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Übergriffe

Nürnberg/Bayern: "Bösartige Angriffe" auf Obdachlose häufen sich - Helfer sind geschockt von Ausmaß der Gewalt

In Nürnberg häufen sich "bösartige Angriffe" auf Obdachlose, berichtet Stephan Pilar von den "Nürnberger Engeln". Ein obdachloses Pärchen, das unter der Heinemannbrücke lebt, leidet besonders. "Nach mehreren Übergriffen leben beide in Angst", sagt der Helfer.
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Bei einem Angriff in Nürnberg wurde die Laterne der Obdachlosen zerstört. Foto: Stephan Pilar
Bei einem Angriff in Nürnberg wurde die Laterne der Obdachlosen zerstört. Foto: Stephan Pilar
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  • Angriffe auf Obdachlose häufen sich in Nürnberg, berichtet ein Helfer.
  • Ein Pärchen unter der Heinemannbrücke wurde wiederholt Opfer.
  • Randalierer zerstörten am Wöhrder See ihr Hab und Gut und beschmutzten ihr Essen. Diebe klauten von den Obdachlosen.

 

Obdachlose in Nürnberg wurden in den vergangenen Wochen wiederholt Opfer von Angriffen. Das berichtet Stephan Pilar von den "Nürnberger Engeln". Die Organisation kümmert sich um die ärmsten Menschen der Stadt. Ein Pärchen, das in einem Zelt am Wöhrder See lebt, musste gleich mehrere Attacken erleben. Ein Vorfall ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben, sagt Pilar.

Randalierer rastet aus - Obdachlose flüchten in Zelt

Ein Mann kam am Zelt vorbei und rastete aus. Mit seinem Fuß trat er gegen das Sammelkörbchen der Obdachlosen und gegen ihre Laterne. Das Körbchen mit dem wenigen Geld flog durch die Luft, und die Laterne wurde zerstört. Aus Angst flüchteten die beiden in ihr Zelt. Dann war der Angreifer wieder verschwunden.

 

Es war nicht der einzige Vorfall dieser Art, sagt Pilar. Ein anderes Mal wurde das Pärchen im Schlaf bestohlen. Jemand schnitt ein Loch in das Zelt und stahl ihr Geld.

Bei einem dritten Angriff wurde das Lager verwüstet. Als sie gerade nicht dort waren, kam jemand vorbei und nahm ihre wenigen Sachen auseinander. Lebensmittel wurden aufgerissen und ausgeschüttet."Ihre Decke landete im Dreck", berichtet Pilar. Über die Täter ist indes wenig bekannt. Die wenigsten Angriffe wurden angezeigt, erklärt der Helfer.

Nach Übergriffen: Sorge um Sicherheit

Durch die Vorfälle hat sich die ohnehin schwierige Situation für die Obdachlosen weiter verschärft. Sie machen sich große Sorgen um ihre Sicherheit, sagt Pilar. "Sie leben in Angst."

Der Helfer appelliert an die Nürnberger, die Augen offenzuhalten. Wenn es etwas nicht stimmt, sollten sie notfalls die Polizei rufen, sagt er. "Bereits damit kann man diesen armen Menschen helfen."

Die Obdachlosen in Nürnberg werdenimmer jünger, berichten HelferinFranken.de. Aus Liebe zu seinem Hund muss beispielsweise ein junges Paar auf der Straße leben.

 

Hilfe für Obdachlose: Das sind die "Nürnberger Engel"

Die "Nürnberger Engel" helfen Obdachlosen in der Stadt. Jeden Samstagnachmittag stehen die ehrenamtlichen Mitarbeiter vor dem Südstadtbad in der Allersberger Straße und versorgen die Bedürftigen mit dem Nötigsten: Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung. Wer sich bei den "Nürnberger Engeln" engagieren möchte, erreicht die Helfer unter folgender Email-Adresse sowie über ihre Gruppe auf Facebook.

 

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