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Nürnberg
Protest

Corona-Demos in Franken: "Neonazis wollen Heft des Handelns übernehmen"

An den Corona-Demos in Nürnberg haben auch Rechtsextreme teilgenommen. Ihr Ziel sei es, die Gesellschaft zu spalten, betont die "Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg" gegenüber inFranken.de.
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Bei den jüngsten Corona-Demonstrationen in Nürnberg war auch die rechte Szene zugegen. Bei Aktivisten gegen Rechts sorgt dies für große Beunruhigung. Foto: privat

Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Nürnberg: Bündnis warnt vor Instrumentalisierung von Rechts. Bei den Demonstrationen gegen die Corona-Regeln in Nürnberg war auch die rechte Szene vertreten - das bestätigt die Polizei gegenüber inFranken.de.

Bei den Aktivisten gegen Rechts sorgen die Kundgebungen, die aktuell an vielen Orten in Franken stattfinden, deshalb für große Beunruhigung: "Wir sind überzeugt, dass diese Menschen hier ein Thema gefunden haben, mit dem sie die Gesellschaft spalten wollen", berichtet Elisabeth Preuß, stellvertretende Vorsitzende der "Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg". "So haben sie es auch schon mit den Flüchtlingen gemacht." 

Expertin warnt: Rechtsextreme wollen in die Mitte der Gesellschaft vorstoßen 

Bei den Corona-Protesten würden Rechte dabei vereinzelt auch eine aktive Rolle einnehmen. "Das Problem ist ja, dass diese Neonazis nicht nur mitlaufen, sondern teilweise auch das Heft des Handelns übernehmen", so Preuß.

Demokraten, die für ihr Ansinnen demonstrieren, sollten eine Unterwanderung von Rechts nicht zulassen. "Sie müssen sich stets überlegen, mit wem sie auf die Straße gehen", gibt Preuß zu bedenken. "Jeder hat eine Verantwortung zu überlegen, wozu das führen, wenn ich da mitlaufe."

Die Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair vom Nürnberger "Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung" sieht darin den Versuch der Rechtsextremen, in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen.

Demonstranten, die nicht mit rechten Kräften in Verbindung gebracht werden wollen, rät die Expertin: "Wer demonstriert, sollte sich deutlich von Nazis abgrenzen - indem man diese beispielsweise gezielt anspricht und ,Hau ab!' ruft."  Dies funktioniere aber oft nicht richtig - auch nicht in Nürnberg, konstatiert Mair.

Muss man die Corona-Proteste als demokratisches Land aushalten? Man muss. Aber man muss sie deswegen nicht gleich gutheißen. Im Gegenteil: Unser Autor Robert Wagner hält sie für heuchlerisch und gefährlich.