Fahrer erfolgreich die vier Kurven meistern. Die Gesamtlänge des Norisrings beträgt inzwischen rund vier Kilometer. Mitte 2005 wurde ein Fußgängertunnel eingeweiht, der es den Zuschauern ermöglicht während der Rennen rasch die Seite zu wechseln.

Das erwartet die Fans des Motorsports am Norisring in Nürnberg

Nachdem die Autos die Motorräder weitestgehend verdrängt hatten, wurde von den Motorradfans ab 2001 auf dem Norisring der Classic-Motorrad-Cup wieder ins Leben gerufen. Bis 2007 gingen bei den klassischen Motorradrennen viele bekannte Fahrer an den Start, darunter zahlreiche berühmte Rennfahrer wie der Weltmeister Dieter Braun. Ab 2008 war es jedoch vorbei mit dem Spaß, da sich die Anwohner mit ihrer Lärmschutz-Klage durchgesetzt hatten.

Mit dem traditionellen Renn-Slalom um den Preis von Nürnberg wird die Motorsportsaison am Norisring alljährlich zwischen Ende März und Anfang April eröffnet. Das anschließende Rennwochenende findet in der Regel zwischen Ende Juni und Anfang Juli auf dem Stadtkurs statt.

Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft

Während des dreitägigen Rennwochenendes, das seit zwei Jahren unter dem Titel "Internationales ADAC Norisring Speedweekend" läuft, lassen es sich in jedem Jahr tausende von Motorsportfans nicht nehmen, nach Nürnberg zu pilgern. Immerhin finden an diesem rasanten Wochenende Events wie die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, auch unter der Abkürzung DTM bekannt, sowie der Porsche Carrera Cup Deutschland statt. Dazu gibt es ein attraktives Rahmenprogramm, bei dem die Fans unter anderem Konzerte und Stuntshows erwarten.

"Grid Girls" gehören wohl einfach dazu. Das Norisring-Rennen setzt weiterhin auf die leicht bekleideten Mädels - auch wenn eine Frauenbeauftragte der Stadt den Sexismus am liebsten von der Rennstrecke verbannen will.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren