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Nürnberg
Kurz vor Stichwahl

Nach Coronavirus-Verdacht: OB-Kandidat Marcus König gibt Entwarnung

Nachdem sich der OB-Kandidat der Nürnberger CSU, Marcus König, wegen eines Coronavirus-Verdachts in häusliche Quarantäne begeben hatte, musste auch sein Herausforderer Thorsten Brehm (SPD) bangen: Inzwischen gibt es jedoch Entwarnung.
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Nachdem sich CSU-OB-Kandidat Marcus König (r.) wegen eines Coronavirus-Verdachts in häusliche Quarantäne begeben hatte, musste auch sein Herausforderer Thorsten Brehm (SPD) bangen: Jetzt gibt es aber Entwarnung. Foto: Nicolas Armer/dpa
Nachdem sich CSU-OB-Kandidat Marcus König (r.) wegen eines Coronavirus-Verdachts in häusliche Quarantäne begeben hatte, musste auch sein Herausforderer Thorsten Brehm (SPD) bangen: Jetzt gibt es aber Entwarnung. Foto: Nicolas Armer/dpa

Update vom 20.03.2020, 17.45 Uhr: OB-Kandidat König nicht mit Virus infiziert

Nachdem sich der Oberbürgermeister-Kandidat der Nürnberger CSU, Marcus König, wegen eines Coronavirus-Verdachts in häusliche Quarantäne begeben hatte, musste auch sein Herausforderer Thorsten Brehm (SPD) bangen. Inzwischen gibt es jedoch Entwarnung: König hat sich nicht mit dem Erreger infiziert.

"Ich bin sehr erleichtert. Nicht nur wegen mir und meiner Familie, sondern wegen der Menschen in meinem Umfeld und wegen der Menschen, die mir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in den vergangenen Tagen begegnet sind", sagte König. "Auch in Anbetracht der Maßnahmen, die die Bayerische Staatsregierung heute verkündet hat, werde ich mich weiter zuhause aufhalten."

Meldung vom 20.03.2020, 15.30 Uhr: OB-Kandidat Marcus König in Quarantäne - Thorsten Brehm kontaktiert Klinikum

Schon spannend genug wird die Stichwahl in Nürnberg um die Nachfolge von Amtsinhaber Ulrich Maly. Doch jetzt wirbelt das Coronavirus den Endspurt im Wahlkampf noch einmal ganz unmittelbar durcheinander.

Sprichwörtlich aus heiterem Himmel hat Marcus König, OB-Kandidat der CSU, am Donnerstagnachmittag (19.03.2020) erklärt, sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben. Kurz zuvor habe der 39-jährige CSU-Bewerber auf den Chefsessel im Nürnberger Rathaus erfahren, mit einer positiv auf Corona getesteten Person in Kontakt gekommen zu sein.

Coronavirus-Verdacht: OB-Kandidat König will sich testen lassen

"Jetzt gilt es Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die mir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen noch begegnen könnten. Daher ist der Gang in die Quarantäne unausweichlich", hat König mitgeteilt und weiter erklärt, sich umgehend einem Test unterziehen zu wollen.

Das Ergebnis des Virustests will König ebenfalls so schnell wie möglich bekannt geben, um anderen Menschen ebenfalls Gewissheit geben zu können. "Sobald das Testergebnis vorliegt, werde ich es veröffentlichen", sagt König und führt derweil den Wahlkampf aus den eigenen vier Wänden per Internet und Telefon weiter.

Das ist insofern keine allzu große Umstellung, als dass die beiden im Rennen verbliebenen Parteien in Nürnberg aufgrund der Coronakrise bereits seit einer Woche auf persönliche Begegnungen mit den Wählern beispielsweise im Straßenwahlkampf verzichten.

SPD-Kandidat: Brehm sucht Rat bei Klinikum

Dennoch ist König durch die Quarantäne jetzt in seiner Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkter als zuvor. Das dürfte auch den Wahlkampf verändern. Zumal sich in der CSU-Parteizentrale aktuell Mitarbeiter aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus ebenfalls testen lassen dürften.

Apropos: Sorgen macht sich offensichtlich auch SPD-Anwärter Thorsten Brehm, der zuletzt im Wahlkampf häufig dem CSU-Kontrahenten begegnet ist. Gegenüber inFranken.de bestätigt Brehm am Freitag (20.03.2020), dass er nach der Quarantäne-Nachricht von Marcus König um Rat bei der Leitung des Klinikums Nürnberg gebeten habe.

Das Ergebnis dieser Beratungen fasst Brehm am Freitagvormittag mit folgenden Worten zusammen: "Ich bleibe jetzt vorerst zuhause und warte das heutige Ergebnis von Marcus König ab." Wird König, der CSU-Kontrahent in der anstehenden Stichwahl, positiv getestet, werde Brehm "natürlich auch zum Test" gehen. "Was die Ergebnisse dann für den Wahlkampf heißen, muss man danach sehen", erklärt Brehm weiter.

Stadtratswahl: Weiterhin kein verlässliches Endergebnis

Während die Stichwahl immer näher rückt, steht das endgültige Ergebnis der Stadtratswahl immer noch nicht fest. Wolf Schäfer, Chef des Wahlamtes, verweist auf Probleme bei der Auszählung der veränderten Stimmzettel. Insbesondere sei das Computerprogramm zur Erfassung überlastet gewesen. Am Donnerstag hat die Stadt trotz aller Widrigkeiten bei der Stimmauszählung die vorläufige Sitzverteilung bekanntgegeben.

Demnach wird die von Marcus König angeführte CSU-Fraktion mit 22 Sitzen die stärkste Kraft im neuen Rat. Danach folgen SPD (18), Grüne (14), AfD (4), Linke (3) und Freie Wähler, FDP und ÖDP (mit jeweils 2). Danach folgen die kleineren Wahllisten wie die neue Politbande, die voraussichtlich nur mit einem Mitglied im neuen Rat vertreten sein werden.

Derweil hat die Stadt mitgeteilt, dass die Auszählung in einer Reihe von Stimmbezirken noch überprüft werden müsse. Auswirkungen auf die Gesamtstimmenzahl für die Parteien und damit womöglich auch für die Sitzverteilung seien nicht ausgeschlossen. Das abschließende Ergebnis des Urnengangs soll erst am 7. April vorliegen.

Nürnberger Stichwahl

Am 29. März gehen Marcus König (CSU) und Thorsten Brehm (SPD) in der Nürnberger OB-Wahl in die Stichwahl. Im ersten Wahlgang hatte König mit rund 36,5 Prozent der Stimmen die Nase etwas vor dem SPD-Bewerber, der knapp 35 Prozent bekommen hat.

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