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Nürnberg
Ermittlungen

Straße der Menschenrechte: Rechte Parolen problemlos entfernt

Die rechten Schmierereien in der Straße der Menschenrechte sind entfernt worden. Die Polizei hat die Täter allerdings noch nicht ermitteln können. Mittlerweile können die Ermittlungsbehörden aber zumindest den Tatzeitpunkt genauer eingrenzen.
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Seit 20 Jahren ist die "Straße der Menschenrechte" mehr als nur eine Verbindung zur Altstadt der Frankenmetropole. Foto: Archiv/epd
Seit 20 Jahren ist die "Straße der Menschenrechte" mehr als nur eine Verbindung zur Altstadt der Frankenmetropole. Foto: Archiv/epd
"Wir gehen aufgrund von Zeugenaussagen davon aus, dass die vier Säulen in der Straße der Menschenrechte in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember beschmiert worden sind", sagte Elke Schönwald, die Sprecherin der Polizeipräsidiums Mittelfranken, am Mittwoch auf Anfrage. Mittlerweile seien auch die Videoaufnahmen der Überwachungskameras ausgewertet worden, die das Kunstwerk vor dem Germanischen Nationalmuseum im Blickfeld haben. Eine heiße Spur hätte die Auswertung der Aufnahmen aber noch nicht ergeben. Die Polizei bittet die Bevölkerung deshalb weiterhin um sachdienliche Hinweise.

Die Entfernung der beschmierten Säulen ist derweil leichter als gedacht gelungen. "Der Text auf den Säulen konnte vollständig entfernt werden", sagte Sonja Mißfeldt, die Pressesprecherin des Germanischen Nationalmuseums.
Glücklicherweise seien die Säulen erst vor rund eineinhalb Jahren mit einem "Anti-Graffiti-Schutz" versehen worden. "Dieser Schutz hat seinen Zweck hervorragend erfüllt", betonte Mißfeldt weiter. Die teilweise ausländerfeindlichen Sprüche wie "Asylflut stoppen" und rechtsradikalen Symbole wie ein Hakenkreuz habe eine Firma aus Nürnberg nach Rücksprache mit einem Restaurator des Germanischen Nationalmuseums relativ problemlos abwaschen können.

Zunächst hatte man im Nürnberger Rathaus befürchtet, dass man die rechten Parolen nur schwer von den weißen Säulen entfernen könne. Der israelische Künstler Dani Karavan gestaltete die weiße Säulenreihe. Auf den 27 Rundsäulen steht jeweils ein Artikel der Menschenrechte. Das über 100 Meter lange Kunstwerk soll an die Einhaltung der Menschenrechte erinnern. Im Jahr 1993 wurde die Anlage eingeweiht. Seitdem versteht sich Nürnberg als Stadt der Menschenrechte und verleiht alle zwei Jahren einen internationalen Menschenrechtspreis. Die rechten Schmierereien in der Straße der Menschenrechte hatten kurz vor dem Jahreswechsel für große Empörung in Nürnberg gesorgt. Die autofreie Gasse vor dem Germanischen Nationalmuseum ist das Symbol für Frieden und Menschenrechte in der ehemaligen Stadt der Reichsparteitage.

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