Nürnberg
Fußball

Brennender Wohncontainer und fliegende Flaschen - das Club-Spiel aus der Sicht der Polizei

Obwohl der 1. FC Nürnberg am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf keinen Sieg einholen konnte, feierten die Club-Fans den Aufstieg in die erste Bundesliga. Nicht immer ging es dabei friedlich zu.
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Nürnberger Fans feiern friedlich nach Spielende vor der Haupttribüne. Foto: Daniel Karmann/dpa
Nürnberger Fans feiern friedlich nach Spielende vor der Haupttribüne. Foto: Daniel Karmann/dpa
Am Sonntagnachmittag (13.05.2018) fand im Nürnberger Max-Morlock-Stadion das letzte Spiel der 2. Bundesliga zwischen dem 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf statt. Aus Sicht der Nürnberger Polizei verlief der Gesamteinsatz trotz hohen Personenaufkommens und rund 5.000 Besuchern beim zeitgleich stattgefundenen "Public Viewing" insgesamt problemlos und weitestgehend friedlich.

Bereits gegen 13:30 Uhr traf am Nürnberger Hauptbahnhof ein Sonderzug aus Düsseldorf mit ca. 800 Fans ein. Unter Begleitung der Bundespolizei und Einsatzkräften des Unterstützungskommandos sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei gingen die Fans zu den von den Nürnberger Verkehrsbetrieben bereitgestellten U-Bahnzügen, die am Haltepunkt Hauptbahnhof warteten. Die anschließende Fahrt zum Messezentrum verlief ohne Probleme.

Als der Düsseldorfer Fanmarsch auf dem Weg zum Stadion war, brannten Teilnehmer einige pyrotechnische Gegenstände ab. Aus noch ungeklärter Ursache geriet kurz darauf ein Wohncontainer in Brand, der auf einer Baustelle des Messegeländes hinter einem Bauzaun aufgestellt war. Personen befanden sich nicht darin, weshalb niemand verletzt wurde. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch unbekannt.

Nachdem die Berufsfeuerwehr Nürnberg das Feuer gelöscht hatte, übernahm der Kriminaldauerdienst Mittelfranken die ersten Ermittlungen vor Ort.

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Wenig später kam es auf dem Max-Morlock-Platz zum Zusammentreffen zweier Fans der aufeinandertreffenden Mannschaften. Dabei entriss ein Clubfan einem Düsseldorfer die mitgeführte Fanfahne und flüchtete.

Nach kurzer Fahndung nahmen Einsatzkräfte einen Tatverdächtigen fest. Er wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bis zum Ende des Gesamteinsatzes in Gewahrsam genommen. Gegen ihn ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts des Raubes. Der Düsseldorfer Fan erlitt leichte Blessuren, seine Fahne blieb verschwunden.

Das Fanverhalten während des Spiels war im Großen und Ganzen nicht zu beanstanden. Unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie stürmten sowohl Club- als auch Gästefans den Innenraum des Stadions. Die Einsatzleitung war darauf vorbereitet und hatte bereits entsprechende Sperrgitter vor den Gästeblöcken aufstellen lassen. Zahlreiche Ordner und Polizeieinsatzkräfte verhinderten ein direktes Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fangruppen. Vereinzelt wurden pyrotechnische Gegenstände abgebrannt. Die Auswertung vorhandener Videoaufzeichnungen bleibt hier abzuwarten.

Schon wenige Minuten danach hatte sich der gesamte Innenraum gefüllt. Mehrere Tausend Besucher hielten sich konzentriert im Bereich vor der Haupttribüne auf. Dabei brach das Dach einer Reservebank zusammen und verletzte einen Besucher. Mit einer Verletzung am Bein kam er nach ärztlicher Erstbehandlung in ein Krankenhaus.

Als die Mannschaft des 1. FC Nürnberg, die sich den wartenden Besuchern auf der Haupttribüne noch einmal gezeigt hatte, in den Kabinenbereich zurückging, wanderte der größte Teil der Innenraumgäste geordnet und teilweise begleitet von Polizeikräften (Düsseldorfer Fans) ab. Die Gästefans wurden wieder zum U-Bahnhof Messe begleitet und letztlich mit Sonderzügen der VAG Nürnberg zum Nürnberger Hauptbahnhof gefahren. Auch hier gab es keine Schwierigkeiten.

Ein Düsseldorfer Fan (46) warf beim Abmarsch zur U-Bahn eine Flasche auf eingesetzte Ordnungskräfte, traf aber glücklicherweise nicht. Der Beschuldigte konnte festgenommen werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wird er zur Prüfung der Haftfrage einem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Nürnberg überstellt. Gegen ihn wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Während des gesamten Einsatzes achtete die Polizei stets auf strikte Fantrennung, so dass Auseinandersetzungen rivalisierender Fangruppen effektiv unterbunden werden konnten.

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