Nürnberg
Weihnachtsmarkt

Eröffnung am Freitag: Vor genau 70 Jahren gab es den ersten "richtigen" Nürnberger Christkindlesmarkt

Bald ist es so weit: Am 30. November, spricht das Nürnberger Christkind den berühmten Prolog und eröffnet den Nürnberger Christkindlesmarkt 2018. Aus diesem Anlass blicken wir in die Historie des Marktes.
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Der Christkindlesmarkt in Nürnberg ist jedes Jahr aufs Neue ein Anziehungspunkt für Besucher aus Nah und Fern. Foto: Archiv
Der Christkindlesmarkt in Nürnberg ist jedes Jahr aufs Neue ein Anziehungspunkt für Besucher aus Nah und Fern. Foto: Archiv

Christbaumkerzen aus echtem Bienenwachs - wo es das heute im LED-Lichtzeitalter noch gibt? Richtig, auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Christine Beeck, Chefin des Nürnberger Marktamts und damit auch für den weltberühmten Christkindlesmarkt der Stadt zuständig, erklärt das nicht ohne Stolz. Tradition wird eben großgeschrieben in der Frankenmetropole. Seit den 90er Jahren drängen sich jedes Jahr rund zwei Millionen Besucher in der kleinen Budenstadt auf dem Hauptmarkt. Grenzwertig sei das, finden besonders die Einheimischen.


1948 erster richtiger Christkindlesmarkt

Zumindest die älteren Nürnberger können sich noch gut daran erinnern, dass es früher wesentlich einfacher und ruhiger zuging. 1946 zum Beispiel, als es auf dem Hauptmarkt eben noch keinen Markt gab. Nur einige kleine Stände, an denen Tannenzweige veräußert wurden. Den ersten richtigen Christkindlesmarkt gab es erst 1948, damals noch in der US-Besatzungszone. Die D-Mark war gerade mal ein halbes Jahr eingeführt. Rund um den "Schönen Brunnen" hatten einige Händler in Kreisform ihre Buden aufgebaut. Immer noch in einer Trümmerlandschaft rund um den Hauptmarkt.

Das Angebot war überschaubar. Meist Spielwaren, Christbaumschmuck, Süßigkeiten. Daran änderte sich bis in die 60er Jahre nicht viel. Christine Beeck erinnert sich noch heute an ihr erstes Geschenk vom Christkindlesmarkt. Da gab es für 75 Pfennige eine Kerze in Form eines Schneemanns. "Damals konnte man sich über Kleinigkeiten noch so richtig freuen", erinnert sie sich.


Weiterhin traditionelles Angebot

Immerhin: Auch wenn der Nürnberger Christkindlesmarkt heutzutage besonders an Wochenenden aus allen Nähten zu platzen droht, am traditionellen Angebot hält man eisern fest. Das heißt: Christbaumschmuck, Krippenfiguren, Elisenlebkuchen, Kunsthandwerk.

Wobei zwei Nürnberger Spezialitäten überhaupt nicht fehlen dürfen: Da wäre zum einen der Rauschgoldengel - das Symbol schlechthin für den Nürnberger Christkindlesmarkt. Der Legende zufolge soll ihn ein Puppenmacher für seine kranke Tochter angefertigt haben. Verwendet wurde dazu Folie aus hauchdünnem Messing. Daher auch der Name Rauschgold. Zum anderen sind seit Jahrzehnten auch die Zwetschgenmännle - Figuren aus getrockneten Pflaumen - typisch für den Nürnberger Markt. Inzwischen gibt es über 350 verschiedene Figuren in Größen zwischen 9 und 22 Zentimetern. Und dann sind da natürlich noch die Stände mit Glühwein und Nürnberger Bratwürsten. Allein schon der Duft verheißt vorweihnachtliche Freude.


Gut 200 Händler mit 180 Buden und Ständen

Nach Mitteilung des Nürnberger Marktamts bieten gut 200 Händler in 180 Buden auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt ihre Ware an. Die von der Stadt zur Verfügung gestellten Holzbuden für das "Städtlein aus Holz und Tuch" sind zum Teil schon über 100 Jahre alt.

Am 30. November wird das Nürnberger Christkind pünktlich um 17.30 Uhr mit dem Prolog den Markt offiziell eröffnen. Deutschlands wohl berühmtester Christkindlesmarkt ist dann bis zum 24. Dezember geöffnet.

Öffnungszeiten, Termine, Lageplan, Anreise, Tipps - Hier geht es zu den Informationen zum Nürnberger Christkindlesmarkt 2018

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