Nürnberg
Prozess

Abschiebung eines Schülers löst Chaos an Nürnberger Berufsschule aus: Asif N. verurteilt

Im Mai 2017 kam es vor einer Berufsschule in Nürnberg zu tumultartigen Szenen: Ein Schüler aus Afghanistan sollte abgeschoben werden und wurde von Polizisten aus der Schule eskortiert. Nun wurde der 20-jährige Asif N. verurteilt.
Artikel drucken Artikel einbetten
31. Mai 2017: Die Polizei geht gegen Schüler vor, die mit einer Sitzblockade und Demonstration die Abschiebung des Berufsschülers Asif N. in sein Herkunftsland Afghanistan verhindern wollen. Foto: Michael Matejka//dpa
31. Mai 2017: Die Polizei geht gegen Schüler vor, die mit einer Sitzblockade und Demonstration die Abschiebung des Berufsschülers Asif N. in sein Herkunftsland Afghanistan verhindern wollen. Foto: Michael Matejka//dpa

Nach einem tumultartigen Abschiebeversuch in Nürnberg ist der betroffene Afghane zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Die Jugendrichterin am Amtsgericht sprach den 22-Jährigen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte mit Körperverletzung schuldig, außerdem der Sachbeschädigung und des unerlaubten Aufenthalts ohne Pass, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch (19.12.2018) erklärte. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Mehr zum Thema: Fast ein Jahr nach Tumult bei Abschiebeversuch aus Schule - Was passierte mit Asef N.?

Am 31. Mai 2017 hatte der damals 20-jährige Asif N. aus einer Nürnberger Berufsschule heraus in Abschiebegewahrsam genommen werden sollen. Nach Angaben des Gerichts leistete er in einem Streifenwagen erheblichen Widerstand, trat um sich, schlug und verletzte Polizisten. Mitschüler und Linksautonome stellten sich der Polizei in den Weg. Der Einsatz hatte bundesweit für Aufmerksamkeit und Kritik gesorgt.

Aktuelle Nachrichten aus Nürnberg: Von Betonstücken erschlagen - Decke stürzt auf Nürnberger Baustelle ein, Arbeiter tödlich verletzt

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Wochen Dauerarrest und 100 Arbeitsstunden gefordert. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch; lediglich für die Beschädigung einer Ampel vor dem Abschiebeversuch sprach er sich für Arbeitsstunden aus.

Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.