Nürnberg
RIP 2019

Eichenprozessionsspinner bei RiP 2019: Allergische Reaktion bei 200 Festival-Besuchern - bittere Bilanz

Trauriges Ergebnis am Ende von RIP 2019: Nach den aktuellsten Informationen leiden 200 Menschen an allergischen Reaktionen. Während des Festivals in Nürnberg am Dutzendteich waren zahlreiche Bäume mit dem giftigen Eichenprozessionsspinner befallen.
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Bitteres Fazit nach dem Ende von Rock im Park 2019: 200 Menschen leiden an allergischen Reaktionen wegen Eichenprozessionsspinnern. Foto: Annika Seidel
Bitteres Fazit nach dem Ende von Rock im Park 2019: 200 Menschen leiden an allergischen Reaktionen wegen Eichenprozessionsspinnern. Foto: Annika Seidel
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  • Eichenprozessionsspinner lösen bei 200 RiP-Besuchern allergische Reaktionen aus: Neueste Zahlen nach Rock im Park 2019.
  • Veranstalter von Rock im Park 2019 verweist auf getroffene Vorsichtsmaßnahmen: Befallene Bäume seien mit Absperrband abgesichert worden und Flyer hätten vor der gefährlichen Raupe gewarnt.
  • Für Camper sei ein anderer Platz zur Verfügung gestellt worden.

So war's am Sonntag bei RiP 2019

Eichenprozessionsspinner fordert 200 Opfer - Rettungsdienst warnt

Eine kleine Raupe machte den Helfern zu schaffen: Der giftige, Allergien auslösende Eichenprozessionsspinner war der Grund für 200 Einsätze. Die Fälle waren nach BRK-Angaben aber allesamt weniger schwerwiegend und konnten vor Ort behandelt werden. Die Rockfans wurden trotzdem dazu aufgerufen, befallene Campingplätze zu meiden und auf andere auszuweichen.

Am späten Samstagabend, 22.41 Uhr, hatte sich der Veranstalter von Rock im Park in einer Pressemitteilung bereits zum Befall des Festival-Geländes mit Eichenprozessionsspinnern geäußert: "Als Vorsichtsmaßnahme wegen möglicher Allergien von Festivalbesuchern wurden befallene Bäume mit Absperrbändern gekennzeichnet sowie Flyer verteilt und somit die Festivalbesucher auf die Eichenprozessionsspinner aufmerksam gemacht", heißt es.

Das Gelände sei während des Festivals regelmäßig überprüft und neue Nester nach dem Fund "bestmöglich" beseitigt worden. Für diejenigen, die in unmittelbarer Nähe zu den befallenen Bäumen ihr Zelt aufgeschlagen hatten, sei der Campingplatz CP 8.3 am Luitpoldhain als Ausweichfläche bereitgestellt worden.

Situation am Samstag: Festival-Besucher zelten neben gefährlichen Raupen

Besucher feierten und schliefen neben giftigen Nestern. Für den Menschen sind die Schmetterlingsraupen gefährlich. In ihren Haaren steckt ein Nesselgift, das zu Hautrötungen, Juckreiz und allergischen Schocks führen kann.

Befallene Bäumen waren dennoch oftmals mit Zelten umringt. Viele Besucher machten sich wenig Sorgen: "Eigentlich haben wir nur nach einem freien Platz geschaut und da unter dem Baum eine Fläche gesehen", sagte ein Camper inFranken.de. "Erst als wir die Zelte aufgebaut haben, haben wir hoch geschaut. Aber dann haben wir gedacht: Na, das geht schon." Andere Besucher mussten in Behandlung.

Zuvor bereits viele Nester vernichtet

Mit Hubwagen und Feuer hatte ein aufgestocktes Team von Schädlingsbekämpfern bis Donnerstagmorgen, 9 Uhr, hundert Nester des Eichenprozessionsspinners auf dem Areal am Dutzendteich entfernt. Am Morgen verließen die Experten das Festival-Gelände. Alle Nester der gefährlichen Raupe konnten allerdings nicht entfernt werden. Bei den Arbeiten wurden neue gefunden, sagt André Winkel vom städtischen Servicebetrieb SÖR inFranken.de.

Mit Flatterband wurden die befallenen Bäume abgesperrt. Am Donnerstagmorgen tummelten sich bereits die ersten Festival-Besucher auf dem Gelände von Rock im Park.

Eichenprozessionsspinner zuerst am Montag entdeckt

Eine Woche zuvor hatte die Stadt Nürnberg das Festival-Gelände rund um den Dutzendteich noch auf Schädlinge untersucht und wurde dabei nicht fündig. Dann die schlechte Nachricht.

Am Montag wurde ein großer Befall mit Eichenprozessionsspinnern an 50 Bäumen entdeckt. Das berichtet Winkel von SÖR. Am Mittwoch gab es eine weitere Verschlechterung: Nun waren 100 Bäume befallen. Experten gingen gegen die giftige Schmetterlingsraupe vor. Bis zum Mittwochnachmittag wurde die Zahl der Mitarbeiter im Einsatz auf 40 aufgestockt.

Nesselgift in Haaren gefährlich für Menschen

Die Stadt hatte die Spezialfirma beauftragt. 20 Gruppen aus je zwei Mitarbeitern rückten dem Prozessionsspinner zu Leibe. Mit einem Hubwagen wurde ein Mitarbeiter zu den Nestern in den Bäumen gebracht. Dieser flammte das Nest ab und saugte es anschließend ab. Die Bäume wurden dabei laut Winkel nicht beschädigt.

So erkennen Festival-Besucher Nester des Eichenprozessionsspinners

Auch Umweltschützer sehen generell das Vorgehen gegen die Raupen als notwendig an. "Das Gesundheitsthema ist ernst, das ist keine übertriebene Vorsicht", sagte Thomas Norgall vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland der dpa. Im Wald könne man betroffene Wege mal absperren, je tiefer es jedoch in Siedlungsbereiche hineingehe, desto problematischer werde es.

Der Schädling ist an den typischen Nestern zu erkennen, die sich wie ein weißes Gespinst oder dichtes Spinnennetz um starke Äste oder Astgabeln herumlegen. Die Nester sehen ähnlich aus wie bei der harmlosen Gespinstmotte. Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von gerade einmal 25 bis 30 Millimetern.

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