Laden...
Schnaittach
Religion

Trauerfeier in Schnaittach gestört: "Ich komme, um Allahs Botschaft zu verkünden"

Mitten in einer Trauerfeier betritt ein Mann die Kirche, um den "Ungläubigen die Botschaft Allahs zu verkünden". Inzwischen wird gegen den Mann ermittelt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolbild: pixabay.com
Symbolbild: pixabay.com
Mit den Worten "Ich komme im Namen des Propheten, um den Ungläubigen die Botschaft Allahs zu verkünden" hat ein 33 Jahre alter Muslim im fränkischen Schnaittach eine Trauerfeier gestört. Der Mann habe plötzlich die Kirche betreten und versucht, sich während der Traueransprache Gehör zu verschaffen, berichtete der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Schnaittach, Wilfried Römischer, am Freitag. Später habe er während der Ansprache laut arabischsprachige Verse verlesen. Über den Vorfall vom Mittwoch hatte zuerst die "Nürnberger Zeitung" berichtet.

Gegen den später Festgenommenen werde inzwischen wegen Störung der Religionsausübung und einer Trauerfeier ermittelt, teilte der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Lauf, Benno Eichinger mit. Der vom Westbalkan stammende Mann, der schon seit vielen Jahren in Deutschland lebe, sei bereits mehrfach wegen Körperverletzungs- und Eigentumsdelikten aufgefallen. "Einige liegen aber schon länger zurück". Hinweise, dass der 33-Jährige der Islamistenszene angehöre, gebe es bislang aber nicht.

Pfarrer Römischer berichtete, er habe zunächst versucht, auf den Störer mäßigend einzureden, indem er ihm anbot, mit ihm nach dem Gottesdienst ein Gespräch zu führen. Der seit Kurzem in Schnaittach lebende Mann habe sich daraufhin auf eine der hinteren Kirchenbänke gesetzt. Dort habe er plötzlich in arabischer Sprache Verse rezitiert. "Ich vermute, dass es sich um Koransuren gehandelt hat", sagte der evangelische Geistliche.

Der Mann verließ die Kirche schließlich, nachdem der Pfarrer die Mitarbeiterin des Bestattungsunternehmens darum bat, die Polizei zu rufen. "Der Mann hat zwar keine körperliche Gewalt angewendet. Es gab auch kein Handgemenge. In einer Trauerfeier, in der Menschen von einem geliebten Menschen Abschied nehmen, ist eine solche Störung aber eine verheerende Situation. Es geht einfach nicht, dass jemand eine solche Situation missbraucht", machte der Pfarrer deutlich. Möglich sei, dass der Mann gar nicht bemerkt habe, dass er in eine Trauerfeier geraten sei.

Kommentare (9)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren